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So groß ist die Wohnungsnot in Deutschland wirklich
24. Juli 2019

So groß ist die Wohnungsnot in Deutschland wirklich

In deutschen Metropolen wie Berlin, München oder Hamburg gibt es kaum noch bezahlbaren Wohnraum. Dieser weit verbreiteten These ist das Institut der deutschen Wirtschaft (IW) in Köln nun nachgegangen. Die Experten zeigen auf, wie stark Angebot und Bedarf in Stadt und Land tatsächlich auseinanderdriften.


In deutschen Metropolen wie Berlin, München oder Hamburg gibt es kaum noch bezahlbaren Wohnraum. Dieser weit verbreiteten These ist das Institut der deutschen Wirtschaft (IW) in Köln nun nachgegangen. Die Experten zeigen auf, wie stark Angebot und Bedarf in Stadt und Land tatsächlich auseinanderdriften.

So groß ist die Wohnungsnot in Deutschland wirklich

Das IW hat die Wohnungssituation in den deutschen Metropolen untersucht. Von den bundesweit 342.000 benötigten Wohnungen sind 2018 demnach real nur 287.000 Wohnungen gebaut worden. Die Zahl der Neubauten dürfte den Wirtschaftsforschern zufolge in diesem Jahr nicht deutlich anspringen. Die Diskrepanz zwischen Angebot und Nachfrage am deutschen Wohnungsmarkt bleibe somit groß. Erst in den folgenden Jahren rechnen die Experten mit einer Entspannung, da die Zuwanderung nach Deutschland dann wieder sinken dürfte.

Massiver Wohnungsmangel in den Metropolen

Der Analyse zufolge werden vor allem in deutschen Metropolen viel zu wenige Wohnungen gebaut. In Köln ist der Bedarf an Neubauwohnungen seit 2016 nicht einmal zur Hälfte (46%) gedeckt worden. Ähnlich schlecht stellt sich die Situation in Stuttgart dar, wo nur 56% der eigentlich benötigten Wohnungen gebaut wurden.

Weitere Steigerung der Bautätigkeit notwendig

In München, Berlin und Frankfurt sieht die Lage zwar etwas besser aus. Auch hier wurden in den vergangenen drei Jahren zu wenige Wohnungen neu gebaut. In München deckte der Neubau gerade einmal zwei Drittel des Bedarf, in Berlin und Frankfurt jeweils etwa drei Viertel. „Hier fehlen nicht nur aktuell Wohnungen, sondern auch längerfristig bedarf es einer weiteren Steigerung der Bautätigkeit“, meinen die Studienautoren Ralph Henger und Michael Voigtländer. Doch nicht nur in den Metropolen, sondern auch zum Beispiel in vielen Universitätsstädten wie Münster wird der IW-Auswertung zufolge zu wenig gebaut.

Mehr Bauland und besserer Nahverkehr gefordert

Die Studienautoren fordern die Städte dazu auf, sich anstrengen, um die rasante Entwicklung der Mieten zu bremsen. Entscheidender Punkt sei speziell in den Metropolen mehr Bauland. Darüber hinaus empfiehlt das IW eine Unterstützung der Kommunen durch Bund und Ländern. So könne zum Beispiel der Nahverkehr ausgebaut werden. Dadurch würde das Umland besser angeschlossen und somit das Wohnen dort attraktiver. Auch das nehme Druck von innerstädtischen Wohnungsmärkten.

Drohendes Überangebot auf dem Land

Im Gegensatz zu den Städten herrscht auf dem Land in vielen Teilen des Landes alles andere als eine Wohnungsnot. Dennoch werde dort lieber neu gebaut, statt die Leerstände zu beseitigen. „Obwohl es auf dem Land viel Leerstand gibt, entstehen relativ viele Neubauten, die bevorzugt werden, obwohl Umbauten im Altbestand vielerorts sinnvoller sind“, erläutert Henger. Das gelte nicht zuletzt in Sachsen-Anhalt und Sachsen, aber auch im Saarland und in einigen Randgebieten Bayerns. Hier müsse der Grundsatz „Umbau vor Neubau“ an Bedeutung gewinnen. Insgesamt fordert das IW, dass in einem Drittel der deutschen Kreise die Bautätigkeit im Neubau gebremst wird. (mh)

Bild: zahar2000 – stock.adobe.com






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