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Digitale Fitness-Tipps (9): Kommt das Aus für die Maus?
30. Oktober 2020

Digitale Fitness-Tipps (9): Kommt das Aus für die Maus?

In regelmäßigen Abständen analysiert Christoph Bubmann, CEO von digitransform.de, für AssCompact Fragen der Digitalisierung. Diesmal geht es darum, ob aufgrund von Eye- und Gesture Control das Aus für die Maus bevorsteht.


In regelmäßigen Abständen analysiert Christoph Bubmann, CEO von digitransform.de, für AssCompact Fragen der Digitalisierung. Diesmal geht es darum, ob aufgrund von Eye- und Gesture Control das Aus für die Maus bevorsteht.


Digitale Fitness-Tipps (9): Kommt das Aus für die Maus?

Ob sich die deutschen Kartenspielhersteller um die Jahrtausendwende wohl ernsthafte Gedanken um ihre Zukunft gemacht haben? In der Einführungszeit von Windows 98 wurde in deutschen Büros und vor allem zu Hause wohl so viel Solitaire gespielt, wie lange nicht. Allerdings nicht mit Karten, sondern am Computer.

Die Maus als Produktivitätskiller

Der Hintergrund: die Entwickler von Microsoft wollten uns die Drag- und Drop-Funktion (zu deutsch: ziehen und ablegen) näherbringen. Und wie lernen Menschen am einfachsten? Klar, durchs Spielen. Die Maus war hierbei das zentrale Element zur Bedienung des Computers.

Heute wird die Maus hingegen als ein großer Produktivitätskiller angesehen. Ein Druckvorgang lässt sich schließlich mit Strg + P + Enter wesentlich schneller starten. Netto Zeitersparnis? Fünf Sekunden pro Vorgang. Rechnen Sie das mal auf den gesamten Tag und Ihre Belegschaft hoch.

Da wundert es natürlich nicht, dass sich Entwickler Lösungen ausdenken, um die Arbeit und Bedienung leichter zu gestalten. Besonders interessant sind hierbei Eye- und Gesture Control – also die Steuerung von Anwendungen durch unsere Augen oder Gestik.

Nutzerblicke auf der Website

Die Technologie der Eye Control basiert auf dem Eyetracking, was vielen bestimmt aus der Marktforschung oder User Experience bekannt ist. Hier lässt sich durch eine Art Brille, welche den Probanden aufgesetzt wird, unter Laborbedingungen erkennen, auf welchen Bereich einer Website die Blicke der Nutzenden gelenkt werden.

Der besondere Clou ist jetzt allerdings, dass man durch eine Software in Verbindung mit einem kleinen, am Computerbildschirm befestigten Zusatzgerät die Programme mit seinen Augen bedienen kann. Sei es das Scrollen durch mehrseitige Dokumente, das Wechseln zwischen den Anwendungen, das Ausführen von Befehlen etc. Es wird spannend sein, die Entwicklung in den nächsten Jahren zu verfolgen. Das Münchener Start-up 4tiitoo hat hier interessante Funktionalitäten entwickelt. Weitere Infos finden sich hier im Erklärvideo.

Durchschnittliche Mausbewegung eines Büroangestellten pro Tag: 6 km

Neben Arbeitseffizienz wird insbesondere der gesundheitliche Aspekt als einer der Kernvorteile der neuen Technologien als relevant erachtet. Schließlich beträgt die durchschnittliche Mausbewegung eines Büroangestellten pro Tag ca. 6 Kilometer. Dabei wird bis zu 11.000 Mal geklickt. Kein Wunder also, dass Gesundheitsbeschwerden auftreten können. Verkalkungen der Kapseln und Handgelenksbeschwerden sind einige der typischen Folgen – nicht nur bei der älteren Generation.

Gestiksteuerung in Kombination mit Drohnen

Neben der Eye Control entwickelt sich auch die Gesture Control, also die Gestiksteuerung, immer weiter. Wer sich kürzlich ein Auto der Premiumklasse mit entsprechender Ausstattung zugelegt hat, wird hiermit bereits vertraut sein. Durch Kreisen des Fingers lässt sich beispielsweise die Lautstärke regulieren oder durch das Aufzeigen von zwei Fingern kann das Display an- bzw. ausgeschaltet werden. So zumindest in den neuen Modellen von BMW. Aber auch andere Hersteller integrieren die Gestiksteuerung immer weiter in ihre Bedienkonzepte.

Das MIT Computer Science and Artificial Intelligence Laboratory des Massachusetts Institute of Technology forscht aktuell an der Gestiksteuerung in Kombination mit Drohnen (siehe Erklärvideo). Hierbei erhalten die Nutzenden eine Art Armband angelegt, das die Drohne mit bestimmten Bewegungen des Unterarms steuert. Die Technik steckt zwar noch in den Kinderschuhen, aber die Entwicklungsgeschwindigkeit schreitet immer schneller voran. Denken Sie beispielsweise nur einmal an die Anwendungsmöglichkeiten in der Baubranche.

Ob die Maus komplett verschwindet? Wohl eher nicht. Aber es bleibt spannend, was die nächsten Jahre an Innovationen für uns bereithalten.

Über den Autor

Christoph Bubmann ist CEO von www.digitransform.de. Sein Ziel ist es, mit seinem Team digitale Zusammenhänge so zu vermitteln, dass jeder sofort den persönlichen Nutzen erkennt und Neugier entwickelt, selbst weiterzumachen. Denn wer einen persönlichen Nutzen erkennt, ist bereit, sein eigenes Verhalten zu verändern.

Bild: © Antonioguillem – stock.adobe.com

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