AssCompact suche
Home
Assekuranz
11. Juli 2026
Neue Größe, neue Chancen: So stärkt BarmeniaGothaer Makler

1 / 4

Neue Größe, neue Chancen: So stärkt BarmeniaGothaer Makler

Neue Größe, neue Chancen: So stärkt BarmeniaGothaer Makler

Die BarmeniaGothaer sieht sich nach einem erfolgreichen Jahr 2025 dank des Zusammenschlusses beider Häuser gut aufgestellt, um Wachstumspotenziale zu nutzen, den Einsatz von KI voranzutreiben und die Direktanbindung mit Maklern weiterzuentwickeln.

Interview mit Dr. Andreas Eurich und Oliver Schoeller, beide Co-Vorstandsvorsitzende der BarmeniaGothaer AG
Herr Schoeller, Ende Mai legte die BarmeniaGothaer die Bilanzzahlen des Jahres 2025 vor. Wo entstehen aktuell die wichtigsten Wachstumsimpulse?

Oliver Schoeller Wir sehen derzeit in mehreren Bereichen eine sehr dynamische Entwicklung. Insgesamt ist die Gruppe 2025 um 7,8% gewachsen und damit stärker als der Markt, der bei 6,6% lag. Entscheidend ist aber nicht nur das Wachstum. Entscheidend ist, dass es wirtschaftlich tragfähig ist.

Auch diese Zahlen sprechen für sich. So haben wir den Jahresüberschuss vor Veränderung der Schwankungsrückstellungen auf 181 Mio. Euro gesteigert. Das entspricht etwa einer Verdreifachung. Der Return on Equity liegt bei rund 8,9%. Auch unsere Solvency-II-Quote ist deutlich gestiegen: um 41 Prozentpunkte auf 226%. Das zeigt, dass wir Wachstum, Ertragskraft und Performance miteinander verbinden.

Im Kompositgeschäft lagen wir bei rund 8,3% Wachstum gegenüber etwa 7,6% im Markt. Gleichzeitig wächst auch die Zahl der versicherten Risiken. Das ist mir wichtig, weil es zeigt: Das Wachstum kommt nicht nur aus höheren Prämien, sondern auch aus zusätzlichem Geschäft. Die Combined Ratio lag im Kompositgeschäft bei rund 90,8%. Damit zeigt sich auch in der Schaden- und Unfallversicherung eine sehr solide Profitabilität.

Im Bereich Leben verzeichnen wir sowohl bei den laufenden Beiträgen als auch im Einmalbeitragsgeschäft insgesamt ein Plus von 4,6%.

Herr Dr. Eurich, wie sehen die Zahlen für den Bereich der Krankenversicherung aus?

Dr. Andreas Eurich Auch im Gesundheitssegment war die Entwicklung sehr erfreulich. In der Krankenversicherung lag unser Wachstum bei 8,9% und damit ebenfalls über dem Markt.

Gleichzeitig konnten wir die Profitabilität deutlich verbessern. Der Rohüberschuss ist um 67% von 330 Mio. Euro im Vorjahr auf 490 Mio. Euro gestiegen.

Gerade vor dem Hintergrund der hohen Leistungsdynamik in der Krankenversicherung ist das ein wichtiges Signal. Diese Zahlen zeigen: Der Zusammenschluss erzeugt nicht nur Größe, sondern auch wirtschaftliche Stärke.

Vor dem Hintergrund der starken Zahlen: Wie sehr besorgen Sie die aktuellen geopolitischen Krisen und die wirtschaftliche Stagnation in Deutschland?

OS Die wirtschaftliche Lage ist derzeit von mehreren Faktoren gleichzeitig geprägt: geopolitische Spannungen, Inflation, hohe Energiekosten und eine insgesamt schwache Wachstumsdynamik in Deutschland und Europa. Das verändert natürlich auch die Risikolage für Unternehmen und Privatkunden. Genau darin liegt aber der Kern unseres Geschäfts. Versicherer müssen Menschen und Unternehmen helfen, mit diesen Veränderungen umzugehen und Risiken beherrschbar zu halten. Insofern besorgt uns die aktuelle Situation weniger.

AE Problematisch wird es nur dort, wo sich Unsicherheit dauerhaft mit fehlender wirtschaftlicher Perspektive verbindet. Versicherer profitieren nicht von einer schwachen Wirtschaft. Wir wollen gemeinsam mit unseren Kunden wachsen. Deshalb beobachten wir sehr genau, wie sich Themen wie Deindustrialisierung, Bürokratie oder die Wettbewerbsfähigkeit Europas entwickeln.