Und wenn der Kunde sucht
Das gilt in beide Richtungen. Fragt der Schreinereibetrieb aus dem Nachbarort, wer ihm seine Betriebshaftpflicht einrichtet, greift dieselbe Auswahl. Sie speist sich aus Quellen, die dem Gesuchten nicht gehören: Register, Verzeichnisse, Kammer- und Verbandslisten, Bewertungsprofile, Fachmedien. Für ein Maklerbüro heißt das Vermittlerregister, Unternehmensprofil, Brancheneinträge und die Frage, ob außerhalb der eigenen Domain irgendwo etwas Nachprüfbares über einen steht.
Wie wenig dazugehört, zeigt ein Beispiel aus der Weiterbildung. Die Brancheninitiative „gut beraten“ führt ein öffentliches Verzeichnis ihrer zertifizierten Bildungsdienstleister, rund 300 Einträge. Die Aufnahme setzt eine gesonderte Zustimmung zur Veröffentlichung voraus. Wer sie nie erteilt hat, ist zertifiziert und steht trotzdem nicht in dem Verzeichnis, das öffentlich abrufbar ist. Ob und wann so ein Eintrag in den Antworten ankommt, ist ab jetzt messbar. Ein Häkchen entscheidet. Solche Freigaben gibt es in fast jedem Register.
Was sich für das eigene Maklerhaus daraus machen lässt
Den eigenen Stand prüft man ohne Werkzeug und ohne Budget. Fünf Fragen, so formuliert, wie ein Kunde oder ein Kollege sie stellen würde. Abgemeldet und in einem frischen Chat, damit kein gespeicherter Verlauf das Ergebnis schönt. Jede Frage dreimal und in zwei Systemen, weil Sprachmodelle nicht deterministisch antworten und eine einzelne Antwort nichts beweist. Genannte Namen und angegebene Quellen notieren, mit Datum.
Dann gilt eine einfache Regel: Taucht der eigene Name nirgends auf, liegt es zuerst an den Registern und Verzeichnissen der eigenen Sparte. Die sind meist kostenlos und in einer Stunde korrigiert. Taucht der Name auf, wird aber nicht als Quelle herangezogen, liegt es an der eigenen Website. Dort steht dann nichts, was sich zitieren ließe.
Für eine Rangliste taugt so eine Messung nicht, dafür sind die Antworten zu beweglich. Sie taugt dafür, herauszufinden, in welcher Quelle man als Makler fehlt. Mehr ist es nicht. Es ist aber mehr als die Vermutung, mit der die meisten gerade arbeiten.
Die Gewerbe Academy wiederholt die Messung am 9. Oktober und am 9. Dezember mit denselben sieben Fragen. Wer seine eigene Messung mitschreibt, hat bis dahin eine Zeitreihe statt einer Momentaufnahme.
So wurde gemessen
Die Messung wurde am 09.09.2026 von der Gewerbe Academy durchgeführt. Sieben Fragen an ChatGPT, jede in einem frischen Chat, abgemeldet und ohne gespeicherten Verlauf, Websuche aktiviert. Dazu zwei dieser Themen als Google-Suche mit Übersicht mit KI. Protokolliert wurden Datum, genannte Anbieter und angegebene Quellen. Sprachmodelle antworten nicht deterministisch: Dieselbe Frage kann an einem anderen Tag andere Namen liefern. Die Messung zeigt eine Auffälligkeit, keinen repräsentativen Sichtbarkeitstest. Das vollständige Messprotokoll stellt die Gewerbe Academy auf Anfrage zur Verfügung.
Über den Autor
Mauritz Mannsperger ist Versicherungsmakler und Gründer der Gewerbe Academy, einer Fachinformationsplattform für Versicherungsmakler mit Schwerpunkt auf dem Gewerbe- und Firmenkundengeschäft. Er betreut über 3.000 Kunden im eigenen Bestand.
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