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1. November 2026
Vom Co-Piloten zum Autopiloten: Wenn KI Arbeit übernimmt

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Vom Co-Piloten zum Autopiloten: Wenn KI Arbeit übernimmt

Vom Co-Piloten zum Autopiloten: Wenn KI Arbeit übernimmt

Ein Alltag, wenn der Autopilot übernimmt

Wie sich das konkret anfühlen kann, zeigt das Beispiel einer Gewerbeausschreibung. Heute beginnt ein solcher Vorgang häufig damit, Informationen aus E-Mails, Dokumenten, bestehenden Kundendaten und Gesprächen zusammenzutragen. Anschließend werden Fragebögen verschickt, fehlende Angaben nachgefordert, Daten in verschiedene Systeme übertragen, Rechner oder Versicherer angefragt und Angebote manuell gegenübergestellt. Ein Autopilot verändert diesen Ablauf grundlegend.

Eine neue Anfrage geht ein. Das System erkennt automatisch den Kunden und das zu versichernde Risiko. Es berücksichtigt bereits vorhandene Informationen und identifiziert, welche Angaben für die konkrete Ausschreibung noch fehlen. Statt dem Kunden einen umfangreichen Standardfragebogen mit zahlreichen möglicherweise irrelevanten Fragen zu schicken, stellt das System gezielt nur die Fragen, die für dieses individuelle Risiko tatsächlich noch beantwortet werden müssen. Antworten und Dokumente werden automatisch dem Vorgang zugeordnet und die Risikodaten laufend vervollständigt.

Sobald ausreichend Informationen vorliegen, kann der Autopilot passende Vergleichsrechner, Self-Service-Strecken oder andere digitale Zugangswege zu Versicherern ansteuern, die notwendigen Daten übergeben und Preise sowie Konditionen einholen. Die Ergebnisse werden strukturiert zusammengeführt und vergleichbar gemacht.

Der Sachbearbeiter startet damit nicht mehr bei null. Er erhält einen vorbereiteten Vorgang mit strukturiertem Risiko, vollständigen Informationen, eingeholten Angeboten und einer aufbereiteten Entscheidungsgrundlage. Seine Aufgabe besteht nicht darin, Informationen zusammenzusuchen und von System zu System zu übertragen. Er prüft die Ergebnisse, bewertet die relevanten Unterschiede und entscheidet dort, wo seine fachliche Erfahrung gefragt ist.

Damit verändert sich auch die Zusammenarbeit zwischen Mensch und Software. Der Mitarbeiter arbeitet zunehmend datengetrieben. Statt selbst jeden einzelnen Prozessschritt auszuführen, bekommt er Entscheidungen vorbereitet, kann die Ergebnisse und relevanten Kennzahlen prüfen und die Automatisierung dort freigeben oder korrigieren, wo es notwendig ist. KI ersetzt damit nicht die Expertise des Mitarbeiters. Im besten Fall verstärkt sie sie. Sie liefert Vorschläge, macht Zusammenhänge sichtbar und schafft die Kapazität, sich intensiver mit komplexen Risiken und Kunden auseinanderzusetzen.

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Ein Artikel von
Daniel Dierkes