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26. Oktober 2026
Wie Helvetia nach der Fusion wachsen will

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Wie Helvetia nach der Fusion wachsen will

Wie Helvetia nach der Fusion wachsen will

Welche regulatorischen Veränderungen prägen aktuell das Leben- und das Nicht-Lebengeschäft und wie reagieren Sie darauf?

CW Im Versicherungsgeschäft rücken regulatorische Anforderungen näher ans operative Geschäft: DORA, IT-Resilienz, Datenqualität, Nachhaltigkeit, Klimarisiken, der verantwortungsvolle Einsatz von KI und die zunehmende Bedeutung der Wohlverhaltensaufsicht prägen die Produktentwicklung, Risikobewertung, Prozessgestaltung und Dokumentation. Regulierung sehen wir nicht nur als Pflicht, sondern auch als Chance, Prozesse robuster, Daten nutzbarer und Entscheidungen transparenter zu gestalten.

BR Der Altersvorsorgemarkt wird derzeit von zwei zentralen Entwicklungen bestimmt: dem Altersvorsorgereformgesetz und „Value for Money“. Ich bewerte beide Initiativen positiv, da sie die private Vorsorge fördern und verbessern und das Vertrauen der Menschen erhöhen. Wir nutzen die neuen Regelungen aktiv als Chance, um kundenorientierte Lösungen zu entwickeln und neue Marktpotenziale zu erschließen.

Das heißt, Helvetia wird ein Altersvorsorgedepot am Markt platzieren?

BR Ja, zum 01.01.2027 werden wir vier verschiedene Produkte anbieten: das Standardprodukt, zwei Premiumprodukte mit unterschiedlichen Anlageschwerpunkten als Investmentlösungen sowie ein Altersvorsorgedepot ohne Garantie als Versicherungslösung. Ich freue mich, dass durch das Altersvorsorgereformgesetz Schwung in die private Vorsorge kommt. Die Förderung ist wirklich gut und ich erwarte dadurch ein echtes Wachstum im Markt.

Welche Rolle spielt die betriebliche Altersvorsorge (bAV) vor dem Hintergrund der aktuellen Rentenreform?

BR Die betriebliche Altersvorsorge ist eine wichtige Säule der Absicherung. Das Vorsorgeniveau ist insgesamt viel zu niedrig. Nur mit einer starken zweiten Säule werden wir ernsthafte Veränderungen erreichen. Deshalb bieten wir unseren Vertriebspartnern attraktive bAV-Produkte an. Eine Besonderheit ist dabei beispielsweise die Möglichkeit der Direktversicherung mit bis zu 100% Fondsanlage für Gesellschafter-Geschäftsführer, um so attraktive Renditen zu ermöglichen.

Mit der Rentenreform soll mehr Kapitaldeckung kommen, zum Beispiel durch die obligatorische Kapitalrente. Bekommen damit die reformierte private Altersvorsorge bzw. die bAV neue Konkurrenz?

BR Da die Vorschläge der Expertenkommission noch nicht beschlossen und umgesetzt wurden, kann man hier nur spekulieren. Falls zusätzlich 1,5% in die gesetzliche Rente fließen sollen, sind dies Mittel, die sonst für bAV oder private Altersvorsorge zur Verfügung stehen könnten. Insgesamt erwarte ich aber ein steigendes Volumen für die Altersvorsorge durch die verschiedenen Maßnahmen der Rentenreform.