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Untermieter muss Eigentümer für komplette Wohnung entschädigen
12. Januar 2021

Untermieter muss Eigentümer für komplette Wohnung entschädigen

Untermieter, die sich einer Räumung verweigern, müssen eine Nutzungsentschädigung für die gesamte Wohnung entrichten. Das geht aus einem Urteil des BGH hervor und gilt auch, wenn der genutzte Wohnraum nur einen Bruchteil der Gesamtwohnung ausmacht, und selbst während einer laufenden Räumungsfrist.

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Untermieter, die sich einer Räumung verweigern, müssen eine Nutzungsentschädigung für die gesamte Wohnung entrichten. Das geht aus einem Urteil des BGH hervor und gilt auch, wenn der genutzte Wohnraum nur einen Bruchteil der Gesamtwohnung ausmacht, und selbst während einer laufenden Räumungsfrist.


Untermieter muss Eigentümer für komplette Wohnung entschädigen

Auch wenn der ein oder andere Vermieter es nicht gerne sieht: Gemäß § 553 Abs. 1 BGB darf jeder Mieter seine Wohnung untervermieten, sofern er ein berechtigtes Interesse daran hat. Zu derartigen berechtigten Interessen zählen beispielsweise ein zwischenzeitlicher Auslandsaufenthalt oder finanzielle Gründe. Außerdem ist dieses Recht zur Untervermietung sehr weitreichend. So genügt es, wenn der Mieter nur noch einen kleinen Teil der Wohnung nutzt. Sein Lebensmittelpunkt hingegen muss nicht mehr vor Ort sein.

Doch manchmal stellt sich die Situation genau gegenteilig dar und dem Untermieter steht lediglich eine kleine Kammer zur Verfügung. In einem solchen Fall kam es nach einer Zwangsräumung zum Streit zwischen einer Wohnungseigentümerin und dem Untermieter ihres einstigen Mieters. Schließlich musste sich der Bundesgerichtshof (BGH) der Sache annehmen.

Lediglich 7 von 107 m² untervermietet

Eine Frau hatte von ihrem Vater eine damals vermietete Eigentumswohnung geerbt. Mit dem Tod des Mieters im November 2014 endete das Mietverhältnis. Doch der Mieter hatte einen Teil seiner Wohnung untervermietet. Zwar handelte es sich lediglich um eine kleine Kammer von 7 m² in einer Wohnung mit über 100 m², aber die Untervermietung war zulässig. Der Vater der Wohnungseigentümerin hatte ihr einst zugestimmt.

Untermieter verweigert sich der Räumung

Der Aufforderung zur Herausgabe der Kammer noch im Dezember 2014 kam der Untermieter nicht nach. Mitte 2016 wurde er zur Räumung verurteilt. Die ihm gesetzte Räumungsfrist bis Ende September 2016 ließ er jedoch verstreichen. Im Oktober vollzog die Wohnungseigentümerin dann die Zwangsräumung.

Seite 1 Untermieter muss Eigentümer für komplette Wohnung entschädigen

Seite 2 Vermieterin verlangt Schadensersatz trotz Räumungsfrist




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