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Signal-Iduna-Tochter kauft Geschäft mit Vermögensverwaltern von Berenberg

Die Privatbank Berenberg trennt sich von ihrem Geschäft mit unabhängigen Vermögensverwaltern. Käufer ist das Bankhaus Donner & Reuschel. Die Hamburger Tochter der Signal Iduna erhält damit Zugriff auf rund 160 unabhängige Vermögensverwalter, die für ihre Kunden rund 8 Mrd. Euro verantworten.

Berenberg betreut derzeit etwa 160 unabhängige Vermögensverwalter mit einem Volumen von 8 Mrd. Euro. Diese werden zukünftig von der Signal-Iduna-Tochter Donner & Reuschel betreut. Wie beide Hamburger Bankhäuser mitteilen, haben sie einen entsprechenden Vertrag über den Verkauf des Vermögensverwaltergeschäfts von Berenberg unterzeichnet.

Depotbank und Verwahrstelle

Der Verkauf steht zwar noch unter dem Vorbehalt der Zustimmung durch die Aufsichtsbehörden, soll aber schon Anfang 2020 erfolgen. Über den Kaufpreis haben beide Seiten Stillschweigen vereinbart. Die Privatbank Berenberg fungiert in diesem Geschäftsfeld als Depotbank für die Kunden der unabhängigen Vermögensverwalter. Darüber hinaus ist Berenberg als Verwahrstelle für die Fonds der unabhängigen Vermögensverwalter bei fünf Kapitalverwaltungsgesellschaften tätig. Sie begleitet die Anbieter unter anderem beim Auflegen von Fonds und unterstützt bei Marketing und Vertrieb.

Konzentration auf das Kerngeschäft

Das Geschäftsfeld Vermögensverwalter Office umfasst insgesamt 32 Mitarbeiter an den Standorten Hamburg, Luxemburg, München und Frankfurt. Sie alle sollen ein Angebot von Donner & Reuschel erhalten, ihre Tätigkeit unter dem neuen Inhaber fortzusetzen. „Wir wollen das Wachstum in unseren Kerngeschäftsfeldern […] forcieren und regulatorische Komplexität reduzieren. Daher haben wir uns in letzter Zeit von Nicht-Kernaktivitäten getrennt. Dieser Prozess ist nun abgeschlossen“, begründet Dr. Hans-Walter Peters, Sprecher der persönlich haftenden Gesellschafter von Berenberg, den Verkauf. Keine Auswirkungen soll der Verkauf derweil auf das Wealth Management haben. Berenberg will es stattdessen sogar weiter ausbauen. (mh)

Bild: © mikefoto58 – stock.adobe.com

 

Geld anlegen wie Greta: Vermögensverwalter startet neues Anlagekonzept

Der Leipziger Vermögensverwalter Klingenberg & Cie. hat eine neues Anlagekonzept namens Gretas Choice vorgestellt. Es setzt auf nachhaltige, klimafreundliche, verantwortungsbewusste Investments und soll zudem mit niedrigen Kosten, Flexibilität und Bequemlichkeit punkten.

Geld Anlage wie Greta. Unter diesem Motto bietet der Leipziger Vermögensverwalter Klingenberg & Cie. ein neues nachhaltiges Anlagekonzept an. Die Gretas Choice Vermögensverwaltung investiert in klima- und umweltfreundliche, nachhaltige, sozialverträgliche Geldanlagen sowie Anlagen die strengen ESG-Kriterien entsprechen oder die SDG-Ziele der UNO verfolgen. Dazu zählen unter anderem die Bekämpfung von Hunger und Krankheiten und die Verbesserung der Trinkwasserversorgung sowie eine bessere Bildung.

Für Junge, Kinder und Enkelkinder

Die Vermögensverwaltung verzichtet zudem auf Investments in Waffen- und Rüstungsunternehmen. Gretas Choice soll Anlegern neben der finanziellen Rendite auch eine Nachhaltigkeitsrendite bieten und richtet sich insbesondere an die junge Generation und Berufsanfänger, sowie Eltern und Großeltern, die nachhaltig für ihre Kinder und Enkelkinder etwas Geld beiseitelegen möchten und ein Vermögen für die Zukunft aufbauen wollen.

Niedrige Mindestbeträge

Um möglichst viele Sparer an der grünen Geldanlage teilhaben zu lassen, wurde die Mindestanlage mit 1000 Euro niedrig angesetzt. Bei einem regelmäßigen Sparplan ist eine Anlage bereits ab 50 Euro pro Monat möglich. Die digitale Vermögensverwaltung völlig papierlos am heimischen PC, Tablet oder Smartphone über die Webseite www.gretas-choice.de abgeschlossen werden. Diese Digitalisierung soll nicht nur umweltfreundlich Papier sparen, sondern auch die Kosten sehr niedrig halten. Auf Ausgabeaufschläge, Transaktionskosten und Depotgebühren verzichtet Klingenberg & Cie. (mh)

Bild: © Nicola – stock.adobe.com

 

Neues FinTech Scorable will Finanzkrisen voraussagen

Das neue Berliner FinTech Scorable will mithilfe künstlicher Intelligenz (KI) Finanzkrisen voraussagen und Anlegern dadurch dabei helfen die nächste Krise zu meistern. Als Investor ist unter anderem der Versicherungskonzern Talanx mit an Board.

Mit Scorable ist ein neues FinTech aus Berlin an den Start gegangen. Das Start-up will das Kreditrisiko von Anleihen mit KI analysieren. Scorable nutzt hierzu verschiedene Datenquellen, wie zum Beispiel Finanznachrichten, Geschäftszahlen, Marktpreise und Kredit-Ratings und ermittelt deren Einfluss auf die Bonität eines Unternehmens. Das Geschäftsmodell soll zentrale Entwicklungen aufgreifen, die sich seit der Finanzkrise 2008 in der Finanzindustrie vollziehen: Höhere Transparenzanforderungen und verbesserte Datenanalysemethoden, um künftig ähnliche Krisen früher voraussehen zu können.

Talanx als Investor an Bord

An der Seite des jungen Unternehmens steht der Versicherungskonzern Talanx mit seiner Tochtergesellschaft Ampega Asset Management GmbH als Investor. Darüber hinaus begleitet Deloitte das FinTech als Company Builder. Zum Start richtet sich Scorable an Kunden in ganz Europa mit dem Fokus auf Deutschland, Großbritannien, Österreich, Schweiz und Frankreich.

Unterstützung bei der Risikobewertung

„Asset-Manager verwalten allein in Deutschland Summen in Milliardenhöhe und tragen eine entsprechende Verantwortung bei der Risikobewertung. Künstliche Intelligenz kann hier mit der Analyse relevanter Daten einen echten Mehrwert bei der täglichen und langfristigen Entscheidungsfindung bieten“, begründet Philippe Padrock, CFO und COO von Scorable, begründet die Notwendigkeit des eigenen Angebots.

So funktioniert Scorable

Scorable ist eine Web-Applikation, die Daten analysiert und die daraus gewonnenen Informationen in einen Score umwandelt, der aktive Asset Manager bei der Risikobewertung von Anleihe-Investments unterstützt. Quantitative und qualitative Daten werden dabei im Rahmen einer durch KI gesteuerten Analyse miteinander kombiniert.

Umfassende Datenbasis

Die herangezogenen Datenquellen reichen von Kredit-Ratings und Marktdaten bis hin zu Geschäftszahlen und tagesaktuellen Unternehmensnachrichten über die weltweit wichtigsten Emittenten von Anleihen. Auf Basis dieser Daten modelliert Scorable die Wahrscheinlichkeit, dass es zu einer Verschlechterung der Kreditwürdigkeit kommt.

Auch qualitative Daten werden ausgewertet

Damit neben quantitativen auch qualitative Daten ausgewertet werden können, arbeitet die Applikation zudem mit der Methode des Natural Language Processing (NLP), die die Analyse von textbasierten Quellen ermöglicht. Durch die Methode der explainable AI schafft Scorable Transparenz und ermöglicht es den Anwendern, Modellinformationen zu verfolgen und zu verstehen (White Boxing). So ist für Anwender jederzeit nachvollziehbar, auf welcher Grundlage Veränderungen im Score entstanden sind. (mh)

Bild: © BigBlueStudio – stock.adobe.com

 

Goldman Sachs steigt in das europäische ETF-Geschäft ein

Goldman Sachs Asset Management (GSAM) steigt in den europäischen ETF-Markt ein. Auftaktprodukt ist ein US-Large-Cap ETF. In den kommenden Monaten soll das ETF-Angebot erweitert werden und alle wichtigen Anlageklassen und Regionen abdecken.

GSAM betritt mit der Auflage des Goldman Sachs ActiveBeta U.S. Large Cap Equity ETF den europäischen ETF-Markt. Der neu aufgelegte Fonds ist das europäische Pendant zu Goldmans US-amerikanischem Flaggschiff-ETF, dem weltweit größten multifaktoriellen Aktien-ETF mit einem verwalteten Vermögen von über 6,5 Mrd. Dollar. In den USA bietet GSAM seit September 2015 ETFs an. Mittlerweile umfasst das dortige Geschäft 19 ETFs mit einem verwalteten Vermögen von über 14 Mrd. US-Dollar.

Weitere ETFs in den nächsten Monaten

Der Goldman Sachs ActiveBeta U.S. Large Cap Equity ETF notiert zunächst an der Londoner Börse, soll aber in Kürze an weiteren europäischen Handelsplätzen zugelassen werden. Der ETF ist darauf ausgelegt, ein besseres Rendite-Risiko-Profil über einen Anlagezyklus zu bieten als traditionelle, nur nach Marktkapitalisierung gewichtete Indizes. In den nächsten sechs Monaten plant GSAM, weitere ETFs einzuführen, die einen Zugang zu zahlreichen Märkten, Assetklassen und Anlagestilen bieten.

Ergänzung des aktiven Fondsangebots

Die ETFs sollen das aktive Fondsangebot von GSAM gezielt ergänzen. „Weltweit wünschen sich unsere Kunden eine größere Auswahl für ihre Portfolios. Wir freuen uns, unsere bestehende Fondspalette mit ETFs ergänzen zu können. Wir sind überzeugt, dass sie die Portfoliokonstruktion vereinfachen und risikobereinigt überdurchschnittlich hohe Renditen liefern”, kommentiert Marie Cardoen, Leiterin des Privatkundengeschäfts in Deutschland und Österreich bei GSAM. Die Fonds sollen für Privatkunden wie institutionelle Anleger gleichermaßen relevant sein. (mh)

Bild: © Funtap – stock.adobe.com

 

Vermögensverwalter blicken mit viel Optimismus in die Zukunft

Die unabhängigen Vermögensverwalter in Deutschland blicken optimistisch in die Zukunft. Mehr als die Hälfte der Finanzprofis erwartet, dass die Geschäfte 2019/20 gut oder sehr gut laufen werden. Der Rest rechnet immerhin mit solidem Wachstum.

Eine Untersuchung des Instituts für Vermögensverwaltung (InVV) an der Technischen Hochschule Aschaffenburg unter gut 150 der 400 unabhängigen Vermögensverwalter hierzulande zeigt, dass gut jedes zweite Unternehmen davon ausgeht, dass die Geschäfte 2019/20 „gut“ oder „sehr gut“ laufen werden. Bezogen auf das abgelaufene Jahr 2018 vergaben nur rund 40% der bankenunabhängigen Finanzprofis diese beiden Bewertungen.

Stabilität bei großen Häusern

Vermögensverwalter mit Assets under Management (AuM) von mehr als 500 Mio. Euro erwarten keine deutliche Verbesserung der Geschäfte. „Das mag daran liegen, dass große Häuser die Lage in 2018 zu fast zwei Dritteln als gut oder sehr gut beurteilt haben und daher dort wenig Steigerungspotenzial vorhanden ist“, erklärt Prof. Dr. Hartwig Webersinke, Leiter des InVV.

Verbesserung bei kleinen Vermögensverwaltern

Anders sieht es bei kleineren Anbietern aus: Je geringer das verwaltete Vermögen, desto zurückhaltender die Aussichten. Dennoch erwarten gut 30 Prozent der Häuser mit AuM unter 50 Millionen Euro für die Folgejahre gute oder sehr gute Geschäfte. „Das ist ein doppelt so hoher Wert wie bei der Beurteilung von 2018“, so Webersinke, der auch Dekan für Wirtschaft und Recht an der Technischen Hochschule Aschaffenburg ist.

Branche hat noch großes Wachstumspotenzial

Chancen sieht die Branche vor allem dank des anhaltenden Personalabbaus bei den Banken, der zur Gewinnung von qualifizierten Fachkräften mit deren Kontakten führen kann, so die Studie des InVV. Zudem sorge der Umbruch in der Finanzwelt dafür, dass sich Kunden von Banken enttäuscht abwenden und stattdessen den Weg zu Vermögensverwaltern finden. Weiteres Wachstumspotenzial für die Branche liegt laut der Studie in der umfassenden Finanzplanung für Kunden, bei Immobilienthemen sowie in Erbschafts- und Nachfolgefragen. Die Digitalisierung treiben die Unternehmen derweil aktiv voran sodass sie FinTechs wie Robo-Advisors gelassen entgegen sehen.

Rentables Geschäftsmodell

Bisher ist die Vermögensverwaltung ein rentables Geschäft. Rund zwei Drittel der unabhängigen Vermögensverwaltungen erwirtschafteten 2018 eine Rendite aufs Eigenkapital von mehr als 10%. Insbesondere große Unternehmen erzielen teilweise sogar Renditen von 20% und mehr. Doch auch kleine Unternehmen mit weniger als 50 Mio. Euro AuM haben laut der Studie das Geld ihrer Kunden sehr erfolgreich verwaltet und größere Häuser in mehreren Jahren abgehängt. Die Performance für die Kunden sei daher nicht zwingend an die Größe der Vermögensverwaltung gebunden. (mh)

Bild: © metamorworks – stock.adobe.com

 

Gold bei Anlegern so beliebt wie nie

Physisches Gold hat im Citi-Investmentbarometer ein neues Allzeithoch erklommen. Die Zinserwartungen sind dagegen in den Keller gefallen. Die Aktienstimmung stabilisiert sich derweil etwas, verharrt aber auf einem historisch niedrigen Niveau.

Das mittelfristige Investitionsklima für physisches Gold ist auf ein neues Allzeithoch in der fast neunjährigen Geschichte des Citi-Investmentbarometers gestiegen. Demnach rechnen 61% der Umfrageteilnehmer auf Sicht von zwölf Monaten mit einem steigenden Goldpreis. Das ist ein Plus von zwölf Prozentpunkten im Vergleich zum zweiten Quartal 2019. Noch nie seit der ersten Erhebung des Citi-Investmentbarometers im ersten Quartal 2011 war der Anteil der Goldoptimisten so hoch. Der bisherige Bestwert stammt aus dem zweiten Quartal 2016 als die Bullenquote bei 57% lag. Auf kurzfristige Sicht von drei Monaten sind ebenfalls 61 % der Meinung, dass der Goldpreis steigen wird.

Einbruch bei den Zinserwartungen

Bei den Zinserwartungen geht der Trend hingegen klar nach unten. 38% der Anleger rechnen auf Sicht von drei Monaten mit fallenden Zinsen. Damit hat sich ihr Anteil im Vergleich zum Vorquartal nahezu verdoppelt. Auch hier war die Quote in der Geschichte des Citi-Investmentbarometers noch nie hoch. Auch auf Sicht von zwölf Monaten ist der Anteil derjenigen, die von fallenden Zinsen ausgehen mit 35% auf eine neue Höchstmarke geklettert.

Aktienstimmung bleibt historisch schlecht

Bei europäischen Aktien rechnen 23% mit steigenden Kursen. Im Vorquartal waren es 17%. Damit bleibt der Anteil der Optimisten im historischen Schnitt aber immer noch sehr niedrig. Auf Sicht von zwölf Monaten rechnen zudem nur noch 30 statt 39% der Anleger mit steigenden Kursen. Ein ähnliches Stimmungsbild ergibt sich bei US-Aktien. Auch hier legten die kurzfristigen leicht von 22 auf 31% zu. Auf Sicht von zwölf Monaten hat sich der Optimismus jedoch ebenfalls eingetrübt (34 statt 36%).

Gesamtsentiment rückläufig

Das Gesamtsentiment, das sowohl die Einschätzungen zu Aktien als auch zu den Zinssätzen, Öl sowie Gold einbindet, liegt aktuell bei +11 Punkten. Das bedeutet einen Rückgang um 3 Punkte im Vergleich zum Vorquartal. „Die zunehmenden weltwirtschaftlichen und geopolitischen Unsicherheiten haben dem Gold-Sentiment zu einem bemerkenswerten Stimmungsaufschwung verholfen. Dazu beigetragen hat auch die erneute Lockerung der Geldpolitik durch die jüngsten Beschlüsse der EZB und der Fed“, kommentiert Dirk Heß, Co-Head EMEA Public Listed Products Sales & Distribution bei Citigroup Global Markets Europe AG, die aktuellen Zahlen. (mh)

Bild: © Phawat – stock.adobe.com

 

Pictet startet nachhaltigen Schwellenländer-Anleihefonds

Pictet Asset Management erschließt Anlegern mit einem neuen Fonds das Potenzial von Hart- und Lokalwährungsanleihen aus Schwellenländern. Im Mittelpunkt sollen Länder mit Programmen stehen, die positive soziale Veränderungen bewirken. Hierzu kooperiert Pictet mit der gemeinnützigen Stiftung EMpower.

Pictet Asset Management hat die Auflegung des Fonds Pictet-Sustainable Emerging Debt Blend bekannt gegeben. Der Fonds wird in Hart- und Lokalwährungsanleihen aus Schwellenländern anlegen. Er strebt eine Rendite von mehr als 2% vor Gebühren über einer maßgeschneiderten Benchmark an, die zu 50% aus dem JP Morgan ESG GBI-EM Global Diversified Index und zu 50% aus dem JP Morgan ESG EMBI Global Diversified Index besteht.

Strategie bereits seit 2010 im Einsatz

Der Pictet-Sustainable Emerging Debt Blend wird von Mary-Therese Barton gemanagt. Die Expertin ist Leiterin Schwellenländeranleihen bei Pictet und verwaltet den Fonds zusammen mit einem Team aus 21 Experten für Schwellenländeranleihen in London und Singapur. Pictet bietet bereits seit 2010 Blend-Einzelmandate an. Mit dem neuen Produkt ist die Strategie nun zum ersten Mal als OGAW-konformer Anlagefonds mit Domizil in Luxemburg verfügbar.

Kooperation mit EMpower

„Die Auflegung eines nachhaltigen Fonds für Schwellenländeranleihen war der logische nächste Schritt beim Ausbau unseres Angebots nachhaltiger Anlagefonds“, kommentiert Raymond Sagayam, Chief Investment Officer Fixed Income, die Fondsauflage. Zur Ergänzung der eigenen ESG-Analysen von Schwellenländern ist das Pictet Asset Management eine Partnerschaft mit EMpower eingegangen, einer auf Schwellenmärkte spezialisierten gemeinnützigen Stiftung. Die Erkenntnisse von EMpower und deren Netzwerk werden in die Anlageüberlegungen einbezogen. Im Mittelpunkt sollen Länder mit Programmen stehen, die positive soziale Veränderungen bewirken. Ziel ist die Förderung des Dialogs mit politischen Institutionen und Zentralbanken. (mh)

Bild: © Björn Wylezich – stock.adobe.com

 

„Berater und Anleger sollten weniger auf Werbeversprechen setzen“

Zwischen Ernährungs- und Investmentplänen gibt es zahlreiche Gemeinsamkeiten. Davon ist Dr. Stefan Tremel, Autor und Inhaber der Dr. Tremel – Kanzlei für Vermögensmanagement, fest überzeugt. Wie die zahlreichen Diät-Tipps sollten zum Beispiel auch die meisten verlockenden Investmenttipps ignoriert werden. Stattdessen sollten Kunden und ihre Berater sich auf die Erkenntnisse der Wissenschaft konzentrieren.

Herr Dr. Tremel, Sie haben vor Kurzem den Ratgeber „Die Anleger-Diät“ herausgebracht. Gibt es Gemeinsamkeiten zwischen Ernährungs- und Investmentplänen?

Viele Ernährungsdiäten und die meisten Investmenttipps haben die Gemeinsamkeit, dass sie verlockend klingen, aber langfristig keinen Erfolg bringen. Beide versprechen, scheinbar gegensätzliche Ansprüche durch ein neuartiges Konzept zu vereinbaren. So wie die aktuelle Sommerdiät eine schnelle und leichte Strandfigur verspricht, so empfehlen Finanzzeitungen momentan zum Beispiel die Investition in den Zukunftstrend künstliche Intelligenz. Die Ernährungsindustrie unterstützt die verschiedenen Diät-Trends mit neuen Nahrungsmittelkreationen, seien sie nun light, cholesterinarm oder vegan. Auch die Finanzindustrie unterstützt die jeweiligen Modewellen im Investmentbereich mit immer neuen Produkten, nehmen Sie Robotik-ETFs, Dividendenfonds oder Bitcoin-Zertifikate.

Wie sollen Anleger mit der Flut an Investmenttipps umgehen?

Eine für viele Anleger sicher sehr schwierige Frage, denn was oder wem soll man bei all dem Medienlärm und der Heerschar an Beratern mit teils gegensätzlichen Ansichten glauben? Wissenschaftliche Forschung hat uns in den letzten 150 Jahren enorme Fortschritte in fast allen Bereichen des Lebens ermöglicht. Ich halte es für sinnvoll, dieses Prinzip auch in der Geldanlage zu beherzigen. Berater und Anleger sollten weniger auf Werbeversprechen der Finanzindustrie setzen, sondern sich auf wirtschaftswissenschaftliche Erkenntnisse stützen. So hat der Nobelpreisträger Eugen Fama nachgewiesen, dass die Kapitalmärkte sehr effizient arbeiten und in den aktuellen Kursen alle Fakten, Hoffnungen, Erwartungen und Gerüchte eingepreist sind. Daher ist es nicht dauerhaft möglich, aufgrund eines Informationsvorsprungs den Markt zu schlagen. Wenn Anleger diese Erkenntnis ernst nehmen, kann das zu einer erheblichen Entspannung beitragen: Sie müssen nicht ständig den neusten Finanznachrichten hinterherjagen. Blenden Sie den täglichen Medienlärm aus und konzentrieren Sie sich stattdessen auf die Grundprinzipien des Marktes und eine langfristige, solide Investmentstrategie!

Ist das Thema Geldanlage für Laien nicht zu kompliziert?

Anleger sollten sich zunächst darüber klaren werden, welche Ziele sie mit der Geldanlage verfolgen: Wann wird das Geld benötigt? Wie viel Rendite ist mir wichtig? Wie viel Schwankung halte ich aus?

Bei der Umsetzung der Investmentstrategie ist die schiere Anzahl der angebotenen Finanzprodukte in der Tat unüberschaubar – ständig werden vielversprechende Neuheiten vorgestellt und erfolglose Anlageprodukte werden wieder vom Markt genommen. Um sich hier zu orientieren, sollten sich Anleger auf die Grundprinzipien der Geldanlage besinnen. In meinem Buch habe ich versucht, diese verständlich darzustellen, und in der Folge kann man Finanzprodukte leichter einsortieren: Welchen Managementstil hat der Investmentfonds – aktiv, passiv oder regelbasiert? Worauf bezieht sich das Produkt – wird ein Modetrend beworben oder wird damit ein dauerhaft belegbares Prinzip in der Geldanlage umgesetzt?

Anders als in der Werbung dargestellt, gibt es zum Beispiel keinen wissenschaftlichen Beleg dafür, dass aktive Fondsmanager den Markt langfristig schlagen können. Anleger sollten daher eher zu passiven Indexfonds und zu Fonds greifen, die nach rationalen Regeln gemanagt werden. Aktiv gemanagte, prognoseorientierte Fonds verursachen höhere Kosten und bringen dauerhaft keinen Mehrertrag.

Um noch mal einen Vergleich zur Ernährungsindustrie zu ziehen: Von den im Supermarkt angebotenen Produkten brauchen Sie nur eine geringe Anzahl für eine gesunde und ausgewogene Ernährung. Viele der beworbenen Nahrungsmittel sehen zwar verlockend aus, sind für unsere Gesundheit aber eher negativ. Ähnlich verhält es sich am Finanzmarkt – wer die Grundprinzipien der Wertentwicklung verinnerlicht hat, kann sich mit einer überschaubaren Anzahl an Investmentfonds gezielt eine solide Vermögensstruktur aufbauen. Die meisten der schicken Finanzkonstrukte kann man getrost im Regal stehen lassen.

Was sind die wesentlichen Punkte einer guten Geldanlage?

Wichtig ist, sich eingehend mit den Funktionsweisen und Zusammenhängen des Kapitalmarkts zu beschäftigen. Auf dieser Basis sollte man sich für eine Investmentstrategie entscheiden, der man dauerhaft treu bleiben kann. Aktionismus und das Hin- und Herspringen zwischen immer neuen Modetrends und Entscheidungen aufgrund von tagesaktuellen Finanznachrichten wirken sich fatal auf die Anlegerrendite aus. Daher ist es wichtig, den mit Bedacht ausgewählten Investmentkurs auch in unruhigem Fahrwasser beizubehalten. Die eingesetzten Anlageprodukte sollten eine nachvollziehbare Funktionsweise und einen verständlichen Aufbau haben, die Umsetzung sollte kosteneffizient erfolgen. Wenn Sie sich für eine Anlageberatung entscheiden, achten Sie darauf, an wen Sie sich wenden: Für welchen Anlagestil steht der Berater? Das gilt auch oder gerade für die sogenannten Robo-Berater, bei denen man sich nicht einem Menschen, sondern einem Computer-Programm anvertraut.

Der wichtigste Punkt einer guten Geldanlage ist nämlich, dass sie zu den Zielen des Kunden und seiner Lebenssituation passt – eine Geldanlageentscheidung sollte immer in eine umfassende Finanzplanung eingebettet sein. Diese lässt sich nur mit einem versierten und engagierten Berater aus Fleisch und Blut erstellen.

Sie waren jahrelang als Finanzberater und Trainer in einem großen Finanzdienstleistungsunternehmen tätig. Was sind Ihre wichtigsten Erkenntnisse aus dieser Zeit?

Viele Berater bemühen sich, für Ihre Kunden gute Anlageergebnisse zu erzielen. Auf der Suche nach der passenden Strategie und den besten Produkten verlieren sie sich jedoch oft im Dickicht teils gegensätzlicher Investmentratschläge und einer unüberschaubaren Produktvielfalt. Die Geldanlage ist im Berateralltag oft nur eine Sparte neben anderen und im Tagesgeschäft fehlt meist die Zeit für eine fundierte Beschäftigung mit der Materie.

In größeren Unternehmen gibt es eine „Hausmeinung“ mit empfohlenen Anlageprodukten, an die sich Berater mehr oder weniger streng zu halten haben. Solche Vorgaben können einerseits Leitplanken im Kundengespräch sein, um im Unternehmen einigermaßen konsistente Beratungsergebnisse zu erhalten. Andererseits unterliegt die Vertriebssteuerung jedoch hauptsächlich dem Kriterium der Margenoptimierung. Ein optimales Anlageergebnis für den Kunden ist somit ein Punkt neben anderen bei der Produktauswahl. Entscheidend ist vor allem die Frage, was sich gut verkauft.

Welche Fehler machen Berater besonders oft?

Wer als Berater immer den aktuellen Investmenttrends folgt, macht es sich im Kundengespräch erstmal einfach. Der Kunde hat entweder eh schon davon gelesen oder man kann seine Empfehlung mit zahlreichen Presseartikeln untermauern. Da sich die Modetrends aber immer wieder ändern, führt dies im Lauf der Jahre zu einer sprunghaften und inkonsistenten Investmentstrategie. In den allermeisten Fällen wird die mögliche Rendite des Kunden dadurch deutlich gemindert.

Ein weiterer grundsätzlicher Fehler ist es, aus der Performance in der Vergangenheit auf die zukünftige Rendite eines Anlageproduktes zu schließen. Der Klassiker im Fondsverkauf ist beispielsweise, die Performance der letzten drei oder fünf Jahre heranzuziehen. Wer in einer solchen Rangliste am besten abgeschnitten hat, gilt als Kaufempfehlung. Hält der Kunde Fonds, die auf den hinteren Plätzen liegen, wird ihm zum Verkauf geraten. Zahlreiche wissenschaftliche Analysen zeigen jedoch, dass zwischen den Renditen der Vergangenheit und denen der Zukunft keine Korrelation besteht. Die Entwicklung einzelner Wertpapiere vorherzusagen, ist schlichtweg nicht möglich, den Blick in die Glaskugel kann man sich sparen. Viel sinnvoller ist es, sich auf die für den Gesamtmarkt langfristig verlässlich vorhandenen Renditen von Aktien und Anleihen zu verlassen.

Bild: © Chris Titze Imaging – stock.adobe.com

Das Interview lesen Sie auch in AssCompact 09/2019, Seite 72 f. und in unserem ePaper.

 

Regulierung belastet vor allem kleine Vermögensverwalter stark

Die Regulierung belastet Vermögensverwalter zeitlich wie auch finanziell. Bis zu einem Fünftel des Budgets fallen dafür laut einer Untersuchung des Instituts für Vermögensverwaltung (InVV) an der Technischen Hochschule Aschaffenburg an. Vor allem kleine Vermögensverwalter belastet die Regulierung.

Einer aktuellen Untersuchung des Instituts für Vermögensverwaltung (InVV) an der Technischen Hochschule Aschaffenburg zeigt, verwenden kleinere Vermögensverwaltungen mit einem verwalteten Vermögen (AuM) Volumen von bis zu 150 Mio. Euro im Mittel 33% ihrer Arbeitszeit für regulatorische Dinge. Häuser mit einem größeren Volumen benötigen dafür lediglich ein knappes Viertel ihrer Arbeitszeit.

Höhere Kosten bei kleinen Verwaltern

Auch bei den Kosten trifft es „die Kleinsten“ härter. „Häuser mit einem verwalteten Vermögen unter 50 Millionen Euro geben mit 19% knapp ein Fünftel ihres Budgets für regulatorische Dinge aus“, bilanziert Prof. Dr. Hartwig Webersinke, Leiter des InVV und Dekan für Wirtschaft und Recht an der Technischen Hochschule Aschaffenburg. Vermögensverwaltungen mit AuM über 150 Mio. Euro indes kämen mit einem Budgetanteil von knapp 14% deutlich besser weg.

Trotz allem mehr Zeit für die Kunden

Unter dem Strich beklagt die Branche für das Jahr 2018 einen höheren Arbeitsaufwand wegen der Regulation. Zu Lasten der Kunden gehe dies jedoch nicht: Die Zeiten für Kundenkontakte haben sich nach dem ersten Schrecken über die Anforderungen von MiFID II stabilisiert und steigen sogar wieder. So gaben in der Befragung bis zu 30% der Vermögensverwalter an, dass sie wieder mehr Kontakt zu Kunden hätten als zuvor. Webersinke sieht darin ein ein Zeichen dafür, dass die Branche die Anforderungen durch MiFID II zunehmend besser integriert. Alles in allem wenden die befragten Vermögensverwalter im Mittel 39% ihrer Arbeitszeit für den Kontakt mit Kunden auf. (mh)

Bild: © magele-picture – stock.adobe.com

 

J.P. Morgan erweitert Angebot um nachhaltigen Makro-Fonds

J.P. Morgan Asset Management hat einen neuen Fonds aufgelegt. Der JPMorgan Investment-Fonds – Global Macro Sustainable Fund vereint eine Makro-Strategie mit erweiterten Nachhaltigkeitskriterien. Ziel ist eine fokussiertes und flexibles Portfolio von Long- und Short-Positionen in Aktien, Anleihen, Währungen und Volatilitäten.

J.P. Morgan Asset Management erweitert die Reihe der Makro-Fonds um ein Angebot, das explizit nach Nachhaltigkeitskriterien gemanagt wird: Der JPMorgan Investment Funds – Global Macro Sustainable Fund wird von dem etablierten, spezialisierten Investment-Team für Makro-Strategien mit dem Ziel gemanagt, von Ertragschancen aus makroökonomischen Themen und Trends zu profitieren. Die globalen makroökonomischen Einschätzungen des Teams werden mittels eines nachhaltigen Ansatzes in einem fokussierten und flexiblen Portfolio von Long- und Short-Positionen in Aktien, Anleihen, Währungen und Volatilität widergespiegelt.

Drei Schritte

Die Analyse und Berücksichtigung von Risiken bezüglich Umwelt, Gesellschaft und Unternehmensführung (ESG) wird in die Anlageentscheidungen im gesamten Makro-Fonds-Angebot integriert. Im zweiten Schritt schließt der Global Macro Sustainable Fund bestimmte Branchen und Sektoren aus, beispielsweise umstrittene Waffen, Tabak und fossile Brennstoffe. Der ESG-Wert für jede Anlageklasse wird drittens über dem Median seiner Vergleichsgruppe gehalten, sodass das Portfolio auf Unternehmen und Emittenten ausgerichtet ist, die die ESG-Kriterien im Vergleich zu ihren Pendants besser erfüllen.

Großes Interesse auf der Anlegerseite

„Die Erweiterung unserer etablierten Makro-Strategie um dieses neue nachhaltige Angebot ist nicht zuletzt im großen Interesse auf Anlegerseite an nachhaltigen Fonds begründet“, erläutert Christoph Bergweiler, Leiter Deutschland, Österreich, Zentral- und Osteuropa sowie Griechenland bei J.P. Morgan Asset Management. Angesichts des steten Wandels und der zahlreichen Herausforderungen im globalen volkswirtschaftlichen Umfeld sei es darüber hinaus wichtig, Portfolios dynamisch und flexibel anpassen zu können, um in verschiedenen Marktbedingungen positiv abschneiden zu können. „Aufgrund der gestiegenen Volatilität dieses Jahr ist es wichtiger denn je, dass Anleger flexible Strategien nutzen“, so Bergweiler. (mh)

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