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24. März 2026
„Immobilienkäufer vergleichen intensiver“

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„Immobilienkäufer vergleichen intensiver“

„Immobilienkäufer vergleichen intensiver“

Wie laufen die Geschäfte in der Immobilienvermittlung in einem wieder robusteren Markt? Wie sehen sich Immobilienmakler derzeit aufgestellt, wo bleibt die Lage herausfordernd? Und welche Relevanz hat persönliche Beratung (noch)? AssCompact hat bei RE/MAX Germany nachgefragt.

Interview mit Loredana Scirè, Pressesprecherin von RE/MAX Germany
Frau Scirè, die Zeichen am Immobilienmarkt standen zuletzt auf Stabilisierung. Wie bewerten Sie die Entwicklung im vergangenen Jahr?

Nach den spürbaren Preiskorrekturen durch den Zinsanstieg sehen wir schon seit 2024 eine schrittweise Stabilisierung, die sich 2025 weiter verfestigt hat. In vielen Regionen sind die Angebotspreise moderat gestiegen, das gilt auch für die Zahl der Transaktionen. Der Markt ist heute insbesondere in Metropolen realistischer bepreist als noch zu Hochzeiten, was zu einer gesünderen Balance zwischen Angebot und Nachfrage führt. Insgesamt erleben wir keinen Boom, aber einen robusteren, berechenbareren Markt mit solider Dynamik. Anders als bei Projektentwicklung ist der Immobilienmarkt aus Maklersicht ohnehin ein anderer. Ge- und verkauft wird immer. Die Gründe für Transaktionen können sich jedoch ändern.

Wie zufrieden waren denn die RE/MAX-Partner mit 2025?

Unsere Partnerinnen und Partner bei RE/MAX Deutschland blicken überwiegend positiv auf das Jahr 2025. Nach einer Phase, in der viele Kaufentscheidungen aufgeschoben wurden, ist wieder mehr Bewegung in den Markt gekommen. Wir sehen wieder kürzere Vermarktungszeiten. Der Beratungsbedarf ist auf beiden Seiten gestiegen, also bei Käufern wie Verkäufern. Themen wie Energieeffizienz oder Sanierungszustand spielen eine größere Rolle und wollen eingeordnet sein. Genau hier liegt eine unserer Stärken als Netzwerk mit über 800 Immobilienmaklerinnen und -maklern in Deutschland und unserer Fachexpertise. Viele unserer Büros konnten ihre Marktanteile ausbauen, weil Kundinnen und Kunden gerade in anspruchsvolleren Zeiten besonders viel Wert auf professionelle Begleitung legen.

Wie beurteilen Sie die Marktlage?

Wir sehen starke regionale Unterschiede. In vielen Großstädten und wirtschaftlich starken Regionen ziehen die Preise wieder leicht an, während sich ländlichere Lagen unterschiedlicher entwickeln. Grundsätzlich bleibt die Nachfrage nach Wohnraum hoch, weil das Angebot vor allem im Neubau weiterhin deutlich hinter dem Bedarf zurückbleibt. Die geringe Zahl fertiggestellter, neuer Wohnungen wird uns noch auf Jahre begleiten. Die gleichzeitig steigenden Mieten wirken stabilisierend auf das Preisniveau, weil sich die Kaufpreisfaktoren eher rechnen. Spannend wird sicher die Zinsentwicklung sein. Wir gehen Stand heute von leicht sinkenden Zinsen aus.