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Wie Versicherungen mit jungen Frauen ins Gespräch kommen

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Wie Versicherungen mit jungen Frauen ins Gespräch kommen

Versicherer und Finanzdienstleister entdecken zunehmend junge Frauen als Zielgruppe. Doch häufig hakt es an der Kommunikation. Influencer Marketing etabliert sich da als Alternative zu klassischen Kampagnen. Andreas Geyr von eqolot erläutert, wie man damit neue Zielgruppen anspricht und Kosten senkt.

Von Andreas Geyr, Managing Partner bei eqolot

Wir reden über umgerechnet 1,7 Bio. Dollar. Auf diese stolze Summe taxiert eine Studie von AXA, dem Beratungskonzern Accenture und der Weltbank IFC den weltweiten Frauen-Versicherungsmarkt bis zum Jahre 2030. Ein Markt, in dem die Gleichstellung von Frau und Mann noch weit entfernt ist. In den USA zum Beispiel haben laut einer Studie der Beratungsfirma Limra nur 56% der Frauen, aber 62% der Männer eine Lebensversicherung, beim indischen Versicherer Birla Sun Life Insurance sind nur 23% der Kunden weiblich, und in Deutschland stehen laut einer Studie der R+V-Versicherung 30% der Frauen ohne private Rentenversicherung da. Im Finanzmarkt sieht es nicht anders aus. Zwei Drittel der Aktienbesitzer sind männlich.

Zielgruppe Frau

Frauen, vor allem die jüngeren – die Young Professionals – werden damit zur Top-Zielgruppe der Finanz- und Versicherungsbranche. Etablierte Konzerne wie etwa AXA haben hierfür längst eigene Abteilungen wie „Women’s Market“ geschaffen. Vor allem aber die Start-up-Szene sieht ein riesiges Potenzial: Bei InsurTechs wie Lemonade und Getsafe ist bereits jeder zweite Kunde weiblich. Und auch die FinTechs spezialisieren sich mit Gründungen wie Fina zunehmend auf diese Zielgruppe. Doch warum wurde diese so lange vernachlässigt? Und warum dreht sich das gerade?

Grund 1: Sozialisation

Über Generationen kümmerten sich die Männer um Geld- und Versicherungsangelegenheiten. Doch das hat sich grundsätzlich verändert. Inzwischen bestreiten knapp drei Viertel der Frauen ihren Lebensunterhalt selbst.

Grund 2: Organisations­strukturen im Konzern

Häufig sitzen hier immer noch die männlichen Best Ager an den Schaltstellen oder eben in den Maklerbüros vor Ort. Doch die haben einen ganz anderen Blick auf die Zielgruppe als die Zielgruppe selbst.

Grund 3: Andere Versicherungs­bedürfnisse

Studien zeigen, dass Frauen sich vor allem dann mit Versicherungsprodukten beschäftigen, wenn sie sich in den Schlüsselphasen ihres Lebens befinden: Berufseinstieg, Eheschließung, Mutterschaft, schwere Krankheit oder Scheidung. Männer denken auch außerhalb dieser Ereignisse über Versicherungen nach und kaufen Policen.

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Seite 2 Grund 4: Kommunikation – Falsche Kanäle, falsche Botschaften

 
Ein Beitrag von
Andreas Geyr