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1. Juni 2026
Immobilienfinanzierung: Mehr Nachfrage, höhere Ansprüche an Beratung

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Immobilienfinanzierung: Mehr Nachfrage, höhere Ansprüche an Beratung

Immobilienfinanzierung: Mehr Nachfrage, höhere Ansprüche an Beratung

Die Kreditnachfrage zieht wieder an. Doch der Markt kehrt nicht in die alte Normalität zurück. Finanzierungsberater und Immobilienmakler bewegen sich in einem deutlich selektiveren Umfeld. Anforderungen an Vorqualifizierung sowie Beratungsqualität steigen spürbar. Genau daraus ergeben sich neue Chancen für Finanzierungsberater.

Ein Gastbeitrag von Sascha Mermann, geschäftsführender Gesellschaft bei VON POLL FINANCE

Die Nachfrage nach Immobilienkrediten belebt sich wieder spürbar. Laut der Deutschen Bundesbank wurden im ersten Quartal 2026 Wohnungsbaukredite in Höhe von rund 61 Mrd. Euro neu vergeben – der höchste Wert seit der Zinswende 2022. Besonders dynamisch entwickelte sich der März mit rund 24 Mrd. Euro Neugeschäft.

Damit kommt wieder mehr Bewegung in den Baufinanzierungsmarkt. Von einer Rückkehr zum Umfeld der Boomjahre 2020 und 2021 kann allerdings keine Rede sein. Der Markt ist anspruchsvoller geworden – für Käufer, Banken, Makler und Finanzierungsberater gleichermaßen.

Steigende Finanzierungskosten, geopolitische Unsicherheiten und die Sorge vor weiter anziehenden Zinsen haben zuletzt vielerorts zu schnelleren Kaufentscheidungen geführt. Viele Interessenten wollten sich Finanzierungen frühzeitig sichern. Gleichzeitig stabilisiert sich der Immobilienmarkt zunehmend. Nach Angaben von VON POLL IMMOBILIEN Research lagen die Preise für Ein- und Zweifamilienhäusern im ersten Quartal 2026 um 2,8% über dem Vorjahresniveau. Bei Eigentumswohnungen fiel der Anstieg mit 3,3% sogar noch etwas stärker aus.

Auch auf den Mietmärkten bleibt die Situation angespannt. Die Neuvertragsmieten steigen weiter, insbesondere in Ballungsräumen. Für viele Haushalte wächst damit erneut der Druck, sich mit dem Thema Eigentum auseinanderzusetzen. Genau daraus entsteht neuer Beratungsbedarf.

Beratungsqualität wird zum entscheidenden Faktor

Während in der Niedrigzinsphase häufig Geschwindigkeit und Kondition im Vordergrund standen, rücken heute langfristige Tragfähigkeit, Eigenkapitalquote und Finanzierungssicherheit deutlich stärker in den Fokus. Käufer beschäftigen zunehmend Fragen nach der langfristigen Belastbarkeit ihrer Finanzierung, möglichen Modernisierungskosten oder den Auswirkungen künftiger Anschlussfinanzierungen.

Damit verändert sich auch die Rolle der Finanzierungsberatung. Kunden erwarten heute nicht allein einen Zinsvergleich, sondern eine realistische Einordnung ihrer finanziellen Möglichkeiten und Risiken. Gefragt sind belastbare Finanzierungskonzepte, transparente Szenarien und eine Beratung, die auch langfristige Entwicklungen berücksichtigt.

Hinzu kommt, dass Banken wieder genauer prüfen. Die BaFin hatte zuletzt darauf hingewiesen, dass bei rund 14% der neu vergebenen Wohnimmobilienkredite das Darlehensvolumen über dem Wert des finanzierten Objekts lag (AssCompact berichtete: Bafin warnt vor riskanten Baufinanzierungen). Die Finanzaufsicht sieht darin ein erhöhtes Risiko und mahnt zu vorsichtiger Kreditvergabe. Für Finanzierungsberater bedeutet das vor allem eines: Nicht jede rechnerisch mögliche Finanzierung ist automatisch auch wirtschaftlich sinnvoll.

Umso wichtiger werden eine realistische Haushaltsrechnung, ausreichende finanzielle Reserven sowie eine sorgfältige Bewertung von Objektqualität und Modernisierungskosten. Gerade in einem Markt, der wieder aktiver wird, gewinnt die Qualität der Beratung deutlich an Bedeutung.

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