Für viele Haushalte scheitert Wohneigentum nicht an der monatlichen Kreditrate, sondern am hohen Eigenkapital, das beim Kauf sofort nötig ist. Wer diese Anfangskosten nicht zu stemmen vermag, kann kein Eigentum erwerben – auch dann nicht, wenn die laufende Finanzierung eigentlich bezahlbar wäre.
Eine neue GREIX-Studie des Kiel Instituts für Weltwirtschaft beleuchtet die regionale Dimension der Erschwinglichkeit von Wohneigentum in Deutschland. Im Fokus steht, wie lange Haushalte in den einzelnen Kreisen sparen müssen, um das notwendige Eigenkapital aufzubringen. Laut dem Bericht „(H)ausquartiert: Regionale Unterschiede beim Zugang zu Wohneigentum“ zeigt auf, dass der Eigenkapitalbedarf die zentrale Hürde beim Zugang zu Wohneigentum darstellt. Die Berechnungen basieren auf einer Bruttosparquote von 20% des verfügbaren Einkommens und einem Zinssatz von 1,7%.
Mediane Sparzeit fürs Eigenkapital liegt bei 9,37 Jahren
Im Rahmen der Studie werden zwei Aspekte betrachtet: die gesamte Höhe des benötigten Eigenkapitals und der Anteil der Kaufnebenkosten daran. Im Zeitraum von 2015 bis 2024 betrug die Sparzeit im Median für das notwendige Eigenkapital beim Immobilienerwerb 9,37 Jahre. Hierbei gibt es große regionale Unterschiede. Der Analyse zufolge reicht die Spanne von 3,79 Jahren im Kyffhäuserkreis in Thüringen bis zu 27,55 Jahren im Landkreis Starnberg bei München. Abgesehen vom Landkreis Miesbach ergeben sich außerdem sehr hohe Werte für den Landkreis Miesbach (27,10 Jahre), den Landkreis München (23,20 Jahre) und den Landkreis Bad Tölz-Wolfratshausen (22,14 Jahre).
1,46 Jahre sparen für Erwerbsnebenkosten
Ein erheblicher Teil der Sparzeit entfällt dabei auf die Erwerbsnebenkosten als Teil der Einstiegshürde Eigenkapital. Hierzu zählen die Grunderwerbsteuer sowie Notar- und Grundbuchkosten. Im Median entfallen auf diese Kosten 1,46 Jahre der Sparzeit und damit über 15% des gesamten Eigenkapitalbedarfs.
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