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KI: Nur wenige Versicherungsmakler kennen die neuen Regeln

Künstliche Intelligenz durchdringt zunehmend den Makleralltag. Viele Tools sind längst im Einsatz. Doch nur 11% der Versicherungsmakler wissen, welche Anforderungen damit verbunden sind, seit die KI-Verordnung neue Regeln aufstellt. Der Rest wünscht sich mehr Unterstützung.

„Wissen Sie, welche KI-Tools in Ihrem Betrieb im Einsatz sind?“ Diese Frage könnte manchen Versicherungsmakler bereits in Bedrängnis bringen. Würde man dann noch nachhaken – etwa für welchen konkreten Zweck die Tools genutzt werden, wie sie in den Arbeitsprozess eingebunden sind oder welcher Mitarbeiter welche Anwendung verwendet – wäre die Antwort wohl häufig lückenhaft.

Mittlerweile sehen 64% der Versicherungsmakler KI grundsätzlich positiv, und 50% stufen den Einsatz von KI im eigenen Unternehmen als wichtig ein, so die aktuellen AssCompact TRENDS. Es ist nur eine Vermutung, aber die Werte dürften weiter steigen, sobald die konkreten Nutzenpotenziale von KI im Arbeitsalltag weiter sichtbar werden. Viele Tools enthalten KI-Funktionen heute ohnehin standardmäßig.

KI-Verordnung noch nicht in der Maklerschaft angekommen

Mit der wachsenden Normalisierung von KI im Arbeitsalltag rücken jedoch auch rechtliche und organisatorische Fragen stärker in den Fokus. Und hier tritt über den EU AI Act die europäische KI-Verordnung (KI-VO) auf den Plan. Sie schreibt vor, dass der Einsatz von KI-Anwendungen in Unternehmen bestimmten Regeln folgen muss. Das reicht von Transparenzanforderungen über Risikomanagement bis hin zu Dokumentationspflichten. Zudem klassifiziert die Verordnung KI-Systeme nach vier Risikostufen: inakzeptabel, hoch, begrenzt und niedrig.

Doch die bereits erwähnte AssCompact TRENDS Studie zeigt: Viele Versicherungsmakler sind darauf noch nicht ausreichend vorbereitet. Zwar gibt es beispielsweise schon seit geraumer Zeit Leitfäden von Verbänden, etwa des AfW-Verbandes, und auch Versicherer und Maklerpools stellen Informationen bereit, trotzdem geben nur knapp 11% der Makler in der Studie an, dass sie die Inhalte der Verordnung recht gut kennen. Rund 41% haben noch gar nichts von der neuen Verordnung gehört, während knapp die Hälfte die Verordnung zwar kennt, die genauen Inhalte aber kaum. Klar: So kann es auch nicht gelingen, die geforderten Regelungen zu erfüllen. Und so besteht auch weiterhin weitgehend große Unsicherheit darin, ob die Verordnung überhaupt für den eigenen Maklervertrieb relevant ist.

Praxisbezug bei Maklern: Software, Schulungen, Leitfäden gefragt

Sie ist es auch deshalb, weil die Verordnung keine Unterscheidung nach Unternehmensgröße macht. Dennoch schrecken laut Studie noch 37% der Versicherungsmakler davor zurück, sich intensiver mit den Inhalten der Verordnung auseinanderzusetzen. Rund 61% hoffen stattdessen auf eine praxisnahe Aufbereitung, wobei offenbleibt, was genau damit gemeint ist.

Häufig genannt werden der Wunsch nach konkreten Praxisleitfäden, Checklisten und Mustertexten. Am größten ist der Wunsch jedoch nach rechtssicheren Softwarelösungen sowie nach Webinaren und Schulungen. Entsprechende Angebote existieren zum Teil bereits, beispielsweise in Form von Schulungen bei der DMA (Deutsche Makler Akademie). Aber selbst wenn beispielsweise rechtssichere KI-Softwarelösungen über Maklerpools eingesetzt werden, ist es sinnvoll, sich darüber klar zu werden, wo und wie diese Anwendungen konkret genutzt werden.

KI-Risiken erkennen und Kompetenzen im Betrieb aufbauen

Zuallererst sollten sich Versicherungsmakler darüber im Klaren sein, welche KI-Risiken im eigenen Betrieb eine Rolle spielen können. Während die Einrichtung eines einfachen Chatbots in der Regel als geringes Risiko einzustufen ist, hätte etwa eine Kreditwürdigkeitsprüfung auf Basis von ChatGPT eine ganz andere Qualität. Darauf weist auch der AfW in seinem Leitfaden hin.

Der erste Schritt ist eine klare Bestandsaufnahme: Welche KI-Anwendungen laufen im Betrieb, und erfüllen sie die Vorgaben der KI-VO? Auch die DSGVO-Konformität darf nicht vernachlässigt werden. Entscheidend bleibt außerdem die Transparenz: Kunden sollten erkennen können, wenn KI zum Einsatz kommt. Entscheidend wird letztlich sein, dass Versicherungsmakler im eigenen Betrieb entsprechende Kompetenzen aufbauen und dieses Wissen kontinuierlich an die rasanten Entwicklungen im KI-Bereich anpassen. (bh)

Über die Studie

Die Online-Befragung zur Studie „AssCompact TRENDS IV/2025“ wurde vom 29.09.2025 bis 12.10.2025 durchgeführt. Nach einer Qualitätsprüfung flossen die Stimmen von 311 Vermittlerinnen und Vermittlern aus der Finanz- und Versicherungsbranche in die Stichprobe ein, die ein sehr gutes Abbild der Assekuranz- und Finanzvermittlerinnen und -vermittler hinsichtlich der Alters- und Geschlechtsstruktur darstellt. Die Studie kann bei AssCompact erworben werden.

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KI-Einsatz im Maklerhaus: Nachgefragt bei SÜDVERS

Auch in Maklerhäusern kommt zunehmend KI zum Einsatz. Dabei gilt es zugleich, die KI-Kompetenz der Mitarbeiter im Blick zu behalten. Auf welche Strategien SÜDVERS rund um den KI-Einsatz setzt, erklären Florian Karle, geschäftsführender Gesellschafter der SÜDVERS, und Alexander Meitinger, Head of IT.

Herr Karle, welchen Stellenwert hat KI bei SÜDVERS?

Florian Karle Bei uns gehört KI ganz klar zur strategischen Agenda – und zwar mit hoher Priorität. Nicht zuletzt vor dem Hintergrund des Fachkräftemangels müssen wir auf unserem Wachstumskurs massiv auf Automatisierung setzen.

Wie stellen Sie KI-Kompetenz im eigenen Betrieb sicher?

Florian Karle 2025 haben wir damit begonnen, eine KI-Umsetzungsstrategie zu erarbeiten, deren technisches Roll-out in diesem Jahr geplant ist. Ein wichtiger Punkt: Die KI-Kompetenz unserer Mitarbeitenden. Dafür wird es entsprechend der Empfehlung des Bundesverbands Deutscher Versicherungsmakler (BDVM) schon bald Mitarbeiterschulungen geben. Dabei ist uns nicht nur wichtig, dass unsere Mitarbeitenden KI „können“ und im Alltag nutzen, sondern, dass sie auch sicher und compliance-gerecht mit KI umgehen. Denn obgleich KI enormes Potenzial bietet, birgt sie bei falschem Umgang auch viele Risiken. Risiken, denen wir mit KI-kompetenten Mitarbeitenden nachhaltig vorbeugen.

Zu Ihren Kunden zählen auch weltweit agierende KI-Firmen. Inwiefern erhalten Sie hieraus Impulse für neue Technologien im eigenen Unternehmen?

Florian Karle Der Austausch mit den KI-Firmen ist in den Anfängen. Wir beraten vor allem noch deren Interessen für den deutschen Markt. Aktuell nimmt unsere Geschäftsführung an einer Workshop-Reihe zu KI-Lösungen teil, die von einem Unternehmen aus unserem Netzwerk angeboten wird.

Herr Meitinger, wie erfolgt der Umgang mit dem AI Act bei Ihnen im Unternehmen?

Alexander Meitinger Um unseren strategischen Zielen nachkommen zu können, bilden wir uns hier immer weiter und lassen uns von KI-Spezialisten beraten. Bei allem, was wir tun, haben wir auch den AI Act im Blick und stellen sicher, dass wir immer rechtskonform handeln.

Arbeiten Sie auch an eigenen KI-Lösungen?

Alexander Meitinger Grundsätzlich setzen wir auf kommerzielle Tools, die uns mit KI im Arbeitsalltag unterstützen. Wenn es für bestimmte Bedürfnisse kein passendes Tool am Markt gibt, entwickeln wir durchaus auch mal selbst eine adäquate Lösung – so zum Beispiel im letzten Jahr ein KI-Tool zur autonomen Protokollierung. Dies ist aber nicht die Regel.

In welchen Bereichen profitieren Sie bislang denn vor allem von KI?

Alexander Meitinger In unserem Arbeitsalltag etabliert hat sich beispielsweise KI, um unser Kundenportal mit aktuellen und transparenten Daten zu füllen. Hier werden verschiedene Dokumente automatisch ausgelesen, sodass wir unseren Kunden analoge Daten in Echtzeit zur Verfügung stellen können. Das bietet ihnen einen ungemeinen Mehrwert.

Und wo setzen Sie perspektivisch in Sachen KI Schwerpunkte?

Alexander Meitinger Im Rahmen unserer KI-Strategie fahren wir tatsächlich bewusst ein bisschen zweigleisig. Einerseits lassen wir verschiedene kleinere Pilotprojekte parallel anlaufen, um deren Tauglichkeit zu testen. Gleichzeitig sammeln wir aber mit Blick auf die größeren Themen derzeit proaktiv Anwendungsfälle aus dem Business heraus, um dann zu priorisieren. Hier gehen wir sehr überlegt und strategisch vor: Höchste Priorität haben Business-Cases, die wir mittels KI mit einem echten Mehrwert besetzen können.

Wo sehen Sie perspektivisch die größten Potenziale von KI?

Florian Karle KI steht aus meiner Sicht noch ganz am Anfang – sowohl im Alltag als auch im Business. Ich bin aber davon überzeugt, dass KI das Leben deutlich vereinfachen wird, wenn man sich für die Technologie interessiert und öffnet. Wo wir vor 20 Jahren noch mit dem Atlas auf dem Schoß nach Adressen und Wegen gesucht haben, geben wir heute einfache Befehle an das Navigationssystem. So ähnlich wird es sich mit der KI auch weiterentwickeln.

Am Ende des Tages ist es aber immer der Mensch, der darüber entscheidet, wie erfolgreich die KI uns macht. Soll heißen: KI wird den Menschen nicht ersetzen, sie ist vielmehr auf den KI-kompetenten Menschen angewiesen.

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Digital Insurance Podcast: Social Engineering im Cybersecurity-Kampf

In der neuen Episode des Digital Insurance Podcast spricht Jonas Piela mit Wolfgang Müller, Bereichsleiter bei der IDEAL Versicherung. Es geht um die Bedeutung von Awareness-Schulungen und effektivem Risikomanagement.

In der neuesten Folge des „Digital Insurance Podcast“ diskutiert Gastgeber Jonas Piela mit Wolfgang Müller, Bereichsleiter bei der IDEAL Versicherung, über die wachsende Bedrohung durch Cyberkriminalität und die Herausforderung, eine Balance zwischen Sicherheit und Produktivität zu finden. Müller betont, dass sich die Natur von Angriffen dramatisch verändert hat: Anstelle physischer Überfälle dominieren heute digitale Attacken, die gezielt den Menschen ins Visier nehmen.

Mensch bleibt größte Schwachstelle

Während technische Abwehrmechanismen wie Firewalls und SIEM-Systeme immer fortschrittlicher werden, bleibt der Mensch die größte Schwachstelle. Kriminelle nutzen Social Engineering, um menschliche Eigenschaften wie Angst, Neugier oder Zeitdruck auszunutzen. Durch geschickt gefälschte E-Mails, die scheinbar von vertrauenswürdigen Quellen stammen, werden Mitarbeiter dazu verleitet, schädliche Links anzuklicken oder Anhänge zu öffnen. Dies ermöglicht Angreifern, Schadsoftware zu installieren und in Unternehmensnetzwerke einzudringen. Besonders perfide Methoden wie der „CEO-Betrug“, bei dem sich Angreifer als Vorgesetzte ausgeben, um schnelle Geldtransfers zu veranlassen, stellen eine ernste Gefahr dar. Gerade für die Versicherungsbranche, deren Geschäftsmodell auf Vertrauen basiert, ist diese Art der Manipulation hochriskant.

IDEAL setzt auf mehrschichtige Strategie

Um dieser Bedrohung zu begegnen, verfolgt die IDEAL Versicherung eine mehrschichtige Strategie. Im Zentrum steht die kontinuierliche Sensibilisierung der Mitarbeiter durch regelmäßige Schulungen und Awareness-Kampagnen. Mit simulierten Phishing-Angriffen, etwa in Form von fingierten Gewinnspielen, wird die Aufmerksamkeit der Belegschaft geschärft. Ein etabliertes Meldesystem ermöglicht es jedem, verdächtige E-Mails schnell und unkompliziert zu melden, was zur Früherkennung von Angriffen beiträgt.

Technisch setzt das Unternehmen auf die intelligente Überwachung des Datenverkehrs, um anomale Aktivitäten wie unerwartet große Datenuploads zu erkennen, die auf einen Datenabfluss hindeuten könnten. Kritische Prozesse, wie hohe Überweisungen, sind durch ein Vier-Augen-Prinzip abgesichert. Müller unterstreicht zudem die Bedeutung externer Partnerschaften. Spezialisierte Dienstleister und forensische Experten sind entscheidend, um im Ernstfall, beispielsweise bei einem Ransomware-Angriff, schnell und professionell reagieren zu können.

Spagat zwischen maximaler Sicherheit und betrieblicher Effizienz

Die größte Herausforderung bleibt der Spagat zwischen maximaler Sicherheit und betrieblicher Effizienz. Zu restriktive Maßnahmen können die Produktivität hemmen. Daher ist ein ausgewogenes System entscheidend, das technische Sicherungen mit der menschlichen Wachsamkeit kombiniert.

Abschließend wirft Müller einen Blick in die Zukunft und warnt vor neuen Gefahren durch künstliche Intelligenz. KI-gestützte Angriffe, wie hochpersonalisierte E-Mails oder täuschend echte Deepfake-Anrufe von Vorgesetzten, werden die Bedrohungslage weiter verschärfen. Dies erfordert eine ständige Anpassung der Abwehrstrategien und eine noch intensivere Schulung der Mitarbeiter, um für die Cyberbedrohungen von morgen gewappnet zu sein.

Hier geht es zur aktuellen Folge:
Über den Podcast

Seit April 2020 veröffentlicht Jonas Piela regelmäßig Gespräche zur digitalen Transformation mit Vorständen und Managern der Versicherungswirtschaft. Sein Ziel ist, dass seine Zuhörer einem lockeren Gespräch unter Gleichgesinnten lauschen und so Ideen und Anregungen für die eigene Arbeit mitnehmen. Zu finden ist der Podcast unter anderem bei Google, Apple und Spotify sowie unter insurancemedia.de/podcast.

Weitere Podcasts
 

Baloise: Neuer Tarifrechner für Antragsprozesse Leben

Mit „base“ bietet Baloise Vertriebspartnern einen neuen Tarifrechner für Berechnungs-, Beratungs- und Antragsprozesse im Leben-Geschäft. Damit will der Versicherer seine Vertriebspartner bei der Erstellung digitaler und plausibilisierter Leben-Anträge unterstützen.

Der Versicherer Baloise treibt die Digitalisierung seiner Prozesse in der Lebensversicherung voran und stellt mit „base“ seinen Vertriebspartnern eine neue, zentrale Plattform bereit. Unter base-baloise.de bündelt Baloise Berechnungs-, Beratungs- und Antragsprozesse für das Leben-Geschäft. Vertriebspartner sollen somit bei der Erstellung vollständig digitaler und plausibilisierter Anträge im Bereich Leben unterstützt werden. Wie das Unternehmen weiter mitteilt, setze base auf eine benutzerfreundliche Oberfläche und ist ausgelegt für die Nutzung auf unterschiedlichen Endgeräten. Durch ein Responsive Design und den Einsatz eines Single-Page-Application-Ansatzes (SPA) würden Anwender von kurzen Ladezeiten, einer flüssigen Navigation und einer deutlich verbesserten Usability profitieren. Die Berechnungen lassen sich laut Baloise „in ansprechender Optik“ auch auf einem Tablet und Smartphone durchführen.

„Bei der Entwicklung von base haben wir insbesondere viele Impulse unserer Vertriebspartnerinnen und Vertriebspartner umgesetzt“, erklärt Sascha Bassir, Vorstand Baloise Vertriebsservice AG. „Damit schaffen wir die Grundlage für eine einfache, schnelle und qualitativ hochwertige digitale Leben-Beratung.“ (tik)

Weitere Meldungen rund um neue Services und Tools lesen Sie in der Rubrik „Software“.
 

vers.diagnose setzt bei Dokumentenanalyse auf KI

Bei der digitalen Risikoprüfung bietet vers.diagnose nun eine KI-gestützte Dokumentenanalyse. Makler und Versicherer können somit unstrukturierte Informationen wie PDF-Dokumente, Scans oder Freitexte analysieren lassen. Hierbei kooperiert vers.diagnose mit den Versicherungsforen Leipzig und Senacor.

Die Plattform vers.diagnose baut ihr Angebot in der digitalen Risikoprüfung biometrischer Produkte aus und führt eine KI-gestützte Dokumentenanalyse ein. Künftig haben Makler und Versicherer die Möglichkeit, unstrukturierte Informationen wie beispielsweise PDF-Dokumente, Scans oder Freitexte automatisch analysieren und vorstrukturieren zu lassen. Versicherer könnten so unterschiedlichste Ausprägungen von Risikovoranfragen effizienter bearbeiten, wie es von Unternehmensseite hierzu heißt. Makler würden bei der Aufbereitung komplexer Anträge deutlich entlastet – bei gleichzeitig hoher Rechts- und Prozesssicherheit.

Kooperation mit Versicherungsforen Leipzig und Senacor

Die Weiterentwicklung basiert auf einem gemeinsamen Vorprojekt mit den Versicherungsforen Leipzig und dem IT-Dienstleister Senacor Technologies AG. Senacor fungiert dabei als Technologie- und Beratungspartner – insbesondere im Bereich KI. Zudem schließen vers.diagnose und die Versicherungsforen Leipzig eine strategische Partnerschaft, um die Digitalisierung im deutschen Versicherungsmarkt weiter voranzutreiben.

„Mit der Erweiterung von vers.diagnose um KI-gestützte Dokumentenanalyse können wir aktuellen und zukünftigen Anforderungen noch besser begegnen. Heute geht es um Hausarztberichte in PDF- oder Bildformaten, morgen um Daten aus der elektronischen Patientenakte oder anderen medizinischen Datenquellen. Diese effizient abzubilden, ist ein zentraler Bestandteil von vers.diagnose“, erklärt Fabian Van Lancker, Geschäftsführer von vers.diagnose.

„In unserem bisherigen Projekt lag der Fokus auf einer Lösung für Versicherer. In vielen Gesprächen wurde jedoch schnell deutlich, dass die Verbindung zur Vertriebsseite entscheidend ist, um das grundlegende Problem ineffizienter Voranfragen wirklich zu lösen“, erläutert Justus Lücke, Geschäftsführer Versicherungsforen Leipzig. (tik)

Weitere Meldungen rund um neue Services und Tools lesen Sie in der Rubrik „Software“.
 

Digital Insurance Podcast: Lebensversicherung im digitalen Wandel

Die neue Episode des Digital Insurance Podcast von Jonas Piela widmet sich der Zukunft digitaler Versicherungsdienstleistungen zwischen nativen Apps und Webanwendungen. Beleuchtet wird auch das Dilemma der digital vernachlässigten Lebensversicherung.

In der neuesten Folge des „Digital Insurance Podcast“ spricht Moderator Jonas Piela mit Percy Wippler, Bereichsleiter IT bei der IDEAL Versicherung. Das zentrale Thema: die Zukunft digitaler Versicherungsdienstleistungen. Wippler vertritt dabei eine interessante These: Die Zukunft liegt nicht in nativen Apps, die auf einem Smartphone installiert werden müssen, sondern in modernen Web-Anwendungen. Er argumentiert, dass native Apps für Versicherer oft „keinen Mehrwert“ bieten und Web-Apps die eigentliche Zukunft darstellen.

Das Dilemma der digital vernachlässigten Lebensversicherung

Wippler beleuchtet im Gespräch, warum gerade die Lebensversicherung oft als digital vernachlässigtes Feld gilt. Das Kernproblem sei die extrem niedrige Interaktionsfrequenz. Während bei einer Kfz-Versicherung häufiger Schäden gemeldet werden oder sich Tarife ändern, tritt das versicherte Ereignis in der Lebensversicherung meist nur ein einziges Mal ein. Abgesehen von seltenen Anlässen wie einem Umzug, einer Änderung der Bankverbindung oder einer Kündigungsanfrage gäbe es für den Kunden kaum einen Grund, sich regelmäßig mit seinem Vertrag zu beschäftigen. Eine dedizierte native App für diesen Zweck zu installieren, sei für die meisten Kunden daher nicht attraktiv.

Web-Apps als flexible und kosteneffiziente Alternative

Der IT-Leiter der IDEAL kritisiert den Aufwand für native Apps. Diese müssten teuer für verschiedene Betriebssysteme entwickelt, in App-Stores geladen und ständig aktualisiert werden. Am Ende, so Wippler, benötigten sie ohnehin eine Internetverbindung, um aktuelle Daten anzuzeigen. Die Lösung sieht er in modernen Web-Anwendungen, oft auch als Progressive Web Apps bezeichnet. Diese bieten laut Wippler heute „unglaublich coole“ Möglichkeiten und können fast alles, was native Apps auch können, wie etwa die Nutzung von Face-ID zur Anmeldung oder den Zugriff auf die Kamera für Dokumenten-Uploads. Der entscheidende Vorteil: Sie erfordern keine Installation und sind über einen einfachen Link erreichbar.

Strategiewechsel: Vom starren Portal zum dynamischen Service

Wippler geht im Podcast noch einen Schritt weiter und stellt auch den Nutzen von starren Kundenportalen infrage, für die sich Nutzer erst aufwendig registrieren müssen. Oftmals, so seine Kritik, müsse der Kunde einen langwierigen Prozess durchlaufen, inklusive Warten auf einen Registrierungsbrief, nur um dann festzustellen, dass die gewünschte Funktion im Portal gar nicht existiert. Die IDEAL verfolge daher einen anderen Ansatz: Einzelne Services, wie eine Adressänderung, werden direkt auf der Webseite angeboten und erfordern nur eine einfache Verifizierung statt eines vollen Logins. Nur wenn sensible Daten, wie der aktuelle Rückkaufswert, abgefragt werden, wird der Kunde dynamisch zu einer vollwertigen Registrierung aufgefordert.

Über den Podcast

Der „Digital Insurance Podcast“ wird von Jonas Piela, Managing Director bei Piela & Co. Digital Consultants, moderiert und beleuchtet die Herausforderungen der digitalen Transformation in der Versicherungsbranche. Die aktuelle Folge ist auf allen gängigen Podcast-Plattformen verfügbar sowie unter https://pielaco.com/podcast.

Weitere Podcasts
 

Neuerungen auf der Vermittlerplattform der BCA

Die BCA hat die Vermittlerplattform DIVA erweitert. Der neue DIVA Antragsmanager bietet einen vollständig digitalen Antragsprozess mit elektronischer Signatur, Echtzeitstatus und automatisierter Nachverfolgung. Perspektivisch soll die Lösung um eine KI-gestützte Dokumentenauslesung erweitert werden.

Der Oberurseler Maklerpool BCA hat den neuen DIVA Antragsmanager in seiner Vermittlerplattform DIVA eingeführt, der einen vollständig digitalen Antragsprozess ermöglicht. Vermittler können mit der Lösung alle relevanten Daten direkt in DIVA erfassen, Dokumente digital an den Versicherer übermitteln und erhalten Statusmeldungen in Echtzeit – von „Antrag eingereicht“ über „Antrag bestätigt“ bis hin zu „Antrag policiert“. Auch Rückfragen der Gesellschaft oder fehlende Kundenunterschriften werden angezeigt. Wie die BCA betont, spare der neue Workflow Zeit, da Medienbrüche entfallen. Zudem würden Fehler minimiert durch geführte Eingaben und elektronische Unterschriften. Automatische Erinnerungen und Nachfassfunktionen stellen sicher, dass offene Vorgänge nicht liegen bleiben. Anträge aus Vergleichsrechnern wie NAFI oder Comparit lassen sich zentral in DIVA anzeigen.

KI-gestützte Dokumentenauslesung soll folgen

Wie der Maklerpool weiter mitteilt, soll perspektivisch die Lösung um eine KI-gestützte Dokumentenauslesung erweitert werden. Damit lassen sich eingehende Unterlagen automatisch erkennen und verarbeiten. Demzufolge ist dies ein weiterer Schritt hin zu maximaler Automatisierung und Effizienz. (tik)

Weitere Meldungen zu neuen Tools und Services finden Sie in unserer Rubrik „Management & Vertrieb“.
Lesen Sie außerdem: BCA: Das Unabhängigkeitsurteil „werden wir überleben“
 

Digital Insurance Podcast: Der KI-Faktor in der HR

In der neuen Episode des Digital Insurance Podcast von Jonas Piela ist Tobias Vögele zu Gast, Bereichsleiter Personalwesen bei SIGNAL IDUNA. Im Gespräch geht es um den Wandel von Führung, Skills und die ethische Dimension der künstlichen Intelligenz.

Die Versicherungsbranche steht vor massiven demografischen Umwälzungen. Allein bei der SIGNAL IDUNA werden in den kommenden zehn Jahren fast 30% der Belegschaft aus Altersgründen ausscheiden. Angesichts des bereits angespannten Fachkräftemarktes stellt dies eine immense Herausforderung dar. Tobias Vögele, Bereichsleiter Personalwesen bei SIGNAL IDUNA, sieht in künstlicher Intelligenz (KI) das entscheidende Werkzeug, um dieser Entwicklung zu begegnen und die Zukunftsfähigkeit des Unternehmens zu sichern. In der neuesten Folge des „Digital Insurance Podcast“ mit Jonas Piela erläutert er die tiefgreifenden Veränderungen, die KI für die Arbeitswelt und insbesondere für das Personalwesen mit sich bringt.

Mit KI die Effizienz steigern

Vögele betont, dass es beim Einsatz von KI nicht primär um den Abbau von Arbeitsplätzen gehe, sondern darum, Effizienzen zu steigern und mit weniger Mitarbeitenden mehr Arbeit zu bewältigen. Die Technologie sei unerlässlich, um dem steigenden Personalbedarf gerecht zu werden. Bei SIGNAL IDUNA ist KI bereits fest im Arbeitsalltag verankert. In Zusammenarbeit mit Google Cloud wurde die interne KI-Lösung „Cosi“ entwickelt, die allen Mitarbeitenden zur Verfügung steht. Dieses Werkzeug soll die Belegschaft dazu ermutigen, selbstständig herauszufinden, wie KI ihre täglichen Aufgaben erleichtern kann.

Als praktisches Beispiel nannte Vögele seine eigene Nutzung von KI zur Vorbereitung von Reden für Mitarbeiterjubiläen. Wo er früher drei bis vier Stunden investierte, liefert „Cosi“ heute in nur zwei Minuten einen ersten Entwurf. Die so gewonnene Zeit nutzt er für die persönliche Ausgestaltung der Rede und den direkten Austausch mit den Jubilaren. Dies führe zu einer wertschätzenderen und sinnstiftenderen Tätigkeit, da der Fokus von administrativen auf menschliche Aspekte verlagert wird.

Neue Anforderungen an Mitarbeitende

Der zunehmende Einsatz von KI verändert jedoch auch die Anforderungsprofile an die Mitarbeitenden grundlegend. Vögele zog den Vergleich zur Einführung von Maschinen in einem Sägewerk: Eine einzelne Person kann plötzlich ein Vielfaches leisten, muss dafür aber in der Lage sein, die komplexere Technologie zu beherrschen. Künftig wird die Fähigkeit, mit einer höheren Komplexität umzugehen und die von KI generierten Ergebnisse kritisch zu hinterfragen, entscheidend sein.

Neuausrichtung im Personalwesen

Für das Personalwesen bedeutet dieser Wandel eine strategische Neuausrichtung. Die Personalplanung muss sich von reaktiven administrativen Aufgaben hin zu einem proaktiven Skill-Management entwickeln. Es geht darum, die vorhandenen Kompetenzen der Belegschaft besser zu erkennen, gezielt Entwicklungsperspektiven aufzuzeigen und die Mitarbeitenden für zukünftige, durch KI geprägte Aufgaben zu qualifizieren. Die Zukunft der Personalarbeit liegt laut Vögele in der strategischen Gestaltung von Weiterentwicklung und der optimalen Nutzung der durch Technologie freigesetzten menschlichen Potenziale.

Über den Podcast

Der „Digital Insurance Podcast“ wird von Jonas Piela, Managing Director bei Piela & Co. Digital Consultants, moderiert und beleuchtet die Herausforderungen der digitalen Transformation in der Versicherungsbranche. Die aktuelle Folge ist auf allen gängigen Podcast-Plattformen verfügbar sowie unter https://pielaco.com/podcast.

Weitere Podcasts
 

KI-Power-Prompts für das Jahresende

Leona Spauszus ist Trainerin und Speakerin für künstliche Intelligenz im Versicherungsvertrieb. Als KI-Pionierin zeigt sie, wie KI den Arbeitsalltag von Vermittlern und Führungskräften im Vertrieb effizienter macht. Für AssCompact gibt sie in ihrer monatlichen KI-Kolumne praxisnahe KI-Tipps speziell für Makler.

Das Jahresende ist Hochsaison und verlangt von Maklern Vertriebsstärke, klare Prioritäten und effiziente Abläufe. KI-Modelle wie ChatGPT, Gemini oder Claude bieten praxisnahe Unterstützung. Mit den richtigen Power-Prompts lassen sich Routineaufgaben delegieren, Aktionen vorbereiten und die Kundenkommunikation auf ein neues Level heben.

Was ist ein Power-Prompt?

Ein Prompt ist der Text, den Makler in ChatGPT & Co. eintippen oder einsprechen. Einfache Prompts erzeugen oft nur mittelmäßige Resultate. Das kann in der Zusammenarbeit mit KI auch mal zu Frust führen. Ein Power-Prompt ist ein optimierter Prompt und folgt einer Struktur aus fünf Elementen. Gerade für Einsteiger im Bereich Prompting kann es hilfreich sein, nach einem klaren Muster zu arbeiten, um die besten Ergebnisse zu erzielen. Im Gegensatz zu einer einfachen Eingabe enthält ein Power-Prompt folgende Elemente: Ziel und Aufgabe, Rolle, Kontext, Ergebnisformat sowie Stil und Ton. Hier folgen ein paar praxisnahe Beispiele.

Mit KI strukturiert durch den Dezember

Im Dezember treffen Deadlines aufeinander, während durch Feiertage und Urlaub die Arbeitszeit knapper wird. Jetzt gilt es, mithilfe von KI strukturiert zu arbeiten.

Power-Prompt: Dezember-Fokusplan für Versicherungsmakler

Ziel und Aufgabe

Erstelle einen strukturierten Wochenplan für den Dezember mit klaren Tageszielen, um Umsatzpotenziale, Fristen und Bestandskunden optimal zu managen. Priorisiere BU-Nachfassaktionen, PKV-Beitragsanpassungen und zeit­kritische Themen wie Kfz-Wechsel.

Rolle

Du bist ein erfahrener Vertriebs­coach für Versicherungsmakler mit Fokus auf Zeitmanagement, Abschlusssteuerung und Jahresendgeschäft.

Kontext

Ich bin Versicherungsmakler mit rund [XY] Bestandskunden, darunter [YX] PKV-Kunden, [XY] BU-Interessenten und [XY] Kfz-Verträge. Im Dezember häufen sich Anfragen zu Beitragsanpassungen, BU-Aktionen und neuen Kfz-Angeboten. Zusätzlich möchte ich Kundenpflege und Kommunikation integrieren.

Ergebnisformat

Markdown-Tabelle mit den Spalten: Tag | Hauptfokus | Nebenthema | Kommunikationsaufgabe

Stil und Ton

Strukturiert, vertriebsorientiert, praxisnah.

Beitragsanpassungen als Türöffner nutzen

Auf Beitragsanpassungsschreiben reagieren Kunden in der Regel nicht besonders erfreut. Hier kann KI unterstützen, die Wogen zu glätten und den Makler als kompetenten Problemlöser zu positionieren.

Power-Prompt: Empathische E-Mails zur Beitragsanpassung

Ziel und Aufgabe

Erstelle drei kurze E-Mail-Entwürfe mit jeweils maximal 100 Wörtern für unterschiedliche Zielgruppen. Diese Zielgruppen sind Selbstständige, junge Familien und Beamte. Jede E-Mail soll Vertrauen schaffen, Orientierung geben und zu einem kurzen Gespräch einladen.

Rolle

Du bist Kommunikationsberater mit Spezialisierung auf Versicherungskommunikation in sensiblen, emotionalen Situationen.

Kontext

Kunden haben ein Schreiben zur Beitragsanpassung erhalten, fühlen sich unsicher und suchen jemanden, der ruhig, empathisch und verständlich erklärt, was sie jetzt tun können.

Ergebnisformat

  • Betreff: emotionaler Hook, maximal fünf Wörter, persönlich formuliert
  • Anrede: passend zur Zielgruppe
  • Haupttext: maximal 80 Wörter, empathisch, lösungsorientiert, mit klarem Nutzen
  • Call-to-Action: Einladung zu Rückruf oder Termin

Stil und Ton

Ruhig, empathisch, klar, vertrauensbildend. Sie-Form, kein Fachjargon, kein Druck.

Weihnachtsgrüße, die in Erinnerung bleiben

Zum Jahresende geht es nicht nur um Abschlüsse, sondern auch um Beziehungen. Eine persönliche Weihnachtsmail stärkt Sympathie und Vertrauen.

Power-Prompt: Weihnachtliche Kundenmail mit Herz und sanftem Vertriebsimpuls

Ziel und Aufgabe

Schreibe eine emotionale, persönliche Weihnachts- und Neujahrs-E-Mail, die Wertschätzung ausdrückt und gleichzeitig eine sanfte Einladung zu einem Gespräch oder Jahres­check enthält.

Rolle

Du bist Texter mit Schwerpunkt auf authentischer, persönlicher Kundenkommunikation und formulierst Weihnachtsmails, die sich echt und herzlich anfühlen.

Kontext

Es ist Jahresende. Die Kunden blicken auf ein bewegtes Jahr zurück und schätzen persönliche Worte. Die E-Mail soll Dankbarkeit ausdrücken, Wärme vermitteln und gleichzeitig an den Jahrescheck erinnern.

Ergebnisformat

  • Betreff: emotional und persönlich, maximal fünf Wörter, zum Beispiel „Danke für Ihr Vertrauen“
  • Anrede: persönlich und herzlich
  • Haupttext: Dank, warme Wünsche, menschlicher Gedanke
  • Call-to-Action: Einladung zum Gespräch mit Kalender-Link oder Telefonnummer
  • Grußformel: herzlich und persönlich

Stil und Ton

Warm, menschlich, echt. Emotional, aber professionell. Keine Floskeln, kein Fachjargon.

Power-Prompts richtig einsetzen

Die vorgestellten Power-Prompts sind Beispiele und lassen sich individuell anpassen und mit allen gängigen KI-Modellen wie ChatGPT, Gemini oder Claude nutzen. Jedes Modell liefert leicht unterschiedliche Ergebnisse. Wer denselben Prompt in mehreren Modellen ausprobiert, erkennt schnell, welches Ergebnis am besten passt. Wichtig: Bevor Daten in KI-Systeme eingegeben werden, gilt es, klare Grenzen einzuhalten, denn personenbezogene Daten verlassen damit den eigenen Rechner. Faustregel: Ein Prompt beschreibt den Fall, nicht den Kunden.

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