Fachlichkeit allein reicht nicht
Natürlich bleibt Fachlichkeit wichtig, gerade in der Versicherungsberatung. Vielleicht sogar wichtiger denn je, aber Fachlichkeit allein reicht nicht, wenn sie nicht verstanden wird. Junge Kundinnen und Kunden brauchen keine Berater, die ihnen beweisen, wie kompliziert Versicherung ist. Sie brauchen Menschen, die Komplexität so übersetzen, dass daraus Orientierung entsteht. Das ist die neue Königsdisziplin.
Nicht: „Hier ist ein Produkt.“ Sondern: „Ich verstehe deine Situation.“ Nicht: „Lies dir das bitte durch.“ Sondern: „Ich erkläre dir, was das für dein Leben bedeutet.“ Nicht: „Melde dich, wenn du Fragen hast.“ Sondern: „Ich bin da, bevor du überhaupt weißt, welche Fragen wichtig werden.“
Gerade für Maklerinnen und Makler ist das eine riesige Chance, denn sie können etwas, was keine App allein leisten kann: einordnen, nachfragen, zuhören, widersprechen, beruhigen, motivieren, erklären und begleiten. Diese Stärke wird nur dann wirksam, wenn sie in die neue Lebenswelt übersetzt wird.
Die Zukunft der Beratung wird deshalb nicht einfach digitaler, sie wird hybrider, schneller, verständlicher, persönlicher und sichtbarer. Sie wird dort stattfinden, wo Menschen gerade sind. Mal im persönlichen Gespräch, mal per Video, mal per Messenger, mal über kurzen Content, mal über eine Community und mal über eine gute Erklärung im richtigen Moment. Denn Digitalisierung ist kein technischer Umbau, Digitalisierung ist ein Sozialisierungsbruch.
Lesen Sie auch:
„Beratung muss das neue Produkt unserer Branche werden“
Interessieren Sie sich für weitere Hintergrundartikel aus der Branche? Dann abonnieren Sie das monatliche Fachmagazin AssCompact – kostenfrei für Versicherungs- und Finanzmakler.
Seite 1 Was die Generation Alpha von Beratung erwarten wird
Seite 2 Fachlichkeit allein reicht nicht
- Anmelden, um Kommentare verfassen zu können