AssCompact suche
Home
Immobilien
26. Juni 2026
Hitzestress wird zum Standort- und Gebäuderisiko

1 / 2

Hitzestress wird zum Standort- und Gebäuderisiko

Hitzestress wird zum Standort- und Gebäuderisiko

Hitzestress entwickelt sich zum strukturellen Standort- und Gebäuderisiko für die Immobilienwirtschaft. Laut einer Studie wirken sich zunehmende Hitzebelastungen auf Standortqualität, Nutzbarkeit und Anforderungen an Objekte aus – besonders im Südwesten Deutschlands.

Eine neue Studie von Wüest Partner wird Hitzestress zum relevanten Standortfaktor. So zeigt die deutschlandweite Analyse, dass steigende Hitzebelastungen die Standortqualität, Nutzbarkeit und die Anforderungen an Immobilien zunehmend beeinflussen. Dies gilt vor allem für verdichtete Räume im Südwesten Deutschlands.

„Klimatische Risiken sollten in Standort-, ESG- und Investitionsentscheidungen frühzeitig mitgedacht werden“, erklärt Sophie Nieder, Senior Economic Market Analyst bei Wüest Partner. „Für Investoren, Eigentümer und Kommunen wird es zunehmend entscheidend, die klimatische Qualität eines Standorts frühzeitig zu verstehen und dort, wo erforderlich, die richtigen Maßnahmen zu ergreifen.“

Südwesten besonders betroffen

Die Untersuchung offenbart deutliche regionale Unterschiede. So weisen verdichtete urbane Räume wie das Rhein-Ruhr-Gebiet, die Metropolregionen Berlin, Hamburg, München und Stuttgart sowie insbesondere im Rhein-Neckar- und Oberrheingebiet besonders hohe Belastungswerte auf. Dort führt laut Wüest Partner die Kombination aus hoher klimatischer Grundbelastung, dichter Bebauung und starker Versiegelung zu den bundesweit höchsten Hitzestresswerten.

Deutlich geringere Belastungen lassen sich hingegen in küstennahen Regionen, waldreiche Gebieten und Gemeinden mit ausgeprägten Grün- und Wasserflächen beobachten. Insbesondere die klimatisch ausgleichende Wirkung großer Wasserflächen sowie eine bessere Luftzirkulation sorgen hier für Entlastung.

Unterschiede zwischen einzelnen Quartieren

Die Studie zeigt zudem, dass Hitzestress nicht lediglich auf Ebene ganzer Städte begutachtet werden sollte. Bereits zwischen unmittelbar benachbarten Quartieren kann das Bild sehr unterschiedlich ausfallen. So veranschaulicht das Beispiel Hamburg, dass das Quartier Ottensen einen deutlich höheren Hitzestressindex aufweist als das benachbarte Othmarschen. Ausschlaggebend sind laut der Experten von Wüest Partner insbesondere Unterschiede bei Bebauungsdichte, Versiegelung, Grünanteilen und Freiraumstrukturen.

„Unsere Ergebnisse machen deutlich, dass die Mikrolage künftig noch stärker über die klimatische Qualität eines Standorts entscheidet. Grünflächen, Freiräume und Wasserlagen entwickeln sich zunehmend zu relevanten Faktoren für Immobilien und Quartiere“, erläutert Lucas Bensch, Senior Data Scientist bei Wüest Partner.

Auch beim Vergleich ganzer Städte zeigt sich die Relevanz klimatisch wirksamer Freiraum- und Wasserstrukturen. Während Hamburg einen durchschnittlichen Hitzestresswert von 0,44 hat, landet Ludwigshafen am Rhein als Teil des Oberrheingebiets bei einem Wert von 0,65 und liegt damit nahezu am oberen Ende der Skala. Die durchschnittlichen Gemeindewerte des bundesweiten Hitzestressindex reichen von 0,10 bis 0,66.

Seite 1 Hitzestress wird zum Standort- und Gebäuderisiko

Seite 2 Neue Herausforderungen für Investoren und Kommunen