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FONDSNET integriert neue KI-Assistentin in Plattform

Mit „Helga“ bindet FONDSNET eine neue KI-Funktion in ihre Beraterplattform evolution.cloud ein. Die Anwendung unterstützt angebundene Berater direkt innerhalb der Plattform bei Investment-, Dokumentations- und Versicherungsprozessen.

FONDSNET erweitert seine Plattform evolution.cloud um die KI-gestützte Assistentin Helga. Die neue Lösung steht angebundenen Beratern direkt innerhalb der bestehenden Plattform zur Verfügung und liefert Unterstützung bei täglichen Arbeitsprozessen – von der Depotanalyse über die Gesprächsdokumentation bis hin zur Verarbeitung von Formularen und Bestandsunterlagen. „Im Unterschied zu vielen am Markt verfügbaren KI-Anwendungen ist Helga vollständig auf evolution.cloud integriert und kein separates Zusatztool. Berater arbeiten dadurch direkt innerhalb ihrer gewohnten Systemumgebung und Prozesse“, erklärt Georg Kornmayer, Geschäftsführer von FONDSNET.

Helga verarbeitet Texte, Sprache, Dokumente und Bilder

Die KI verarbeitet ausschließlich die jeweils für eine Anfrage relevanten Informationen – Texte, Sprache, Dokumente und Bilder. Somit lassen sich unter anderem Gesprächsaufzeichnungen automatisch transkribieren, Beratungsdokumentationen erstellen, Depotauszüge analysieren oder Formulare automatisiert befüllen. Es besteht auch die Möglichkeit, Ausweisfotos zur Neukundenanlage sowie Unterlagen aus Bestandsübertragungen direkt zu verarbeiten.

Insbesondere im Investmentbereich können Berater durch den Einsatz von Helga umfangreiche Anwendungsmöglichkeiten nutzen. Dazu gehören unter anderem Funktionen rund um Depotanalyse, investmentnahe Beratung und Dokumentation. Gleichzeitig unterstützt die KI auch versicherungsnahe Anwendungen und verbindet beide Themenfelder innerhalb einer gemeinsamen Plattformumgebung.

Weiterentwicklung soll schrittweise stattfinden

Wie FONDSNET mitteilt, soll Helga konsequent entlang des Allfinanzansatzes des Unternehmens weiterentwickelt werden. Schrittweise sollen zusätzliche Geschäftsbereiche wie etwa im Finanzierungsumfeld tief in die KI-gestützten Abläufe integriert werden. Die Weiterentwicklung erfolgt auf Grundlage konkreter Nutzungsszenarien und des Feedbacks angebundener Berater. Geplant seien laut FONDSNET unter anderem zusätzliche Funktionen in den Bereichen Anlageberatung, Execution Only und Anlagevermittlung.

Helga steht angebundenen Einzelberatern von FONDSNET sowie sämtlichen Partnern der Reuss Private Gruppe in Deutschland ab sofort als kostenfreie Testversion innerhalb von evolution.cloud zur Verfügung – darunter auch den Beratern des Haftungsdachs BN & Partners. Als Ergänzung bietet FONDSNET Schulungsmaterialien, Video-Tutorials und Praxislektionen. tik)

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BVSV startet Rechner zum Check von Riester-Verträgen

Mit RiesterAPP.de bietet der BVSV Bundesverband der Sachverständigen für das Versicherungswesen einen Online-Prüfrechner für Vermittler, Finanzberater und Verbraucher. Das Tool ordnet bestehende Riester-Verträge ein und macht die ab 2027 geplante Förderung für die Altersvorsorge vergleichbar.

Die Reform der privaten Altersvorsorge bringt ab 2027 weitreichende Änderungen mit sich. Neben bestehenden Riester-Verträgen soll es neue Vorsorgeprodukte wie das Altersvorsorgedepot geben. Für Berater und ihre Kunden gilt es zu klären, wie bestehende Verträge zu bewerten sind und welche Möglichkeiten die neue Förderlandschaft bietet.

Vor diesem Hintergrund hat der BVSV Bundesverband der Sachverständigen für das Versicherungswesen e. V. die Plattform RiesterAPP.de initiiert. Der kostenlose Online-Rechner wendet sich an Versicherungsmakler, Finanzberater, Finanzdienstleister sowie an Verbraucher. Der Rechner unterstützt dabei, bestehende Riester-Verträge strukturiert einzuordnen und die geplanten Fördermöglichkeiten ab 2027 verständlich darzustellen.

Die Anwendung berücksichtigt unter anderem Faktoren wie Grundzulage, Kinderzulage, Berufseinsteigerbonus, Mindesteigenbeitrag, Förderquote, Garantien, Kostenstrukturen, Restlaufzeit und möglichen Beratungsbedarf. Die Ergebnisse werden über eine Ampellogik sowie verschiedene Bewertungskategorien dargestellt.

Vorbereitung für Beratungsgespräche

„Viele Menschen wissen aktuell nicht, was die Riester-Reform konkret für ihren bestehenden Vertrag bedeutet. Genau hier brauchen wir Transparenz, fachliche Orientierung und eine saubere Vorbereitung für Beratungsgespräche“, erklärt Andreas Schwarz, Bundesvorsitzender des BVSV e. V.

Die Plattform soll Vermittler und Berater bei der Auswertung bestehender Kundenbestände helfen und Beratungsbedarf aufzeigen. Zu den Funktionen zählen Fördervergleiche zwischen Altverträgen und der neuen Förderwelt ab 2027, Dokumentationshilfen, Kundenakten, Unterlagen-Uploads sowie Exportmöglichkeiten für Beratungsunterlagen. Zudem sind Funktionen wie Rollen- und Rechteverwaltung, Audit-Trails sowie Fachfreigaben für Sonderfälle geplant.

Die Anwendung liefere laut BVSV keine Empfehlung für eine Kündigung oder einen Produktwechsel. Für Verbraucher solle der Schnellcheck innerhalb weniger Minuten eine erste Einschätzung ermöglichen. Zugleich gebe es den Hinweis, dass Garantien, Vertragskosten, steuerliche Aspekte, Laufzeiten, Wohn-Riester-Regelungen und die persönliche Risikoneigung stets individuell zu prüfen seien.

„Die RiesterAPP ist kein Schnellschuss-Tool für Kündigung oder Produktwechsel, sondern ein strukturierter Prüf- und Vergleichsrechner. Sie zeigt, wo Handlungsbedarf besteht, welche Unterlagen benötigt werden und warum ein Fördervorteil allein niemals automatisch eine Wechselentscheidung rechtfertigt“, so Schwarz weiter.

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Digital Insurance Podcast: Das neue Nadelöhr der KI

Wie Low-Code, agentische Systeme und Wybe Coding die Schnittstelle zwischen Business und IT revolutionieren: Darüber unterhält sich Moderator Jonas Piela In der neuen Episode des Digital Insurance Podcast mit Sascha Ehrenforth, Abteilungsdirektor Digitalisierung Operationsprozesse bei der R+V.

Der Hype um künstliche Intelligenz in der Versicherungsbranche hält unvermindert an. Doch viele Unternehmen verfangen sich in Diskussionen über die besten Tools, anstatt das eigentliche Nadelöhr in den Blick zu nehmen: die eigene Organisation und IT-Architektur. In der neuesten Ausgabe des Digital Insurance Podcast diskutiert Moderator Jonas Piela genau diese Herausforderung mit Sascha Ehrenforth, Abteilungsdirektor Digitalisierung Operationsprozesse bei der R+V Versicherung. Unter dem Titel „Architektur statt Alchemie“ beleuchtet die Episode, warum eine erfolgreiche KI-Transformation weit mehr erfordert als die bloße Einführung neuer Softwarelizenzen.

Evolution der Transformation: Von Steckdosen und Infrastrukturen

Ehrenforth zieht einen historischen Vergleich, um die aktuelle Situation der Versicherer zu veranschaulichen. Er erinnert an die Anfänge der Elektrifizierung, als Unternehmen eigene Kraftwerke bauten, weil eine flächendeckende Stromversorgung fehlte – eine Rolle, die damals dem sogenannten „Chief Electricity Officer“ zukam. Heute lasse sich diese historische Phase mit den Aufgaben eines Digitalisierungs- oder KI-Chefs vergleichen. Eine entscheidende Erkenntnis aus der Vergangenheit sei, dass tiefgreifende technologische Veränderungen immer eine entsprechende Infrastruktur voraussetzen. Im Kontext der heutigen KI-Revolution bedeute dies, dass nicht das einzelne Modell im Vordergrund stehen dürfe, sondern die Frage, wie flexibel und stabil die dahinterliegende IT-Architektur aufgestellt ist.

Das neue Nadelöhr: Governance und Betrieb schlagen die Code-Erstellung

Ein zentraler Punkt des Gesprächs ist die Verschiebung der klassischen Engpässe in IT-Projekten. Bisher galt das Schreiben von Softwarecode als das primäre Nadelöhr. Durch den rasanten Fortschritt generativer KI-Systeme und Ansätze wie Wibe-Coding, agentische Systeme sowie Low-Code- und No-Code-Plattformen verliert dieser Arbeitsschritt jedoch massiv an Zeit und Komplexität. Fachbereiche sind plötzlich in der Lage, Prototypen in einem Bruchteil der früher benötigten Zeit selbst zu erstellen. Das neue Bottleneck verlagert sich laut Ehrenforth dadurch unweigerlich nachgelagert in die Bereiche Governance, IT-Sicherheit, Datenschutz und Systemintegration. Die eigentliche Herausforderung für Versicherer bestehe nun darin, diese rasant erstellten Funktionsbausteine sicher, rechtskonform und effizient in die komplexen Kernsysteme der Unternehmen zu überführen.

Kollaboration der Zukunft: Mensch und Maschine im harmonischen Zusammenspiel

Für die Zukunft der Arbeit in den Versicherungsunternehmen prognostiziert Ehrenforth eine neue Form der Zusammenarbeit zwischen Mensch und Maschine. Die Rolle des Mitarbeiters wandle sich zunehmend vom reinen Ausführer hin zu einer koordinierenden und überwachenden Instanz. In funktionierenden Szenarien agiert der Mensch als Orchestrator, der KI-Agenten anleitet, korrigiert und bei Unklarheiten als Kontrollinstanz eingreift. Um diese neue Arbeitswelt erfolgreich zu gestalten, müssten Versicherer gezielt das digitale Bewusstsein und die grundlegenden IT-Kompetenzen ihrer Belegschaft stärken. Nur wenn die Organisation lernt, sich flexibel an die immense Geschwindigkeit der KI-Entwicklung anzupassen, lässt sich das Potenzial der Technologie voll ausschöpfen.

Hier geht es zur aktuellen Folge:
Über den Podcast

Jonas Piela berät die Versicherungswirtschaft hinsichtlich der digitalen Transformation in seiner Rolle als Managing Director bei Piela & Co. Digital Consultants. Außerdem betreibt er den Digital Insurance Podcast, für den er mit Managern aus der Branche über die Herausforderungen der Digitalisierung spricht. Zu finden ist der Podcast unter anderem bei Google, Apple und Spotify sowie unter insurancemedia.de/podcast.

Weitere Podcasts
 

Afori integriert Bedingungsdatenbank von Versnavi

Über eine exklusive Partnerschaft bindet die KI-Plattform für Versicherungsmakler Afori die Bedingungsdatenbank der Vergleichssoftware Versnavi in ihr System ein. Damit stehen Maklern rund 20.000 Bedingungswerke zum Vergleich zur Verfügung.

Die KI-Plattform für Versicherungsmakler Afori und die Vergleichssoftware für Versicherungsbedingungen Versnavi starten eine exklusive Partnerschaft. Im Zuge dessen integriert Afori die Bedingungsdatenbank von Versnavi mit rund 20.000 Bedingungswerken nativ in die eigene Plattform.

Bei Versnavi handelt es sich um ein Angebot der VERS Versicherungsberater-Gesellschaft mbH aus Oldenburg, einem Spezialisten für den neutralen Vergleich von Versicherungsbedingungen. Seit dem Jahr 2000 baut das Unternehmen eine Datenbank auf, die die Bedingungen zahlreicher Versicherer anhand von rund 30 Merkmalen vergleichbar macht. Dabei sind auch ältere Tarife erfasst, sodass sich Leistungsänderungen über die Jahre nachvollziehen lassen. Der Datenbestand wird laufend gepflegt und aktualisiert.

KI-Agent beantwortet Fragen zu Tarifen und Deckungen

Mit der Einbindung sind diese Bedingungswerke fester Bestandteil der KI-Plattform von Afori. Die KI wertet sie für jeden Kundenfall direkt im E-Mail-Postfach aus. Ein erstes Beispiel ist ein spezialisierter KI-Agent, der Fragen zu Tarifen und Deckungen beantwortet. Bei eine Schadenmeldung prüft der Agent automatisch, ob der Schaden gedeckt ist und verweist dabei auf die einschlägige Stelle im Bedingungswerk. Über die rund 20.000 Bedingungswerke hinaus stehen Afori somit eigenen Angaben zufolge über 23 Millionen einzelne Datenpunkte zur Verfügung, an denen ein Machine-Learning-Team weitere Funktionen entwickelt. Der Datenbestand wird weiterhin von Versnavi gepflegt und aktualisiert.

„Wir pflegen unsere Bedingungsdatenbank seit über zwei Jahrzehnten mit dem Anspruch, Leistungen neutral und nachvollziehbar vergleichbar zu machen. Dass diese Arbeit nun in einer KI-Plattform ankommt und Maklern direkt im Arbeitsalltag zur Verfügung steht, ist für uns ein konsequenter nächster Schritt“, erklärt Hans-Hermann Lüschen, Geschäftsführer und Gesellschafter von Versnavi.

„Eine verlässliche und neutrale Datengrundlage entsteht nicht über Nacht, sie wächst über Jahre. Mit Versnavi haben wir einen Partner, der genau diese Qualität über viele Jahre aufgebaut hat. Darauf setzen wir mit unserer KI auf, statt das Rad neu zu erfinden“, sagt Fabian Wesemann, Gründer und CEO von Afori. (tik)

Weitere News rund um neue Services und digitale Lösungen lesen Sie auch in der Rubrik „Management & Vertrieb“.
 

Prävention oder Versicherung: Die richtige Mischung bei Cyberrisiken

Kommt es zu einem Cybervorfall, werden plötzlich Budgets freigegeben und Versicherungsfragen werden dringend. Genau das ist das Problem: Denn wer erst nach dem Schaden anfängt zu handeln, hat den wichtigsten Moment bereits verpasst.

Ein Artikel von Peter Pillath, Director Cyber bei Howden Deutschland und hendricks GmbH

Unternehmen stehen heute vor erheblichen Cyberrisiken. Digitalisierung und Industrie 4.0 bedeuten, dass Produktionsanlagen zunehmend mit IT-Netzen und dem Internet verbunden sind. Die Angriffsfläche vergrößert sich: Alte Maschinensteuerungen, die nicht für ständige Vernetzung entwickelt wurden, treffen auf hochautomatisierte, digitale Prozesse. Produktionsabläufe sind auf digitale Systeme angewiesen und in Lieferketten eng vernetzt. Ein erfolgreicher Cyberangriff kann schnell Fertigungsstraßen lahmlegen und zu Betriebsunterbrechungen führen, mit potenziell hoher finanzieller und reputativer Belastung.

Ransomware-Angriffe gelten derzeit als größte Gefahr: Sie verschlüsseln Daten und blockieren Systeme – Lösegeldforderungen in Millionenhöhe und wochenlange Produktionsstopps sind realistische Worst-Case-Szenarien. Auch Angriffe in der Lieferkette, z. B. bei einem wichtigen Zulieferer, können verheerend sein. Die regulatorischen Anforderungen steigen ebenfalls: So weitet die NIS2-Richtlinie die Pflichten rund um Cybersicherheit auch auf viele mittelständische Betriebe aus. Die Ausgangssituation ist geprägt von neuen Bedrohungen und einem wachsenden Handlungsdruck.

Prävention ist die Grundlage der Handlungsfähigkeit

Mit vorbeugenden Sicherheitsmaßnahmen und einer ganzheitlichen Cybersicherheitsstrategie gilt es, potenzielle Schäden zu mindern. Dazu gehören Governance und Organisation (z. B. Verankerung der Informationssicherheit in der Geschäftsführung) sowie technische und organisatorische Schutzmaßnahmen (z. B. Firewalls, Netzsegmentierung zwischen IT und OT, Multifaktor-Authentifizierung).

Speziell im Produktionsumfeld sind OT-Security-Maßnahmen unverzichtbar: Maschinensteuerungskonzepte, physische Schutzmaßnahmen und Netzwerksegmentierung müssen sicher in die IT-Landschaft integriert werden, um Fehlbedienungen, Sabotage und die Nutzung als Einfallstor zu verhindern. Außerdem ist ein Incident-Response-Management nötig: Ein definierter Notfallplan, eingeübte Reaktionsprozesse und regelmäßige Notfallübungen helfen, im Krisenfall schnell zu handeln. Backups und ein Business Continuity Management sorgen dafür, dass bei eingetretenen Schäden die Datenwiederherstellung und Weiterführung des Betriebs schneller gelingen.

Der Vorteil all dieser Maßnahmen: Sie senken signifikant die Eintrittswahrscheinlichkeit und das Schadenausmaß. Ein weiterer Nutzen guter Prävention ist mehr Kontrolle über die Risiken: Man baut gezielt Resilienz auf und reduziert Abhängigkeiten, was langfristig kosteneffizienter ist, als die Schäden nach einem Angriff zu tragen. Allerdings gibt es auch Grenzen der Prävention. Kein Schutz ist absolut – moderne Angriffe und menschliche Fehler können trotz Hightech-Sicherheit zum Schaden führen. Zudem fordert eine wirksame Sicherheitsorganisation kontinuierliche Investitionen und spezialisiertes Know-how, mitunter eine Herausforderung für knappe Ressourcen im Mittelstand.

Cyberversicherung gibt Struktur und mindert finanzielle Folgen

Die Cyberversicherung als Risikotransfer hilft, die finanziellen Folgen eines Cyberangriffs zu mildern. Sie übernimmt Kosten für IT-Forensik, Datenwiederherstellung, Betriebsunterbrechungen, Lösegeldzahlungen, rechtliche Beratung sowie PR- und Krisenmanagement. In der akuten Krise können Versicherer zudem Expert*innen vermitteln, die bei der Bewältigung des Incidents unterstützen. Auch kann der Abschluss einer Versicherung bereits im Vorfeld als „Realitätstest“ dienen: Versicherer verlangen oft Mindeststandards der IT-Sicherheit, sodass die Vorbereitung auf den Versicherungsabschluss indirekt die Sicherheitsreife erhöht.

Gleichwohl ist der finanzielle Schutz nur bedingt Ersatz für den Aufwand, entgangene Geschäftschancen und Reputationsverluste. Prämienkosten sind ein weiterer Faktor: Je höher das Risiko, desto höhere Versicherungsprämien werden fällig, und manche Versicherer lehnen Unternehmen mit unzureichender Sicherheit sogar ab.

Die Kunst liegt in der richtigen Balance

Unternehmen müssen einen balancierten Ansatz finden, der Prävention und Versicherung sinnvoll vereint. Eine neutrale Entscheidungsfindung beginnt mit systematischem Risikomanagement: Identifikation relevanter Szenarien – von Ransomware-Angriffen über Lieferkettenrisiken bis hin zu Haftungsrisiken aus Regulierung (z. B. NIS2). Jedes Risiko wird hinsichtlich Eintrittswahrscheinlichkeit und Auswirkung analysiert. Das entstandene Risikoprofil verdeutlicht, welche Szenarien besonders kritisch sind. Anschließend definieren Unternehmen ihren Risikoappetit. Diese Überlegungen bilden die Grundlage für Prioritätensetzungen: Welche Risiken müssen dringend reduziert werden, weil sie das Unternehmen inakzeptabel bedrohen?

Darauf aufbauend lässt sich eine Strategie entwickeln, die präventive Investitionen mit gezieltem Risikotransfer kombiniert. Best Practice ist, sowohl technische und organisatorische Schutzmaßnahmen als auch eine passende Versicherungslösung als integrale Bausteine zu sehen. Die Kunst besteht darin, mit Sicherheitsmaßnahmen den Großteil der Risiken abzudecken und zugleich das unvermeidbare Restrisiko durch Versicherung abzupuffern.

Unternehmen sollten hier eine Wirtschaftlichkeitsbetrachtung an- stellen: Prävention kostet Geld – Kosten fallen etwa für Personal, Infrastruktur und Prozesse an –, doch ein ernsthafter Cybervorfall kann um ein Vielfaches mehr Schaden anrichten und teurer sein. Eine Versicherungspolice wiederum erfordert jährliche Prämien – diese sind aber geringer als der finanzielle Gau und ermöglichen zudem Planungssicherheit. Wichtig ist, dass beide Ansätze aufeinander abgestimmt werden: Präventive Maßnahmen verbessern nicht nur den Schutz, sondern oft auch die Versicherungsfähigkeit und vergünstigen die Prämien. Umgekehrt sollten Versicherungsbedingungen (z. B. geforderte Mindeststandards) als Leitplanken für weitere Verbesserungen genutzt werden.

Wer Risikoanalyse, IT-Security-Roadmap, Implementierung und Versicherungsschutz als zusammenhängende Aufgabe und präventiven Prozess versteht, ist klar im Vorteil. Unternehmen, die dabei auf einen erfahrenen Partner vertrauen, der sie in jeder Phase begleitet, sind langfristig besser aufgestellt.

Lesen Sie auch: KI und IT-Sicherheit in der Assekuranz

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Ein Artikel von
Peter Pillath

M&M erweitert Fördervergleich um Riester-Bestandsanalyse

MORGEN & MORGEN hat den Fördervergleich um eine automatisierte Riester-Bestandsanalyse für Versicherer und Vermittler ausgebaut. So lassen sich größere Riester-Bestände systematisch auswerten und individuelle Wechselzeitpunkte in die neue Förderung des geplanten Altersvorsorgedepots ermitteln.

Der M&M Fördervergleich aus dem Hause MORGEN & MORGEN ermöglicht Versicherern und Vertriebsunternehmen nun eine automatisierte Riester-Bestandsanalyse. Auf Grundlage der bestehenden Rechenlogik können größere Riester-Bestände systematisch ausgewertet und individuelle Wechselzeitpunkte in die neue Förderwelt identifiziert werden.

Im Kern steht die Berechnung individueller Break-even-Zeitpunkte. Diese zeigen auf, ab wann die neue Förderung des geplanten Altersvorsorgedepots die bisherige Riester-Förderung übersteigt und sich ein Wechsel wirtschaftlich lohnen kann. Für die Auswertung sind laut MORGEN & MORGEN von Versicherern und Vermitttlern lediglich ausgewählte Bestandsdaten notwendig, die über die Rechenlogik und API des M&M Fördervergleichsrechners verarbeitet werden.

„Die entscheidende Frage, die schon heute zählt, ist nicht nur, ob ein Wechsel sinnvoll ist, sondern vielmehr wann“, erklärt Benjamin Brummer, stellvertretender Bereichsleiter Mathematik bei MORGEN & MORGEN. „Mit der automatisierten Riester-Bestandsanalyse können Vermittler und Versicherer ihre Kunden frühzeitig identifizieren, gezielt begleiten und auf die individuell beste Förderoption vorbereiten.“

Christian Jaffke, Geschäftsführer von MORGEN & MORGEN, empfiehlt Versicherern und Vermittlern, die so ermittelten Daten aktiv für Vertriebskampagnen zu nutzen, um Kunden von Fehlentscheidungen im Zusammenhang mit künftigen Wechseloptionen abzuhalten. (tik)

Weitere Meldungen zu neuen Tools und Services lesen Sie auch in der Rubrik „Management & Vertrieb“.
 

Alte Leipziger setzt auf digitale Risikoprüfung in der BU

Mit e-Risiko stellt die Alte Leipziger eine digitale Lösung in der Berufsunfähigkeitsversicherung zur Verfügung, die bereits in der Beratung eine schnelle Einschätzung von Risiken ermöglichen soll. Die digitale Risikoprüfung unterstützt bei der Bewertung von gesundheitlichen Fragestellungen.

Die Alte Leipziger setzt in der Berufsunfähigkeitsversicherung auf eine digitale Risikoprüfung. Vermittler und Kunden sollen bereits im Beratungsgespräch eine schnelle und fundierte Einschätzung von Risiken erhalten. Die digitale Lösung unterstützt dabei, gesundheitliche Fragestellungen zu bewerten. Somit soll der Weg zu einer zügigen Antragsentscheidung verkürzt werden. Rückfragen sollen sich dadurch verringern und die Transparenz für alle Beteiligten soll sich erhöhen.

Die digitale Risikoprüfung berücksichtigt dabei unter anderem medizinische sowie auslandsbezogene Risiken. Außerdem gibt es einen Katalog mit mehr als 7.500 Erkrankungen sowie Berufs- und Freizeitrisiken.

„Unsere Kunden und Vertriebspartner erwarten heute schnelle, digitale und verlässliche Prozesse. Mit e-Risiko schaffen wir bereits im Beratungsgespräch Klarheit über wesentliche Risikofragen und ermöglichen dadurch eine deutlich effizientere Antragsstrecke. Das verbessert das Kundenerlebnis und unterstützt unsere Vertriebspartner bei einer hochwertigen Beratung“, erklärt Dr. Jürgen Bierbaum, Vorstand der Alte Leipziger Lebensversicherung a.G. (tik)

Weitere News rund um neue Services, Tools und Dienstleistungen finden Sie in unserer Rubrik „Management & Vertrieb“.
 

Konsolidierung: Integration neuer Daten als Herausforderung

In Sachen Konsolidierung war in den letzten Jahren eine Dynamik zu spüren, die die Versicherungswirtschaft mit teils großen Übernahmen neu geordnet hat. Doch nach großen Deals folgt die Arbeit, um nachhaltige Schätze zu heben und Synergien zu schaffen: die Integration der neu gewonnenen Makler.

Ein Artikel von Lea Böddecker, mb Support GmbH

Mit wachsenden Mitarbeiter- und Umsatzzahlen steigt auch die Komplexität. Eine zentrale Frage rückt daher zunehmend in den Fokus: Wie gelingt eine reibungslose Fusion, die die Arbeitseffizienz von Maklerhäusern steigert und Risiken minimiert? Oliver Doerfner von der GGW GmbH berichtet in diesem Zusammenhang von Herausforderungen aus der Praxis bei der Zusammenführung von Mandanten. Die Schaffung eines gemeinsamen Mandanten bildet laut Oliver Doerfner eine zentrale Grundlage, um künftig noch enger und erfolgreicher zusammenzuarbeiten und als Organisation weiter zusammenzuwachsen. Was Unternehmen dabei entscheidend unterstützt, wird häufig unterschätzt: eine leistungsfähige und verlässliche Software. 

Fokus statt Fragmentierung

Ein Trend, der sich im Rahmen der Konsolidierungen deutlich abzeichnet, ist die steigende Zahl von Migrationen. Konsolidierer stehen vor der Herausforderung, immense Datenbestände aus unterschied­lichsten Unternehmen in eine einheitliche Struktur zu bringen. Dafür braucht es stabile und skalierbare IT-Systeme, die nicht nur verwalten, sondern auch die Datenqualität unterstützen sowie mit dem Bestand wachsen und sich anpassen können. Softwarelösungen für die Versicherungsbranche müssen mittlerweile mehr sein als nur reine Maklerverwaltungsprogramme. Sie müssen zu Integrationsmaschinen werden.

Wer Konsolidierung ernst meint, braucht ein homogenes System und nicht mehrere unterschiedliche Datenwelten. Mit standardisierten Prozessen, effizientem Arbeiten und echten Cross-Selling-Potenzialen entstehen Synergien und nachhaltige Schätze. Entscheidend ist dabei ein Partner, der Migration strukturiert begleitet und dort entlastet, wo Ressourcen knapp werden.

Flexibilität und Stabilität mit All-in-one-Lösungen

Am Markt wird eine Entwicklung sichtbar: Die großen Konsolidierer in Deutschland setzen auf All-in-one-Lösungen, wie sie auch die mb Support GmbH anbietet. Die Beweggründe sind klar ersichtlich: Derartige flexible, aber stabile Softwarelösungen schaffen für Makler, Vermittler, Assekuradeure oder Versicherer die Grundlage, um Kernprozesse zu vereinheitlichen. Jeder beteiligte Akteur greift dabei auf denselben Datensatz zu. Es gibt zum Beispiel nur einen BiPRO-Dateneingang, eine Schnittstelle zu Vergleichsportalen, eine IT-Infrastruktur, eine Schnittstelle zur Finanzbuchhaltung – falls diese nicht schon direkt in der genutzten Software integriert ist, usw. Dies schafft eine verbesserte Datenqualität, reduziert Fehlerquellen und optimiert die Effizienz im Arbeitsalltag. Statt Einzellösungen erfährt ein anderer Ansatz hier mehr Gewichtung: Fokus statt Fragmentierung.

Die Antwort auf wachsende Datenkomplexität

Besonders bei Migrationen gilt es bei der Auswahl von IT-Systemen auf folgende Aspekte zu achten:

  • Skalierbarkeit: Konsolidierer wachsen stetig und schnell. Eine Software muss diesem Wachstum nicht nur standhalten, sondern die Entwicklung auch begleiten können. Skalierbarkeit wird der entscheidende Erfolgsfaktor, wenn neue Bestände und Prozesse reibungslos integriert werden müssen.
  • Datenbestand: Gerade für den erfolgreichen Einsatz von künstlicher Intelligenz ist eine hochwertige Datenbasis unverzichtbar. Bei Fusionen treffen meist unterschiedliche Datenqualitäten und -logiken aufeinander. Eine leistungsstarke Software sorgt dafür, dass Daten erfasst, homogenisiert und in Echtzeit verfügbar gemacht werden. Nur so lassen sich Risiken minimieren und Chancen nutzen.
  • Konzentration und Harmonisierung des Portfolios: Migrationen bieten zudem die Chance, gewachsene Bestände zu harmonisieren und das eigene Portfolio gezielt auf wenige strategische Partner auszurichten. Durch die Gründung eigener Assekuradeure sowie eine strukturierte Portfolio-Umdeckung können außerdem zusätzliche Wertschöpfungen gewonnen werden.

Eine flexible, mehrmandantenfähige Software für Makler, Assekuradeure und gegebenenfalls auch Versichererportfolios, die mitwachsen kann, ermöglicht dabei effizientere Prozesse, höhere Steuerbarkeit und ein zukunftsfähiges Geschäftsmodell.

Wachstum braucht eine gemeinsame Datenbasis

Wer erfolgreich konsolidieren möchte, braucht mehr als nur Kapital und Akquisitionsstärke. Sonst wird eine Fusion schnell zur Herausforderung mit Hindernissen. Entscheidend ist, diverse Strukturen schnell und sinnvoll zusammenzuführen, um einen qualitativ hochwertigen Datenbestand zu schaffen und um Komplexität zu reduzieren.

Genau hier ist eine moderne Software der Schlüssel dazu und kann über den langfristigen Erfolg einer Konsolidierung entscheiden. Denn je mehr unterschiedliche Maklerverwaltungsprogramme und Insellösungen parallel betrieben werden, desto höher gestalten sich die laufenden Kosten und der interne Zeitaufwand, angefangen bei mehrfachen Software-Schulungen über individuelle Datensicherheitskonzepte bis hin zu doppelten Schnittstellenkosten und redundanten Prozessen. Ein Nährboden für Fehleranfälligkeit im Tagesgeschäft.

Eine verlässliche All-in-one-Softwarelösung schafft dagegen die Voraussetzung für konsistente Daten, automatisierte Abläufe und effiziente Zusammenarbeit. Statt Makler in heterogenen Systemlandschaften zu verlieren, kann man Zeit und Kosten einsparen, um mit integrierten Maklerhäusern die nächste Stufe der Unternehmensentwicklung zu erreichen.

Die Phase nach der Konsolidierungswelle ist damit entscheidend: Es geht weniger darum, ob es weitere Übernahmen geben wird, sondern um das „Wie“. Durch eine reibungslose Integration wird sich entscheiden, ob ein Konsolidierer seine Marktpräsenz nicht nur halten, sondern auch stärken kann. Eine skalierbare Software wird dafür den Grundstein für nachhaltiges Wachstum bilden.

Über die Autorin

Lea Böddecker gestaltet als Unternehmensnachfolgerin des bisherigen Geschäftsführers die Weiterentwicklung der mb Support GmbH. Mit ihrer Spezialisierung auf Insurance & Risk Management unterstützt sie die strategische Unternehmensausrichtung sowie die Bereiche Projektmanagement und Kundenbetreuung.

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Ein Artikel von
Lea Böddecker

Was unterscheidet eine wirksame Lead-Strategie von Aktionismus?

Die systematische Generierung von Leads ist für Makler ein an Bedeutung gewinnender Erfolgsfaktor. Doch was unterscheidet eine funktionierende Lead-Strategie von reinem Aktionismus? Und wie gelingt es, Interessenten tatsächlich in Kunden zu verwandeln?

Ein Artikel von Clemense Schnopp, Aufsichtsratsvorsitzender bei der iwv Versicherungsservice AG

Versicherungen werden heute anders gekauft als noch vor zehn Jahren. Kunden recherchieren, vergleichen und entscheiden häufig sogar, bevor ein Vermittler überhaupt beteiligt ist. Wer in diesem Umfeld planbar Neugeschäft aufbauen will, braucht mehr als gute Produkte. Eine strukturierte Lead-Strategie entscheidet zwischen Erfolg und Misserfolg. Sie trennt Anbieter, die zufällig Kontakte gewinnen, von solchen, die sie systematisch entwickeln.

Die Basis einer erfolgreichen Lead-Strategie

Eine Lead-Strategie beschreibt den systematischen Prozess von der Identifikation eines Interessenten bis hin zur Kundenbeziehung. Sie verzahnt Marketing, Vertrieb und Beratung. Sie ersetzt Einzelaktionen durch wiederholbare Mechaniken. Viele Marktteilnehmer beginnen beim Produkt, Tool oder beim Kanal. Das ist der falsche Einstieg. Am Anfang steht das Verständnis des Kunden. Wer soll wie erreicht werden und vor allem, warum? Welche Bedürfnisse stehen im Fokus? Erst wenn diese Antworten sitzen, lassen sich Maßnahmen sinnvoll wählen. Lead-Generierung gehört damit nicht ins Marketing allein. Sie ist Teil des Vertriebssystems.

Zielgruppen entlang konkreter Bedarfsanlässe definieren

Alter, Einkommen, Familienstand? Klassische Zielgruppenmerkmale reichen heute nicht mehr aus. Entscheidend sind individuelle Bedürfnisse wie Familiengründung, Immobilienkauf oder Jobwechsel. Unsere Erfahrungswerte zeigen eine klare Tendenz. Die Abschlusswahrscheinlichkeit hängt weniger von soziodemografischen Merkmalen ab als vom Trigger, der den Kontakt ausgelöst hat. Ein Kunde, der beispielsweise nach einem Umzug eine Hausratversicherung sucht, entscheidet schneller als jemand, der sich ohne konkreten Anlass informiert oder auf gesponserte Werbeanzeigen geklickt hat. Diese Logik gilt über alle Sparten hinweg. Sie ist die Basis jeder belastbaren Zielgruppenbeschreibung.

Kanäle nach Wirkung und Effizienz auswählen

Digitale Kanäle dominieren die Customer Journey. Sie wirken jedoch selten isoliert. Suchmaschinen erreichen Kunden im Moment der Recherche und bieten damit hohe Intentionalität. Vergleichsportale bündeln dagegen abschlussorientierte Anfragen und verkürzen die Kontaktanbahnung. LinkedIn eignet sich für B2B-Zielgruppen, XING bleibt im DACH-Versicherungsumfeld eher punktuell relevant. Webinare und Fachformate sprechen Interessenten an, die tiefer einsteigen wollen, und erlauben über das Teilnehmerverhalten eine erste Qualifizierung. Jeder Kanal hat eine eigene Ökonomie. Und jeder Kanal liefert Leads mit eigenem Profil. Eine Anfrage aus einem Vergleichsportal trägt oft eine höhere Entscheidungsreife als ein Kontakt aus einer Social-Media-Kampagne. Umgekehrt liefern Portale seltener Leads in Nischenprodukten.

Drei Kennzahlen entscheiden über die Auswahl: Reichweite in der Zielgruppe. Qualität der Kontakte. Kosten pro qualifiziertem Lead. Ohne sauberes Reporting bleibt jede Kanalentscheidung reine Intuition. Ebenso wichtig ist die Konsistenz über Kanäle hinweg. Kunden wechseln innerhalb eines Entscheidungsprozesses zwischen Portal, Website, Telefon und persönlichem Termin. Brüche in Botschaft, Datenlage oder Verbindlichkeit kosten Abschlüsse.

Conversion: Vier Hebel entscheiden

Die Conversion-Rate bestimmt, wie viel Wert aus gewonnenen Kontakten entsteht. Vier Hebel wirken besonders stark.

  • Erstens die Reaktionsgeschwindigkeit. Vertriebsstudien zeigen seit Jahren denselben Effekt. Die viel zitierte Lead-Response-Studie von Oldroyd, veröffentlicht über Harvard Business Review, weist die Abschlusswahrscheinlichkeit bei Reaktion innerhalb von fünf Minuten etwa 21-mal höher aus als bei Reaktion nach 30 Minuten. Oder anderes ausgedrückt: Wenn das Team 30 Minuten wartet, ist die Chance, den Lead überhaupt „qualifiziert“ zu bekommen – also ein echtes Gespräch über Bedarf und Budget zu führen –, um 2.100% gesunken. Die genauen Werte variieren je nach Branche und Kanal. In der Praxis scheitern viele Vermittler bereits an dieser Grundregel. Die Ursache liegt selten im Willen, sondern in fehlenden Prozessen.
  • Zweitens die Qualifizierung. Nicht jeder Kontakt ist abschlussreif. Eine saubere Trennung zwischen grundsätzlich Interessierten und konkret Entscheidungsbereiten verhindert, dass Beraterkapazität auf unpassende Anfragen verpufft. Hierfür bedarf es einer Beraterqualifizierung. Klare Kriterien und ein belastbares Lead Scoring sind dabei die Werkzeuge der Wahl.
  • Drittens die Relevanz der Ansprache. Wer den Anlass kennt, der den Kontakt ausgelöst hat, kann Angebot und Gesprächsführung darauf ausrichten. Kunden nehmen diese Passung als Entlastung wahr. Das verkürzt Entscheidungswege und hebt die Abschlussquote messbar.
  • Viertens gilt die 10-Sekunden-Regel. Ob ein Makler am Telefon erfolgreich ist, entscheidet sich in den ersten zehn Sekunden. Diejenigen, denen es nicht gelingt, Kunden in dieser ersten kurzen Zeitspanne zu begeistern, mit Vertrauen, Sympathie und Kompetenz, haben kaum eine Chance auf Abschluss.
Personalisierung als Qualitätsmerkmal

Personalisierung setzt genau an dieser Passung an. Sie beginnt nicht beim Vornamen in der Betreffzeile. Sie beginnt bei der inhaltlichen Übereinstimmung zwischen Anlass, Angebot und vor allem der Ansprache. Moderne CRM-Systeme unterstützen das durch Lead Scoring, bedarfsorientierte Nurturing-Strecken und automatisierte Reaktivierung nach Inaktivität. Entscheidend ist die Dosierung. Zu hohe Frequenzen, zu lange Strecken oder zu generische Inhalte kippen Wirkung in Irritation. Personalisierung wird so zum Qualitätsmerkmal der Beratung.

Nächste Stufe heißt Entscheidungsintelligenz

Eine wirksame Lead-Strategie ist Systemarbeit. Sie entsteht aus dem Zusammenspiel von Zielgruppenarbeit, Kanalökonomie, Qualifizierung und Relevanz. KI-gestützte Assistenzsysteme werden zunehmend Vorqualifizierung, Priorisierung und erste Dialogschritte übernehmen. Vertrauensbildende Maßnahmen gewinnen immer mehr an Bedeutung. Für Vermittler verschiebt sich daher die Kernfrage. Sie lautet nicht mehr, wie einzelne Kontakte zu gewinnen sind. Sie lautet, wie ein System zu steuern ist, das selbst über Relevanz und Dringlichkeit entscheidet. Wer die Grundlagen jetzt solide legt, ist auf diese Verschiebung vorbereitet. Wer sie vertagt, verliert Zeit, die später schwer aufzuholen sein wird.

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Ein Artikel von
Clemense Schnopp

Digital Insurance Podcast: Revolution des Input-Managements

In der neuen Folge des Digital Insurance Podcast ist Dr. Josef Adersberger, CEO des IT-Projekthauses QAware, zu Gast bei Moderator Jonas Piela. Adersberger und Piela sprechen darüber, warum viele KI-Projekte im sogenannten Proof-of-Concept-Stau stecken bleiben und welche Rolle Input-Management spielt.

Künstliche Intelligenz ist endgültig in der Versicherungsbranche angekommen, doch die anfängliche Euphorie weicht zunehmend einer realistischen Bestandsaufnahme. Während sogenannte Copiloten und einfache Chatbots bereits flächendeckend ausgerollt wurden, stehen viele Unternehmen nun vor der eigentlichen Reifeprüfung: dem Übergang zu einem KI-nativen Geschäftsmodell. In einer neuen Folge des Digital Insurance Podcast beleuchtet Moderator Jonas Piela gemeinsam mit Dr. Josef Adersberger, CEO des IT-Projekthauses QAware, die nackte Wahrheit hinter den glänzenden Adoption-Quoten und diskutiert, warum viele Projekte im sogenannten Proof-of-Concept-Stau enden.

Die Kluft zwischen Theorie und Praxis

Der aktuelle Branchenreport 2026 zeichnet auf den ersten Blick ein paradiesisches Bild, da weit über die Hälfte der Versicherer KI bereits produktiv nutzen und ein Großteil über eine feste KI-Strategie verfügt. Adersberger stellt jedoch klar, dass der Rollout einfacher Assistenten, die Texte übersetzen oder Wissen aggregieren, noch nicht den erhofften Business-Hebel generiert. Für einen echten Mehrwert müssen Versicherer KI als integralen Bestandteil ihrer Wertschöpfungskette begreifen. Ein Grund für den aktuellen Stillstand in den Innovationskellern ist die Scheu vor tiefgreifenden Systemintegrationen und der Mangel an tragfähigen Business Cases, weshalb viele vielversprechende Ansätze nach der Pilotphase wieder eingestellt werden.

Vom Claim Leakage bis zum Input-Management

Die Experten sehen die größten Hebel für Effizienzsteigerungen vor allem im Input-Management und bei der Vermeidung von Claim Leakage. Durch ein KI-natives Input-Management lassen sich unstrukturierte Daten und Dokumente bereits beim Eingang intelligent klassifizieren und direkt mit den Kernsystemen verknüpfen. Das verkürzt Prozesse radikal und erhöht die Dunkelverarbeitungsquote. Auch im Vertrieb bietet die Technologie enorme Chancen: Anstatt lediglich CRM-Daten bereitzustellen, liegt der Fokus hier auf der konkreten Gesprächsvorbereitung und der Automatisierung administrativer Aufgaben, um Vermittlern mehr Zeit für den Kunden zu verschaffen. Für die kommenden Jahre prognostiziert Adersberger eine Zweiteilung des Marktes, bei der Großversicherer verstärkt auf Eigenentwicklungen setzen, während mittelständische Unternehmen auf spezialisierte API-Lösungen zurückgreifen werden.

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Über den Podcast

Jonas Piela berät die Versicherungswirtschaft hinsichtlich der digitalen Transformation in seiner Rolle als Managing Director bei Piela & Co. Digital Consultants. Außerdem betreibt er den Digital Insurance Podcast, für den er mit Managern aus der Branche über die Herausforderungen der Digitalisierung spricht. Zu finden ist der Podcast unter anderem bei Google, Apple und Spotify sowie unter insurancemedia.de/podcast.

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