Die ZIA-Präsidentin Iris Schöberl hat das aktuelle Frühjahrsgutachten der Immobilienweisen zur Immobilienwirtschaft 2026 an die Parlamentarische Staatssekretärin im BMWSB, Sabine Poschmann, übergeben. Das Fazit der Experten fällt ernüchternd aus. Nach zwei Jahren rückläufiger Entwicklung verzeichnete Deutschland 2025 nur ein marginales BIP-Wachstum von 0,2%. Die Bauwirtschaft sei einer der am stärksten belasteten Sektoren – die Bruttowertschöpfung liege 25% unter dem Niveau von 2022.
„Die Zahlen sprechen eine klare Sprache: Deutschland steckt in einer strukturellen Krise. Die Immobilienwirtschaft leidet darunter. Es muss jetzt heißen: Think Big“, erklärt Iris Schöberl, Präsidentin des Zentralen Immobilien Ausschusses (ZIA). „Wir können nicht mit kleinen Reformen weitermachen, wenn die Probleme struktureller Natur sind.“
Alarmierende Lage im Wohnungsbau
Als besonders alarmierend bezeichnen Experten die Situation im Wohnungsbau. Für 2026 dürften nur 215.000 Wohnungen fertiggestellt werden. Der Bedarf liegt jährlich aber bei 257.400 Wohneinheiten bis 2040. Die Fertigstellungen werden voraussichtlich erst ab 2027 wieder steigen.
„Bau-Turbo“ noch kein Gamechanger
Laut Gutachten seien die bisherigen Maßnahmen der Bundesregierung unzureichend – eher „inkrementelle Anpassungen als ein grundlegender Strukturbruch“, wie es wörtlich in der Studie heißt. Der „Bau-Turbo“ ermögliche Abweichungen vom bestehenden Bauplanungsrecht und weise damit in die richtige Richtung, sei aber noch kein Gamechanger.
Bauen und Investieren wieder attraktiver machen
„Was wir brauchen, sind keine schrittweisen Anpassungen, sondern grundlegende Strukturreformen”, fordert der Immobilienweise Feld. „Die ordnungspolitischen Rahmenbedingungen müssen verbessert werden, um Produktions- und Bereitstellungskosten zu senken und Investitionen wirtschaftlich attraktiv zu machen.“ Mietpreisbremse und restriktive Kappungsgrenzen würden Anreize für Investitionen vermindern. „Wer bezahlbaren Wohnraum will, muss die Rahmenbedingungen so setzen, dass Bauen und Investieren wieder wirtschaftlich attraktiv werden“, so Feld weiter.
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Die reinen Baukosten beim…
Die reinen Baukosten beim Wohnungsbau machen typischerweise etwa 70 bis 80 % der Gesamtbaukosten aus.
Verschiedene Ausschreibungen haben gezeigt, dass die reine Baukostensenkung wesentlich komplexer als die Anwendung von standardisierten, seriellen oder modularen Bauweisen ist.
Bspw.:
„Europäischen Ausschreibung für modulares und serielles Bauen“, in 2018 (GdW)
oder
Rahmenvereinbarung „Serielles und modulares Bauen 2.0“, in 2023 (GdW)
oder
Runder Tisch „Serielles, modulares & systemisches Bauen“ an der Bundesstiftung Bauakademie
Das Ziel, kostengünstiger Wohnungsbau, wurde In den Ergebnissen der Exponate niemals erreicht.
Es ist auch keine Frage der Förderprogramme, sondern eine Frage nach der Ineffizienz der Bauwirtschaft. Was nützt das Geld, wenn man dafür nur überteuerte Leistungen bekommt.
Subventionen aus Steuergeldern
Subventionen sind die Belohnung für das Versagen
(Dr. Markus Krall)
Es kann keine zukunftsfähige Lösung sein, wenn beim Wohnungsneubau mit Subventionen, auch geförderter Wohnungsbau genannt, die sogenannte Sozialbindung nach 15 Jahren wegfällt und diese Wohnungen dann zu „Marktmieten“ angeboten werden können.
Vermutlich müssen dann sehr viele Mieter aus finanziellen Gründen ihre Wohnung, sowie ihre damit verbundenen und seit langem bestehenden sozialen Beziehungen, aufgeben.
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