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Wie Blockchain die Investmentwelt von morgen verändern wird

Die Blockchain-Technologie wird die Investmentwelt nicht nur verändern, sondern revolutionieren. Eigentlich passiert das bereits heute schon. In Zukunft werden auf der Blockchain sogar rein digitale Fonds abgebildet werden können. Von Daniel Andemeskel, Head of Innovation Management bei Universal-Investment.

<p>Die Investmentwelt diskutiert seit längerer Zeit intensiv über die Blockchain/Distributed-Ledger-Technologie und ihr Potenzial. Auch Politik und Regulierer, in Deutschland wie international, zeigen sich interessiert und sind erfreulicherweise offen für neue Konzepte und Ideen. Im Dezember vergangenen Jahres hat das Bundesministerium für Justiz und Verbraucherschutz den Regierungsentwurf eines Gesetzes zur Einführung von elektronischen Wertpapieren veröffentlicht (kurz eWpG). Die Auswirkungen der Covid-19-Pandemie sowie der steigende Druck der Digitalisierung fordern modernere Regelungen und Anpassungen des Rechtsrahmens an neue Technologien. </p><p>Mit der Modernisierung des deutschen Wertpapierrechts und der Etablierung digitaler Wertpapiere soll sichergestellt werden, dass der Wirtschaftsstandort Deutschland weiterhin an vorderster Front mit anderen Ländern wie beispielsweise den USA oder der Schweiz mithält.</p><h5>Der Hype um die Blockchain</h5><p>Aber warum erhält die Blockchain-Technologie derzeit so viel Aufmerksamkeit? Es ist davon auszugehen, dass sie die Investmentwelt nicht nur verändern, sondern revolutionieren wird – und dass dies eigentlich heute schon passiert. Denn die Idee eines dezentralen, unveränderbaren Datenregisters birgt das Potenzial, die gesamte Finanzwelt auf den Kopf zu stellen. Der wesentliche Unterschied zu anderen Entwicklungen der vergangenen Jahre ist, dass die Technologie nicht nur an den Symptomen von In­effizienzen in der Finanzindustrie ansetzt, sondern vielmehr versucht, deren Ursachen zu eliminieren. Ihr volles Potenzial kann die Blockchain aber erst bei einer ganzheit­lichen Betrachtung entfalten, also durch eine Verknüpfung aller auf ihr basierenden Wertschöpfungs­teile zu einem gesamten und integrierten Ökosystem. </p><p>UI Enlyte, die Investmentplattform von Universal-Investment für digitale Assets, setzt daher auf ein ganzheitliches digitales Konzept, anstatt einzelne Ausschnitte aus der Wertschöpfungskette abzubilden. Sie bildet erstmals alle Hauptphasen des Anlageprozesses digital ab: vom Onboarding der Kunden über die Emission Token-basierter Strukturen und deren Administration bis zum Reporting – alles digital auf einer einzigen Plattform. Die Vision dahinter ist, das Kaufen von digitalen Assets einfach, sicher und effizient zu machen.</p><!--text-long-pagebreak--><!--sub-title||Security Token vs. Crypto Currencies--><h5>Security Token vs. Crypto Currencies</h5><p>Während das Investieren in Kryptowährungen wie Bitcoin bisher noch die Gemüter der Anleger spaltet, ziehen neue Trends wie die auf Smart Contracts basierende Tokenisierung immer mehr Aufmerksamkeit und Interesse auf sich. Im Rahmen der Tokenisierung werden Vermögenswerte digital über eine Blockchain, in Form von Security Tokens, abgebildet. Diese Security Tokens unterscheiden sich von sogenannten Crypto Currencies, die auch als alternative Zahlungsmittel vorgesehen sind. Gemäß der Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (BaFin) sind Security Tokens, die mitglied­schaftliche oder schuldrechtliche Ansprüche mit vermögenswertem Inhalt vermitteln, beispielsweise mit den Rechten eines Aktionärs oder Schuldtitelinhabers vergleichbar. Security Tokens sind somit Wert­papiere auf Token-Basis. </p><p>Sowohl Security Tokens als auch Crypto Currencies werden von den Aufsichtsbehörden regulatorisch wie traditionelle Wertpapiere behandelt. UI Enlyte verfolgt einen ausgewogenen Ansatz: die eigenentwickelte, modulare Investmentplattform für digitale Assets ermöglicht Kunden einerseits einen sicheren Zugang zu Crypto Currencies wie Bitcoin, gibt ihnen darüber hinaus aber durch Tokenisierung von alternativen Assets wie beispielsweise Infrastrukturinvestments, Real Assets und Private Equity auch Zugang zu bekannten Anlageinstrumenten. </p><p>In der Theorie lassen sich alle Assets digital mithilfe der Blockchain-Technologie abbilden. So können regulierte Finanzprodukte wie Aktien, Anleihen oder Fonds, aber auch nichtfungible Vermögenswerte wie Immobilien oder Rohstoffe dargestellt werden. Eine Immobilie binnen zehn Minuten kaufen zu können, ist heute unmöglich und dauert stattdessen mehrere Wochen. In Zukunft wird es mitsamt erheblicher zeitlicher und finanzieller Einsparungen möglich sein. Die Blockchain wird die Fungibilität solcher Instrumente erheblich erhöhen. Die ersten Real Estate Security Tokens sind Mitte vergangenen Jahres schon in Deutschland von der BaFin genehmigt worden. Es ist zu erwarten, dass weitere Over-the-Counter-­Instrumente folgen werden.</p><p> Mit der erwarteten Erweiterung der regulatorischen Möglichkeiten werden auch normale Instrumente wie Aktien bald von Anbietern in digitaler Form emittiert.</p><h5>Mittelfristige Vision ist der digitale Fonds</h5><p>Das Kaufen und Verkaufen von digitalen Fonds gestaltet sich allerdings etwas komplexer. Solche Transaktionen involvieren verschiedene Marktteilnehmer: vom Investor über den Asset-Manager und die KVG bis hin zur depotführenden Stelle. Durch den Einsatz der Blockchain/Distributed-Ledger-Technologie und die damit einhergehende Desintermediation werden sich aber einige Funktionen fundamental verändern oder sogar ganz wegfallen. </p><p>Enlyte hat diesbezüglich ein klares Ziel: Sobald die regulatorischen Voraussetzungen geschaffen sind, wird das bestehende Produktangebot ausgebaut, um auch rein digitale Fonds auf der Blockchain abzubilden. Dazu setzen wir bereits heute darauf, ein integriertes Ökosystem durch Kooperation mit vertrauenswürdigen und etablierten Partnern aus den Bereichen Verwahrung, Handel sowie Strukturierung zu schaffen. Eine der entscheidendsten Herausforderungen der nächsten Jahre wird sein, verschiedene Spieler der Investmentwelt zu mobilisieren und zu motivieren, gemeinsam ein digitales Ökosystem zu schaffen, das es ermöglicht, Kunden umfassende End-to-End-Lösungen anzubieten. Die dahinter liegende Vision gibt einen Ausblick auf die Investmentwelt von morgen: Kundengruppen sollen zukünftig Investmentfonds wie Bücher bei Amazon erwerben können – einfacher, schneller und günstiger, als es bisher der Fall ist.</p><p>Diesen Artikel lesen Sie auch in AssCompact 03/2021, Seite 68 f., und in unserem <a href="https://epaper.asscompact.de/asscompact-03–2021/65329687" target="_blank" >ePaper</a>. </p><p><i class="font-twelve-italic" >Bild: ©Murrstock – stock.adobe.com</i></p><div id="bbgreadlog-getimage"><img src="/bbgreadlog/getimage/93E29D29-BB54-4BC0-B478-6E88F0DEB1EF"></div>

 
Ein Artikel von
Daniel Andemeskel

Kunstmarkt bricht weltweit stark ein

Der Global Art Market Report von Art Basel und UBS analysiert jährlich den weltweiten Markt für Kunstinvestments. Die aktuelle Ausgabe wurde nun veröffentlicht. Demnach ist der Kunstmarkt im Corona-Jahr 2020 stark geschrumpft.

50,1 Mrd. US-Dollar wurden weltweit mit Investments in Kunst umgesetzt. Das geht aus dem „Global Art Market Report 2021“ von Art Basel und UBS hervor. Damit ist der Kunstmarkt im Corona-Jahr stark geschrumpft. 2019 wurden noch 64,4 Mrd. US-Dollar mit Kunstinvestments umgesetzt. Somit ist der weltweite Umsatz mit Kunst im vergangenen Jahr um 22% gesunken. Dabei hatte der Kunstmarkt schon im Vorjahr ein Minus von rund 5% hinnehmen müssen.

Niedrigster Wert seit 2009

Das bisherige Rekordjahr verbuchte der weltweite Kunstmarkt im Jahr 2018. Damals wurden 67,7 Mrd. US-Dollar in Kunst investiert. Niedriger als 2020 war das Volumen zuletzt vor über zehn Jahren. 2009 wurden im Zuge der Weltfinanzkrise lediglich 39,5 Mrd. US-Dollar umgesetzt. Mit Abstand wichtigster Markt bleiben die USA. Dort wurden 2020 insgesamt 42% aller Kunstinvestments registriert. Damit bleiben sie zum sechsten Mal in Folge über der Marke von 40%. Platz 2 teilen sich das Vereinigte Königreich und Greater China mit Marktanteilen von jeweils 20%. Deutschland hat dagegen nur einen Marktanteil von 2%.

Jede vierte Transaktion fand online statt

Ein Trend, der auch am Kunstmarkt nicht vorbeigeht, ist die Digitalisierung. Online-Verkäufe von Kunst und Antiquitäten erzielten 2020 ein Rekordvolumen von 12,4 Mrd. US-Dollar. Das entsprach mehr als einer Verdopplung im Vergleich zum Vorjahr und einem Rekordmarktanteil am gesamten Kunstmarkt von 25%. (mh)

Bild: © LIGHTFIELD STUDIOS – stock.adobe.com

 

„Hochwertige Beratung sollte entsprechend entlohnt werden“

ETFs sind seit Jahren auf der Überholspur. apoAsset hat nun eine ETF-Dachfondslösung aufgelegt, mit der gezielt der Drittvertrieb über Makler gestärkt werden soll. Ein Interview mit Christian Hein, Portfoliomanager und Thomas Webers, Vertriebsdirektor Wholesale von Apo Asset Management.

Herr Webers, apoAsset ist vor allem auf Kunden aus Gesundheits­berufen spezialisiert. Im vergangenen Jahr haben Sie das Global ETFs Portfolio aber für weitere Kundengruppen geöffnet. Warum?

Thomas Webers: Wir werden in der Tat vor allem als Spezialist aus dem Bereich der Gesundheitsfonds wahrgenommen. Das haben wir uns über die Jahre erarbeitet. Wir bieten zudem heute das größte Netzwerk Deutschlands für Gesund­heitsinvestments. Wir besitzen aber auch ein zweites Standbein, dessen 20. Geburtstag wir in diesem Jahr feiern: die Multi-Asset-Dachfonds apo Piano, apo Mezzo und apo Forte. Das Global ETFs Portfolio ist unser jüngster ETF-Dachfonds und wurde vor Kurzem drei Jahre alt. Das haben wir zum Anlass genommen, den Fonds für weitere Anlegergruppen zu öffnen und eine Anteilsklasse in Schweizer Franken aufzulegen.

Hat das auch Auswirkungen auf Ihre Vertriebsaufstellung?

TW: Ja, wir werden den Drittvertrieb ausbauen und haben unsere Vertriebsmannschaft vor allem im Wholesale-Bereich erweitert, damit wir noch intensiver mit Maklern und Vermögensverwaltern zusammenarbeiten können. Auch in diesem Jahr werden wir uns weiter verstärken.

Auf der Produktseite setzen Sie dabei unter anderem auf das Potenzial von ETFs, vor allem in Form des Dachfonds Global ETFs Portfolio. Was zeichnet diesen aus?

Christian Hein: Das Global ETFs Portfolio ist das jüngste Produkt unserer Dachfondsfamilie. Es wurde 2017 aufgelegt. Den Anstoß dafür gab uns die Deutsche Ärzteversicherung. Sie kam auf uns mit dem Wunsch zu, den Anlegern ein global diversifiziertes, günstiges und leicht verständliches Portfolio aus Aktien- und Renten-ETFs anzubieten.

Wie spiegeln sich diese im Global ETFs Portfolio wider?

CH: Der Fonds basiert auf dem 3×3-Prinzip. Er investiert zu zwei Dritteln in Aktien-ETFs und zu einem Drittel in Renten-ETFs. Diese teilen sich dann noch auf jeweils drei Regionen auf: Nordamerika, Europa und Asien, sodass der Fonds am Ende aus einem Portfolio von neun ETFs besteht. Damit sind die Punkte Diversifikation und einfache Verständlichkeit erfüllt.

Und der Kostenaspekt?

CH: Der Fonds investiert in hochwertige und dennoch kostengünstige ETFs. Ganz wichtig ist zudem, dass es sich um liquide Indizes handelt. Wir wägen bei der Auswahl der Produkte die Qualität und die Kosten sehr genau ab und haben hierfür einen erprobten und detaillierten Auswahlprozess entwickelt. Die laufenden Gesamtkosten des Global ETFs Portfolio betragen bei der Euro-Anteilsklasse weniger als 0,50% pro Jahr. Damit ist der Fonds günstiger als der eine oder andere Robo-Advisor.

Warum genau das beschriebene 3x3-Prinzip?

CH: Mit der Aufteilung nehmen Anleger zu einem großen Teil und global gut diversifiziert an den Chancen der Aktienmärkte teil. In Korrekturphasen können die Renten-­ETFs aber die Verluste mildern. Das haben wir auch im Frühjahr 2020 gesehen. Zusätzlich wurden die damals günstigen Aktienkurse genutzt, um mehrere aktive Rebalancings durchzuführen. Wir überprüfen die Strategie kontinuierlich und können eingreifen, sobald sich die Eigenschaften der Diversifikation spürbar verändern.

Was bedeutet das konkret?

CH: Einerseits könnten wir die Zusammensetzung des Portfolios anpassen, wenn sich zum Beispiel die Rahmenbedingungen für Staats­anleihen stark ändern. Hier sehen wir aber aktuell keinen Handlungsbedarf. Die gewählte Diversifikation ist sehr robust. Andererseits überprüfen wir die Auswahl der jeweiligen ETFs kontinuierlich. Seit Auflage haben wir zwei ETFs ausgetauscht.

Ist das Konzept nicht zu einfach?

CH: Es sieht nach außen in der Tat sehr einfach aus. Und genau das soll es ja auch. Allerdings steckt dahinter sehr viel Know-how in der konkreten Umsetzung, insbesondere im Hinblick auf die genaue Diversifikation und Zusammensetzung der ETFs. Diese haben wir bei der Entwicklung sehr ausgiebig analysiert und überprüfen die Zusammenhänge der verschiedenen Faktoren kontinuierlich.

Wie hat sich das Konzept bisher in der Praxis geschlagen, sprich, wie hat sich die Performance seit der Auflage entwickelt?

CH: Seit Auflage hat das Global ETFs Portfolio mit Stand 11.02.2021 eine Wertentwicklung von rund 22% erzielt. Das ist sehr erfreulich. Noch erfreulicher ist die Stabilität der Wertentwicklung. In über 60% der Monate hat sich der Fonds besser entwickelt als seine Vergleichsgruppe. Somit hat er die Outperformance sehr stabil aufgebaut und nicht etwa durch Einmaleffekte. Zudem hat er seine Outperformance nicht nur in Aufwärtsphasen, sondern auch in Abwärtsphasen gezeigt. Dies bestätigen auch Ratingagenturen mit Bestnoten wie etwa die fünf Sterne von Morningstar. Das hilft natürlich auch im Vertrieb.

Seit Juli 2020 besteht zusätzlich eine CHF-Tranche für Privatanleger und Finanzberater. Warum?

TW: Während sich die Euro-Tranche in erster Linie an Versicherungen und Honorarberater richtet, ist die CHF-Tranche ein Angebot für Makler, damit ihre hochwertige Beratung für Kunden honoriert wird. Mit der Tranche in Schweizer Franken partizipiert der Euro-Anleger nicht nur vom ausgereiften Grundkonzept des Global ETFs Portfolio, sondern auch vom sicheren Hafen des Schweizer Franken. Zudem ist durch die Währungskomponente ein zusätzliches Element der Diversifizierung vorhanden.

Und Berater erhalten dabei eine andere Vergütung?

TW: Richtig. Die laufenden Kosten bewegen sich bei dieser Tranche noch unter 1%, und auch diese Lösung ist natürlich sparplanfähig. Dennoch ermöglichen es uns diese etwas höheren Kosten, dass wir mit den Plattformen vereinbaren können, dass auch beim Berater etwas ankommt. Wenn sie qualitativ hochwertige Beratung anbieten, dann sollte dies entsprechend entlohnt werden.

Sie haben Sparpläne angesprochen. In Deutschland gibt es mittlerweile mehr als 2 Millionen ETF-Sparpläne. Innerhalb des ETF-Trends sind Sparpläne damit noch einmal ein zusätzlicher Trend. Bedienen Sie auch diesen ganz bewusst?

TW: Ja, uns war von Anfang an wichtig, dass das Produkt sparplanfähig ist. Teilweise ist es schon ab 25 Euro möglich. Gerade für ein so breit diversifiziertes Produkt ist ein Sparplan genau richtig als zusätzlicher Baustein für die private Altersvorsorge. Die jeweiligen Vertriebsplattformen entscheiden aber eigenständig, ob sie einen entsprechenden Sparplan auch anbieten.

Wie wird das Konzept von den Kunden bisher angenommen?

TW: Wir haben uns in der Vermarktung bisher noch stark zurückgenommen, weil das Global ETFs Portfolio bisher ausschließlich im Versicherungsmantel angeboten wurde. Das wollen wir jetzt aber ändern und die Vertriebsaktivitäten intensivieren.

Dieses Interview lesen Sie auch in AssCompact 03/2021, Seite 70 f., und in unserem ePaper.

Bild: © itchaznong – stock.adobe.com

 
Ein Interview mit
Christian Hein
Thomas Weber

UBS lanciert chinesischen Tech-ETF

Chinesische Tech-Aktien ziehen in diesem Jahr ein stark erhöhtes Interesse auf sich. Anleger können ab sofort mit einem ETF von UBS Asset Management (UBS AM) breit gestreut in diesen Trend investieren. Er ist der erste seiner Art, der eine Währungsabsicherung bietet.

UBS Asset Management (UBS AM) lanciert den ersten währungsgesicherten UCITS ETF, der einen Zugang zum schnell wachsenden chinesischen Technologiesektor bietet. Der UBS ETF (LU) Solactive China Technology UCITS ETF bietet Investoren die Möglichkeit, in die 100 größten technologieorientierten Unternehmen Chinas mit Hauptsitz auf dem chinesischen Festland zu investieren. Der UBS ETF (LU) Solactive China Technology UCITS ETF ist in zwei Anteilsklassen erhältlich. Neben einer auf US-Dollar lautenden Anteilsklasse ist auch eine auf Euro nominierte, währungsgesicherte Anteilsklasse erhältlich.

Breites Tech-Universum

Neben der Auswahl von Unternehmen aus dem traditionellen Technologiesektor und dem Subsektor Gesundheitstechnologie umfasst der zugrunde liegende Index auch Unternehmen, die den Großteil ihrer Umsätze bei verschiedenen innovativen, technologiebezogenen Geschäftsaktivitäten erzielen, darunter Genomik, Robotik und Automatisierung, Cybersicherheit, digitale Unterhaltung, Cloud Computing, Autos der Zukunft, Blockchain und soziale Medien. Er umfasst damit auch Aktien jenseits der traditionellen Tech-Aktien.

Onshore-, Offshore- und ausländische Notierungen

Um eine umfassende Marktabdeckung zu erreichen, beinhaltet der Solactive China Technology Index sowohl Onshore- und Offshore- als auch ausländische Notierungen von Unternehmen, die ihren Hauptsitz in China haben oder dort gegründet wurden. Um den Index replizierbar zu halten, sind nur A-Aktien, die über Stock Connect gehandelt werden, zugelassen. Zudem werden sie mit 20% ihrer Streubesitz-Marktkapitalisierung berücksichtigt, um Beschränkungen für ausländische Beteiligungen widerzuspiegeln.

Einer der wichtigsten Wachstumstreiber Chinas

Der Technologiesektor gilt mittlerweile als einer der wichtigsten Wachstumstreiber Chinas. Die digitale Wirtschaft macht laut UBS AM rund 30% des chinesischen Bruttoinlandsprodukts aus und hat sich seit 2008 mehr als verdoppelt. „Das Innovationspotenzial Chinas wird durch den Ehrgeiz des Landes angetrieben, in praktisch jeder Disziplin die Nummer eins zu werden“, sagt Timo Pfeiffer, Chief Markets Officer beim Indexspezialisten Solactive. „Dieses Bestreben birgt ein immenses Wachstumspotenzial, das Anlegern nun durch den neuen China Technology ETF von UBS Asset Management leicht zugänglich gemacht wird.“ UBS AM habe die Nachfrage der Anleger in diesem Bereich erkannt und der entsprechende Solactive-Index trage zu dieser vielversprechenden Fondsauflage maßgeblich bei. (mh)

Bild: © Igor – stock.adobe.com

 

Das ist Privatanlegern bei nachhaltigen Anlagen wichtig

Die Degussa Bank hat 1.300 Privatanleger zum Thema ESG und Geldanlage befragt. Ziel der Umfrage war es, ein möglichst genaues Bild der persönlichen Nachhaltigkeitspräferenzen von bestehenden und potenziellen Kunden zu gewinnen. Ein Kriterium hat demnach klar die höchste Priorität.

Mithilfe einer Onlineumfrage wollte die Degussa Bank herausfinden, wie es um das Verhältnis der deutschen Privatanleger zum Thema ESG und Geldanlage bestellt ist. Im Kern stand die Frage nach der Gewichtung der verschiedenen Aspekte des Themas Nachhaltigkeit. Das Ergebnis: Die Teilnehmer gewichten die ökologische Nachhaltigkeit (E = Ecology) mit Abstand am stärksten. Die E-Kriterien erhielten eine Gewichtung von 55,0%. Die soziale Nachhaltigkeit (S) bekommt von den Teilnehmern eine Gewichtung von 31,7% zugewiesen. Die verbleibenden 13,3% entfallen auf die Governance-Kriterien.

Ökologische Kriterien haben höchstes Gewicht

„Für viele Privatinvestoren haben Umwelt- und Klimaschutz, Ressourcenschonung und eine Reduzierung der Treibhausgasemissionen eine sehr hohe Priorität. Dies spiegelt sich in der hohen Gewichtung der ökologischen Nachhaltigkeit wider. Die Menschen wollen investieren, aber die Berücksichtigung von ökologischen Kriterien hat dabei höchstes Gewicht“, kommentiert Michael Horf, Vorstandsmitglied der Degussa Bank AG, die Zahlen. „Für uns ist es wichtig, ein möglichst genaues Bild der Nachhaltigkeitspräferenzen von Kapitalanlegern zu haben. Dies erlaubt es uns, zukünftige Anlageprodukte passend nach den Präferenzen unser Anleger anzubieten.“

Die Ergebnisse im Detail

Die Befragten konnten insgesamt 20 Punkte auf sechs ESG-Kategorien verteilen. Von den sechs Kategorien sind drei dem Bereich E zuzuordnen (Umweltmanagement, Produkte & Dienstleistungen, Öko-Effizienz). Zwei Kategorien sind dem Bereich S zugeordnet (Mitarbeiter & Zulieferer, Gesellschaft & Produktverantwortung) und eine Kategorie dem Bereich G (Corporate Governance & Wirtschaftsethik). Die Kategorien orientieren sich an den ESG-Ratings der Agentur ISS (Institutional Shareholder Services Germany), eine der etablierten Rating-Agenturen im Bereich ESG.

Umweltmanagement und Öko-Effizienz am gefragtesten

Mit 19,7% erreichte die Kategorie „Umweltmanagement“ die höchste Gewichtung. Hierunter fallen alle Maßnahmen, die ein Unternehmen zum Schutz von Natur und Umwelt ergreift. Dazu zählen die Reduktion von Emissionen und die Nutzung erneuerbarer Energien. Direkt danach folgt die Kategorie „Öko-Effizienz“, die ebenfalls in den Bereich E fällt, mit 19,4%. Hierunter fallen verschiedene quantitative Faktoren wie der Energieverbrauch, der Wasserverbrauch, die Treibhausgasintensität, aber auch die Abfalleffizienz. Die dritte E-Kategorie ist „Produkte & Dienstleistungen“, die mit 15,8% gewichtet wurde. In Summe erhalten die drei E-Kriterien ein Gewicht von 55,0%.

Diese sozialen und Governance-Kriterien sind Anlegern wichtig

Im Bereich Soziales wird die Kategorie „Gesellschaft & Produktverantwortung“ mit 16,9% gewichtet. Darunter fallen die strikte Achtung der Menschenrechte im eigenen Umfeld und bei Zulieferern sowie die Beachtung der gesellschaftlichen Auswirkungen der eigenen Produkte und Leistungen. Die Kategorie „Mitarbeiter & Zulieferer“ wird von den Teilnehmern mit 14,8% gewichtet. Im Bereich Governance stand nur eine Kategorie namens „Corporate Governance & Wirtschaftsethik“ zur Auswahl. Hier werden beispielsweise die Compliance-Regeln im Unternehmen und die Transparenz im Unternehmen für Mitarbeiter, Shareholder und Anleger bewertet. Insgesamt erreichte das Governance-Kriterium eine Gewichtung von 13,3%. (mh)

Bild: © hogehoge511 – stock.adobe.com

 

Renditechancen von Aktien der Hidden Champions aktiv nutzen

Viele Anleger konzentrieren sich bei Aktien auf große Unternehmen. Dabei bieten gerade Hidden Champions besonderes Ertragspotenzial. Spezialisierte Fonds bieten effizienten Zugang zu diesen. Von Scott Woods, Portfoliomanager des Threadneedle (Lux) Global Smaller Companies.

In den vergangenen Monaten sind Aktien kleinerer Unternehmen – sogenannte Nebenwerte – weltweit betrachtet deutlich besser gelaufen als Standardwerte, beflügelt unter anderem durch die politische Entwicklung in den USA, finanzielle Hilfspakete und die Fortschritte bei der Entwicklung von Corona-Impfstoffen. Dies ist keinesfalls nur eine Momentaufnahme. Denn auch lang­fristig betrachtet können Small und Mid Caps vielfach bessere Risiko-Rendite-Profile bieten als Aktien großer Unternehmen. Eine geringere Unternehmensgröße kann einen günstigen Einfluss auf die Wertentwicklung von Aktienportfolios haben. So legte der globale Nebenwerte-Aktienindex MSCI World Small Cap in den vergangenen 20 Jahren um 552% zu. Der MSCI World kam im gleichen Zeitraum nur auf 258%. Trotz des deutlich höheren Wert­zuwachses schwankten die Aktien der kleinen und mittleren Unternehmen nur unwesentlich stärker.

Langfristige Mehrertragsgründe

Für die langfristigen Mehrerträge der Nebenwerte gibt es vor allem zwei Gründe: Zum einen bedienen sie häufig aufkommende Trends beziehungsweise Nischen, in denen sie Weltmarktführer sind. Daher kann sich die Nachfrage nach ihren Produkten und Dienstleistungen unabhängig vom Marktumfeld entwickeln. Small und Mid Caps lassen sich also nicht so leicht von Makrothemen beeindrucken – etwa von der Frage, wie lange und tiefgreifend die makroökonomischen Auswirkungen der Corona-Pandemie sein werden. Daher sollten sie in der Lage sein, auch in einem schwierigen Marktumfeld kontinuierlich zu wachsen – wie etwa das US-Unternehmen Freshpet, das qualitativ hochwertiges Frischfutter für Hunde und Katzen herstellt. In den USA geben die Verbraucher jedes Jahr 4 bis 5% mehr für ihre Haustiere aus. Die Herausforderung dabei ist, dass kleinere Unternehmen mitunter weniger bekannt sind. Auch bei Analysten stehen sie nur bedingt auf dem Radar. Beispielsweise wird die Microsoft-Aktie von über 40 Analysten abgedeckt. Im Gegensatz dazu haben nur zwei das kalifornische Unternehmen WD-40 auf dem Radar, das Haushaltsartikel herstellt, zu denen eine äußerst erfolgreiche Schmiermittelmarke gehört.

Ideale Voraussetzungen für aktives Portfoliomanagement

Gleichzeitig ist das Universum der kleineren Unternehmen mit rund 4.500 Werten weltweit sehr groß und die Renditen können weiter auseinandergehen als bei Standardaktien. Wer über entsprechende Analyse-Ressourcen verfügt, kann das als Vorteil nutzen – und durch aktives Portfoliomanagement Mehrrenditen erzielen. Denn es lassen sich Portfolios aufbauen, deren Zusammensetzung deutlich vom jeweiligen Vergleichsindex abweicht. Nicht viele Anlageklassen bzw. Marktsegmente ermöglichen ein derartiges Ausmaß aktiver Positionen. Grundsätzlich empfiehlt sich ein globaler Ansatz, um Chancen weltweit wahrzunehmen. Denn die Erfahrung zeigt, dass die Kurse von Nebenwerten weltweit je nach Region stark schwanken können. Daher sollte sich ein globaler Ansatz wesentlich schwankungsärmer verhalten als ein regionaler. Wer die Chancen von Small und Mid Caps nicht verpassen möchte, kann einen Blick auf aktiv gemanagte Investmentfonds mit entsprechendem Fokus werfen. Denn erfahrene Portfoliomanager, die auf globale Investment- und Research-Ressourcen zurückgreifen, können Marktineffizienzen nutzen, die sich zum Beispiel aus der geringeren Abdeckung durch Analysten ergeben.

Strukturelle Vorteile und Porters fünf Kräfte

Bei der Aktienauswahl für den Threadneedle (Lux) Global Smaller Companies zum Beispiel stehen fünf strukturelle Aspekte im Fokus. Dazu gehören erstens immaterielle Vermögenswerte wie Marken oder Patente, die verhindern, dass neue Wettbewerber in den Markt eintreten. Zweitens spielen Kostenvorteile eine Rolle, denn der kostengünstigste Produzent kann seine Konkurrenten verdrängen. Günstig wirkt drittens der Netzwerkeffekt, indem der Wert einer Dienstleistung steigt, je mehr Menschen diese nutzen. Viertens ist eine optimale Betriebsgröße vorteilhaft. Und fünftens wirken Kosten günstig, die mit dem Wechsel des Anbieters verbunden sind. Neben diesen firmenspezifischen Wettbewerbsvorteilen analysiert das Portfoliomanagement auch, welche Unternehmen in ihren Branchen erstklassig positioniert sind. Dafür nutzt es das Fünf-Kräfte-Modell von Harvard-Professor Michael Porter, das die Rivalität eines Unternehmens zu seinen Wettbewerbern, Eintrittsbarrieren für den entsprechenden Markt, die Austauschbarkeit der Produkte des Unternehmens, die Anbieterstärke und die Nachfragestärke umfasst. Ein gutes Beispiel hierfür ist Trex. Das US-­Unternehmen stellt Verbundbeläge her und bezieht seinen gesamten Kunststoff in Form von Granulat, das nur wenige Kilometer entfernt in einer Sortieranlage verarbeitet wird, in der Plastiktüten amerikanischer Einzelhändler recycelt werden. Es ist schwierig, dieses Verfahren genauso günstig nachzuahmen. Dasselbe gilt für die Herstellung der Verbundbeläge selbst. Das verschafft Trex auf einem Markt mit hauchdünnen Margen langfristig enorme Kostenvorteile.

Nachhaltigkeitskriterien zunehmend bedeutsam

Zudem sind für den langfristigen Anlageerfolg gute Profile im Hinblick auf Umwelt- und soziale Kriterien sowie Unternehmensführung (ESG) entscheidend. Columbia Threadneedle ist davon überzeugt, dass gut geführte, zukunftsorientierte Unternehmen besser aufgestellt sind, um geschäftliche Risiken und Herausforderungen erfolgreich zu adressieren sowie eine nachhaltige Performance und langfristige Wertsteigerungen zu erzielen. Darüber hinaus lassen sich durch die Kombination von finanziellen Kennzahlen mit nachhaltigen Faktoren bei der Titelauswahl weitergehende Informationsvorsprünge gewinnen, die zu einer noch besseren Wertentwicklung des Portfolios führen können. Daher legt Columbia Threadneedle großen Wert auf verantwortungsvolles Investieren. Um dem gerecht zu werden, hat die Fondsgesellschaft eigene Instrumente entwickelt, die eine robuste RI-Rahmenstruktur bereitstellen und fundiertere Analysen als Grundlage für bessere Anlage­entscheidungen durch die Portfolio­manager ermöglichen.

Angesichts dieser Vorzüge sind Investmentfonds mit Schwerpunkt auf Small und Mid Caps einen Blick wert. Nach dem Motto „Klein, aber oho“ können sie dazu beitragen, die Risiko-Rendite-Profile von Gesamtportfolios zu optimieren – und das aus der zweiten Reihe heraus.

Diesen Artikel lesen Sie auch in AssCompact 03/2021, Seite 58 f., und in unserem ePaper.

Bild: © llhedgehogll – stock.adobe.com

 
Ein Artikel von
Scott Woods

„Das ist die nächste Stufe und Innovation der Investmentwelt“

Der Fondsvertrieb war immer stark geprägt vom Produktverkauf. Das ändert sich gerade aber. Nicht bei allen Pools und Vermittlern ist das schon angekommen. Oliver Lang, CIO von blau direkt, prophezeit diesen Dinosauriern das Aussterben und will beim Aufbau des Investmentgeschäfts von blau direkt einen anderen Weg einschlagen.

Herr Lang, Sie sind im Juli 2020 zu blau direkt gewechselt, um dort den Investmentbereich neu aufzubauen. Warum der Wechsel zu blau direkt?

Wann hat man schon mal die Möglichkeit, bei dem wachstumsstärksten Pool einen komplett neuen Geschäftsbereich aufzubauen? blau direkt wächst im Versicherungs­bereich Jahr für Jahr mit über 40%, und das obwohl die Zahl der Vermittler nur um 3% wächst. Daraus resultiert die faszinierende Frage: Wie schafft es dieser Pool, seinen Partnern so viel mehr Möglichkeiten für Vertragsabschlüsse zu verschaffen? Das habe ich zuvor mit großem Interesse aus der Ferne beobachtet. Das war das eine Spannende am Wechsel zu blau direkt.

Und das andere?

Anders als andere große Pools schafft blau direkt sein Wachstum allein mit Versicherungen. Viele der angeschlossenen Makler haben aber auch die Zulassung für das Investmentgeschäft. Unsere Partner haben weit über 1 Mrd. Euro Investmentbestand, die sie aktuell noch woanders haben. Und das wollen wir zu blau direkt holen.

Wie wollen Sie das schaffen?

Ein ganz wichtiger Punkt für uns ist immer die Technologie. Im Versicherungsbereich sind wir marktführend. Das war auch der Anspruch für den Investment­bereich. Wir haben uns alle Systeme am Markt angeschaut. Regulatorische Themen spielten dabei genauso eine Rolle wie die Softwarearchitektur der Systeme. Manche sind zwar für die Makler funktional, aber völlig überladen und technisch völlig veraltet. Wir wollen aber auch beim Investmentgeschäft nicht auf einen alten Vier-Zylinder-Diesel, sondern auf die neuesten Technologien setzen, und die bietet uns Fondsnet.

Und neben der reinen Technologie?

blau direkt geht Prozesse und Themen seit jeher in allererster Linie aus der Sicht des Endkunden an. Begeistere deinen Endkunden so, dass er deine Services und Dienstleistungen liebt. Wenn der Kunde begeistert ist, ist es der Vermittler auch. Wenn der Endkunde bei Amazon das schönste Shopping-Erlebnis hat, wird er keine andere Plattform mehr nehmen. Diese stark auf den Endkunden zentrierte Denkweise ist der entscheidende Unterschied von blau direkt zu allen anderen Systemen. Es geht immer um Innovation. Es geht immer um marktführende Technologien. Und das wird auch im Investmentgeschäft der Fall sein. Wir werden zum Beispiel in der simplr-App, wo der Kunde heute schon seine ganzen Versicherungen einsehen und verwalten kann, auch die Erlebniswelt seiner Investments bieten.

Welche Vorteile bringt das in der Praxis?

Bei Versicherungen muss man oft zig Informationen eingeben, um zu prüfen, ob der Schutz preislich oder qualitativ noch passt. Unser System erledigt dies automatisch für den Kunden im Namen seines Maklers. Diesen Service erhält er serienmäßig. Die meisten Kunden sind davon eh begeistert, weil sie jedes Jahr mit wenig Aufwand durch einen Wechsel Geld sparen können. Etwas Ähnliches ist auch für den Investmentbereich in Planung. Kunden sollen auf Basis ihrer Risikoneigung automatisiert passende Portfolioempfehlungen erhalten.

Was läuft im bisherigen Investmentgeschäft falsch?

Anlageberatung ist stark geprägt von Trends. Es heißt nicht umsonst: Zeig mir dein Depot, und ich sag dir, wann du beraten wurdest. Die meisten Vermittler machen keine kontinuierliche Betreuung, sondern verkaufen einmalig aktuelle Bestseller. Das gilt übrigens auch für die ganzen Fondspolicen. Da wird meist zu Beginn irgendein Fonds angekreuzt und danach nie mehr etwas geändert. Da müssen wir ran, denn das sind Services, die Endkunden schätzen. Es darf nicht der Anspruch eines Vermittlers sein, den Kunden auf einem ehemaligen Flaggschiff versauern zu lassen. Ein moderner Maklerpool organisiert ein Prozesssystem, das optimierte Portfolios für den Kunden ermittelt und im Namen des Maklers an­bietet. Alles andere ist analoge Welt, und wir wissen doch alle: Dinosaurier sterben.

Warum?

Weil sie nicht verstanden haben, was das Bedürfnis des Kunden ist. Wir sind jung, wild und digital. Und nicht alt, analog und langweilig wie die anderen. Wer das Gestern lebt, erreicht nicht, was heute möglich ist. Es kann doch nicht der Anspruch eines Pools sein, nur den Bestand von gestern zu verwalten. Die 20 erfolgreichsten Kunden bei blau direkt sind im Durchschnitt 32 und nicht 55plus wie bei manchem Konkurrenten. Das ist ein erheblicher Unterschied, weil es mit ganz anderen Ansprüchen und Verhaltensweisen einhergeht. Ein 60-jähriger Makler macht keine Instastory. Unsere erfolg­reichsten Partner nutzen Instagram oder Facebook täglich, um Fahrradversicherungen oder Ähnliches an ihre Kunden zu bringen. Und warum sollte das nicht auch im Investmentbereich möglich und sinnvoll sein?

Was genau machen die Dinosaurier aus Ihrer Sicht falsch?

Das Problem der Dinosaurier ist, dass sie nicht richtig mit den Daten arbeiten und die Endkunden nicht verstehen. Wenn man die richtigen Daten hat, kann man sehr proaktiv mit dem Kunden arbeiten. Das ist auch auf den Investmentbereich übertragbar. Wenn man das genaue Kundenprofil hat, ist die Ableitung eines passenden Zielportfolios viel einfacher und zielgerichtet möglich. Man kann nicht mehr nur warten, bis der Kunde auf einen zukommt. Der Makler muss für sein Geld etwas tun. Und auch wir als Pool müssen etwas dafür tun. Digitalisierung und Kundennutzen, da führen wir.

Wie verändern Digitalisierung und die neuen Kundenansprüche die Produktwelten?

Die Anlagewelt wird sich auf der Produktseite stark verändern. Die Entwicklung wird weg von vielen Einzelfonds hin zu vermögensverwaltenden Lösungen gehen. Wir werden in Zukunft über vielleicht 50 vermögensverwaltende Lösungen mit unterschiedlicher Risikocharakteristik sprechen. Aus diesen bekommt jeder Kunde von seinem Berater wie von einer Art Family Office Light 4 oder 5 passende Empfehlungen zu seinen Zielen, die er dann in seinem Portfolio miteinander mischt. Das Ganze schaut man sich im Anschluss einmal im Jahr an und prüft, ob es noch passt oder ob es Optimierungsbedarf gibt.

Das verändert auch die Rolle des Vermittlers grundlegend …

Richtig. Aus dem Verkäufer von Einzelfonds zu einem bestimmten Zeitpunkt wird ein dauerhafter Begleiter des Kunden. Das ist die Zukunft. Das geht aber nur mit moderner Technik. Nur mit ihrer Hilfe lässt sich das im Beratungsalltag umsetzen. Die jungen Kunden fragen schon heute nicht mehr nach dem besten Fonds in der Fünfjahres­wertung. Sie fragen ganz gezielt nach vermögensverwaltenden Lösungen, und zwar nach aktiven wie auch nach passiven Strategien – alles, was der Markt hergibt. Das ist die nächste Stufe und die nächste Innovation der Investmentwelt. Wir gestalten sie.

Ist das auch schon bei den Vermittlern angekommen?

Nein, in den Köpfen vieler Vermittler ist das leider noch nicht präsent. Der Markt ist noch klassisch auf Produktverkauf ausgerichtet. Vermittler haben in der Vergangenheit schließlich vor allem zwei Dinge propagiert. Erstens: Ich bin unabhängig. Zweitens: Ich bin immer an deiner Seite, lieber Kunde. Zu Beginn waren sie das in der Regel auch. Wer dann aber mal 200 bis 300 Endkunden hat, ruft die mit Sicherheit nicht mehr alle regelmäßig an. Man hat dann immer seine 10 bis 20 Top-Kunden, denen man das Versprechen von früher offeriert. All die anderen bleiben außen vor. Proaktive Tools ermöglichen es aber, auch bei diesen Kunden den Versprechen dauerhaft gerecht zu werden, und die wollen wir ihm in Zukunft auch im Investmentgeschäft bieten. Wir führen sie hin.

Diesen Artikel lesen Sie auch in AssCompact 03/2021, Seite 74f. und in unserem ePaper.

Bild: © Tierney – stock.adobe.com

 
Ein Interview mit
Oliver Lang

Zuflüsse in Aktien-ETFs haben sich weltweit mehr als verdoppelt

Amundi hat aktuelle Zahlen zum globalen ETF-Markt veröffentlicht. Demnach haben sich die Zuflüsse in Aktien-ETFs im Februar gegenüber dem Vormonat mehr als verdoppelt. In Europa waren Anleger allerdings weniger euphorisch.

Mit globalen Mittelzuflüssen in Aktien-ETFs in Höhe von 122,2 Mrd. Euro hat sich die Nachfrage im Februar gegenüber dem Vormonat mehr als verdoppelt. Im Januar lagen die weltweiten Zuflüsse nur bei 50,7 Mrd. Euro. Nordamerika-Aktien-ETFs verzeichneten im Februar mit 45,1 Mrd. Euro die höchsten Zuflüsse, gefolgt von Sektor-, Themen- und Smart-Beta-Strategien mit einem Plus von 34,6 Mrd. Euro. Anleihe-ETFs verbuchten ein Plus von 19,2 Mrd. Euro, das sich vor allem auf Aggregate-Strategien (8,4 Mrd. Euro), Unternehmensanleihen (3,4 Mrd. Euro) und Staatsanleihen-ETFs (2,4 Mrd. Euro) verteilte.

Zurückhaltung in Europa

In Europa waren Anleger weniger euphorisch. Sie investierten 10,9 Mrd. Euro in Aktien-ETFs und damit sogar leicht weniger als im Vormonat (12,9 Mrd. Euro). Auch bei den gefragtesten Aktiensegmenten setzten europäische Anleger andere Schwerpunkte: Sektor-, Themen- und Smart-Beta-ETFs haben mit 6,8 Mrd. Euro die meisten Mittel angezogen, gefolgt von globalen Indizes mit einem Plus von 6,3 Mrd. Euro. Großbritannien blieb mit Zuflüssen in Höhe von 638 Mio. Euro das Land, das das größte Anlegerinteresse auf sich zog.

Finanzwerte und nachhaltige Fonds gefragt

Bei Sektor- und Themen-ETFs, die 5,3 Mrd. Euro neue Mittel anzogen, waren Finanzwerte (1,1 Mrd. Euro) am gefragtesten. Anleger scheinen optimistisch zu sein, dass die Wirtschaft nach der Pandemie wieder anspringt. Auch die Nachfrage nach ESG-Strategien war mit Zuflüssen von 6 Mrd. Euro weiterhin hoch, wobei Welt- und Nordamerika-Indizes mit jeweils mehr als 2 Mrd. Euro die beliebtesten Strategien in diesem Bereich waren. (mh)

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Franklin Templeton gründet Nachhaltigkeitsrat

Franklin Templeton hat einen Stewardship and Sustainability Council gegründet. Der Nachhaltigkeitsrat soll unter anderem Einblicke und Anleitungen zu wichtigen Nachhaltigkeitsthemen geben und die kontinuierliche Entwicklung der ESG-Infrastruktur und Best Practices steuern.

<p>Nachhaltigkeit hat nicht zuletzt durch die <a href="https://www.asscompact.de/nachrichten/die-transparenzverordnung-gilt-es…; target="_blank" >EU-Transparenzverordnung</a> eine zentrale Rolle in Investmentlandschaft eingenommen. Zur Unterstützung der eigenen ESG-Wachstumsstrategie bündelt Franklin Templeton die Stärke und Expertise der kollektiven ESG-Fähigkeiten der Gesellschaft in einem neuen Stewardship and Sustainability Council. Der Nachhaltigkeitsrat soll engagierte ESG-Führungskräfte aus den insgesamt 19 spezialisierten Investmentmanagern (SIMs) von Franklin Templeton zusammenbringen, um die kontinuierliche Entwicklung der ESG-Infrastruktur und Best Practices zu steuern. </p><h5>Ratgeber und Forum</h5><p>Neben der Festlegung und Unterstützung einer gemeinsamen Research-Agenda für Stewardship und Nachhaltigkeit wird sich das Council mit Themen wie Datenanforderungen, Transparenz und Berichterstattung befassen. Der Rat soll auch Einblicke und Anleitungen zu wichtigen Nachhaltigkeitsthemen geben und als Forum dienen, um die damit verbundenen Richtlinien und Vorschriften zu überwachen und Feedback zu geben. </p><h5>Führungsduo</h5><p>Der Rat wird gemeinsam von David Sheasby, Head of Stewardship and ESG bei Martin Currie, und David Zahn, Head of European Fixed Income und Head of Sustainable Fixed Income bei Franklin Templeton Fixed Income, geleitet. Sheasby, mit Sitz in Edinburgh, und Zahn, mit Sitz in London, bringen laut Franklin Templeton eine breiten ESG-Background und eine große Vielfalt von Investmentperspektiven in ihre Rollen ein, da sie aus der Aktien- bzw. Fixed-Income-Perspektive kommen. Beide werden ihre derzeitigen Verantwortlichkeiten innerhalb ihrer jeweiligen Investmentteams beibehalten, während sie diese Co-Chair-Rolle übernehmen.</p><h5>Globaler Nachhaltigkeitschef geht von Bord</h5><p>Julie Moret, Global Head of ESG, hat derweil Franklin Templeton nach acht Jahren im Unternehmen zum 17.03. verlassen, um eine andere Chance wahrzunehmen. Die Investmentgesellschaft will die Position des Global Head of ESG aktiv neu besetzen, zumal sie eine wesentliche Rolle im Nachhaltigkeitsrat spielen wird. Bis dahin sollen das globale ESG-Team und die jeweiligen ESG-Experten, die in jedem der autonomen spezialisierten Investmentmanager der Gesellschaft eingebettet sind, ihre Arbeit zur Unterstützung Der Kunden fortsetzen. (mh)</p><p><i class="font-twelve-italic" >Bild: © Robert Kneschke – stock.adobe.com</i></p><div id="bbgreadlog-getimage"><img src="/bbgreadlog/getimage/8D8D579A-3B9F-4A35-94D9-FFF3A8706F6E"></div>

 

So verändert Corona die Geldanlage der Deutschen

Die LBBW hat eine Umfrage zum Anlageverhalten der Deutschen in Auftrag gegeben. Sie wollte darin wissen, wie die Corona-Krise die Geldanlage der Bundesbürger verändert. Demnach hat die Pandemie das Vertrauen der Deutschen bei der Geldanlage erschüttert und zu einigen gravierenden Fehleinschätzungen geführt.

Die Corona-Krise hat das Vertrauen der Deutschen bei der Geldanlage erschüttert. Laut einer exklusiv von der LBBW in Auftrag gegebenen aktuellen Umfrage sehen drei Viertel der Befragten eine Zunahme der Unsicherheitsfaktoren bei allen Formen der Geldanlage. Sie vertrauen deshalb am ehesten noch den sogenannten Real Assets – also Sachwertanlagen wie Immobilien und Gold, aber auch Aktien.

Sicherheitsbedürfnis noch weiter gestiegen

Gerade in Corona-Zeiten gilt für die Deutschen, dass sie eine „hohe Sicherheit für das Kapital“ wünschen. Jeder Zweite machte davon seine Geldanlage abhängig. Auf Platz 2 landet mit 39% der „Inflationsschutz“ – und damit ein weiteres Sicherheitskriterium. Vor diesem Hintergrund wundert es nicht, dass klassische und vermeintlich sichere Sparprodukte wie das Sparbuch, Tagesgeld- oder Festgeldkonten bei Deutschen als Geldanlage weiter besonders beliebt sind. „Die neusten Entwicklungen haben das ohnehin starke Sicherheitsbedürfnis der Bundesbürger nochmals verstärkt“, erklärt Antje Laschewski, die zusammen mit Uwe Streich die Studie „Reale Assets in der Niedrigzinswelt: Es gibt Nachholbedarf“ der LBBW verantwortet hat, für die 1.000 Bundesbürger repräsentativ befragt wurden.

Gravierende Fehleinschätzungen

Mit ihren Einschätzungen liegen die Deutschen laut der LBBW jedoch in einigen Punkten falsch. „Für fast die Hälfte der Bundesbürger haben Immobilien und Gold angesichts der Corona-Pandemie an Attraktivität gewonnen. Aus Sicht von einem guten Drittel haben auch Aktien als attraktive Geldanlage gepunktet“, sagen Laschewski und Streich. „Gerade selbstgenutzte Immobilien sind beliebt, weil die Investoren sie im wahrsten Sinne des Wortes täglich mit Händen greifen können.“ Grundsätzlich sei dieser Ansatz der Verbraucher nicht falsch. Jedoch habe die Umfrage dabei auch deutliche Fehleinschätzungen zutage gefördert.

Anleger überschätzen das Risiko bei Aktien

Beispielsweise schätzten die Deutschen die Sicherheit von Gold und Immobilien gegenüber Aktien oft zu hoch ein. „Dementsprechend wird das Potenzial von Aktien oftmals nicht ausgeschöpft“, warnt Uwe Streich. „Das Edelmetall schützt jedoch vor Totalverlust. Mit einer Goldbeimischung können zudem die Risiken in einem Portfolio gut gestreut werden.“ Überrascht habe die Autoren der Studie, dass vor allem jüngere Menschen eine Anlage in Gold präferieren.

Immobilien zu Recht beliebt

In der Umfrage nannten die Befragten Immobilien als zweitwichtigste Anlageform – und liegen damit nach Ansicht der Experten goldrichtig. Immobilien seien ein wichtiger Baustein in der Altersvorsorge. Aber auch jenseits der eigenen vier Wände locken trotz des Negativzinsumfelds sogar attraktive Renditen, zum Beispiel bei einer Investition in Logistik- und Wohnimmobilien. (mh)

Die vollständige Studie ist hier zu finden.

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