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14. Januar 2026
Versicherungen und Psychologie: Was Makler beachten sollten

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Versicherungen und Psychologie: Was Makler beachten sollten

Versicherungen und Psychologie: Was Makler beachten sollten

Psychologie als Werkzeug im Beratungsgespräch

Für Vermittler und Makler ist entscheidend, neben Fachwissen auch psychologisches Feingefühl mitzubringen, gerade im Erstkontakt, wenn Vertrauen noch aufgebaut werden muss. Der Schlüssel: Relevanz statt Produktfokus. Ein Gesprächseinstieg wie „Was würde passieren, wenn Sie morgen berufsunfähig würden? Worauf könnten Sie verzichten?“ holt emotional ab, verlagert das Thema aus der Theorie in den Alltag und schafft damit eine Dringlichkeit, die nicht belehrend wirkt.

Kundinnen und Kunden brauchen Struktur. Wer statt zehn Tarifvarianten drei gut nachvollziehbare Vorschläge macht, idealerweise mit einer ehrlichen Empfehlung, erleichtert die Entscheidung erheblich. Visualisierungen oder Alltagsszenarien helfen zusätzlich, abstrakte Risiken begreifbar zu machen. Besonders wirksam ist Storytelling: Eine echte, anonymisierte Kundengeschichte, sei es mit oder ohne Absicherung, verankert Nutzen oder Folgen emotional und bleibt im Gedächtnis. Beispiele, die sich an der Lebenswelt des Kunden orientieren, wirken oft besser als standardisierte Bedarfsanalysen.

Der Umgang mit Sprache beeinflusst maßgeblich das Erleben. Komplexe Begriffe sollten reduziert und möglichst erklärt oder durch Vergleiche veranschaulicht werden. Das zeugt nicht von Vereinfachung, sondern von Wertschätzung. Verständlichkeit erzeugt Vertrauen. Und Vertrauen entsteht, wenn Berater klar kommunizieren, auf Augenhöhe bleiben, echte Wahlfreiheit signalisieren und auch Zweifel offen ansprechen. Das überzeugt oft mehr als perfekt inszenierte Verkaufsgespräche.

Dabei lohnt es sich, gezielt auf das zu hören, was unausgesprochen bleibt. Welche persönlichen Motive treiben den Kunden oder die Kundin an, etwa die Familie, die berufliche Selbstständigkeit oder der Wunsch nach Zukunftssicherheit? Wer aufmerksam zuhört, erkennt die unbewussten Treiber hinter dem Verhalten. Und nur wer sie erkennt, kann Lösungen anbieten, die fachlich stimmen und sich richtig anfühlen. In der Praxis bedeutet das auch, flexibel zu bleiben, nicht jeder Mensch reagiert gleich. Psychologisches Wissen ist keine Scha­blone, sondern ein Kompass.

Versicherungsberatung braucht psychologisches Feingefühl

Es gibt nicht den rational handelnden Kunden. Entscheidungen entstehen unter dem Einfluss psychologischer Prozesse, von Risikowahrnehmung über emotionale Reaktionen bis hin zu Entscheidungsabkürzungen.

Wer diese Effekte kennt und in der Beratung berücksichtigt, kann Gesprächssituationen gezielter steuern: mit klaren Strukturen, verständlicher Sprache und echtem Interesse an der Lebenssituation des Gegenübers. Psychologie ist kein Werkzeug zur Manipulation, sondern ein Schlüssel zu besserem Verständnis. Wer das beherzigt, berät erfolgreicher, nachhaltiger, mit mehr Vertrauen, mehr Zufriedenheit und langfristiger Kundenbindung.

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Ein Artikel von
Alina Donner
Diana Ehrenberg