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13. Februar 2026
Wir wollten es einfach, die Zukunft ist es nicht

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Wir wollten es einfach, die Zukunft ist es nicht

Wir wollten es einfach, die Zukunft ist es nicht

Warum wird die Debatte über die Generation Z so oft zur bequemen Schuldzuweisung? Andreas Wollermann stellt gängige Zuschreibungen infrage und richtet den Blick auf Führung, Organisationen und Strukturen, die das Verhalten junger Menschen prägen.

Ein Artikel von Andreas Wollermann, Head of Growth & Sales bei der bbg Betriebsberatungs GmbH

In den vergangenen Monaten konnte man unzählige Beiträge zur Gen Z lesen und hören – und im Anschluss wurde meistens wild diskutiert. Diese Generation Z, bald Generation Alpha. Zu fordernd, zu sensibel, zu wenig belastbar, zu wenig loyal. Die Liste der Zuschreibungen ist lang und sie ist bequem.

Bequem, weil sie entlastet. Bequem, weil sie erklärt, ohne Verantwortung zu übernehmen. Bequem, weil sie den Blick von uns selbst weglenkt. Denn die entscheidende Frage ist nicht, was mit der jungen Generation los ist. Die entscheidende Frage lautet: „Was sagt ihr Verhalten über unsere Führung, unsere Organisationen und unsere Systeme aus?“

Generationen sind ein Spiegel

Generationen sind keine Charaktereigenschaften. Sie sind das Ergebnis von Sozialisierung. Von Rahmenbedingungen, Erwartungen, Erfahrungen. Wer heute über junge Menschen spricht, ohne ihre Lebensrealität mitzudenken, betreibt keine Analyse, sondern Nostalgie.

Junge Menschen wachsen in einer Welt auf, in der Sicherheit relativ, Wandel konstant und Vergleich allgegenwärtig ist. Sie erleben Organisationen, die von Agilität sprechen, aber Kontrolle leben. Sie hören von Sinn, erleben aber oft Intransparenz. Sie sollen Verantwortung übernehmen, ohne echte Wirkung zu haben. Das ist kein Vorwurf. Aber es ist eine Erklärung.

Führung wird erklärungsbedürftig

Viele Führungskräfte spüren, dass sich etwas verschoben hat. Entscheidungen werden häufiger hinterfragt. Autorität wirkt nicht mehr automatisch. Kommunikation wird schneller entlarvt. Das wird oft als Respektverlust interpretiert. In Wahrheit ist es ein Autoritätswandel.

Autorität entsteht heute nicht mehr aus Position, sondern aus Begründung, Konsistenz und Haltung. Wer Entscheidungen erklärt, statt sie nur zu verkünden, verliert keine Macht, er gewinnt Vertrauen. Wer Konflikte aushält, statt sie zu glätten, schafft Bindung. Führung ist damit nicht einfacher geworden. Aber ehrlicher.

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Ein Artikel von
Andreas Wollermann