Vielerorts bessere Chancen für Erwerb einer Wohnung
„Der Vergleich von Miete und Kauf einer Wohnung fällt in vielen Regionen wieder zugunsten von Eigentum aus. Während die Mieten deutlich zulegen, steigen Kaufpreise nur moderat, gleichzeitig wachsen die Einkommen“, erklärt Manuel Beermann, Leiter Produktmanagement Immobilien der Privatkundenbank in Deutschland. „Für Beschäftigte mit Durchschnittsverdienst verbessern sich somit in vielen Regionen die Chancen, eine Eigentumswohnung zu finden, die im Idealfall nur ein Viertel des Haushaltsnettoeinkommens für die Finanzierung bindet. Ausnahmen bilden weiterhin die sehr hochpreisigen Regionen.“
Wohnungskauf in Metropolen und Urlaubsregionen bleibt Kraftakt
Insbesondere in den sieben größten deutschen Städten und in den Urlaubsregionen müssen Käufer einer 70 m² großen Wohnung aus dem Bestand nach wie vor einen hohen Anteil des durchschnittlichen regional verfügbaren Haushaltseinkommens für die laufende Kreditfinanzierung aufbringen. Bundesweit am höchsten ist der Anteil im Landkreis Nordfriesland, zu dem die Nordseeinseln Föhr, Amrum und Sylt gehören, mit 45,7%. Unter den Top 10 finden sich auch die Ferienregionen in den Landkreisen Aurich (37,8%), Miesbach (34,4%) und Garmisch-Partenkirchen (34,4%). Hinzu kommen die Metropolen München (41%), Berlin (39,5%), Hamburg (37,8%) und Frankfurt am Main (36,2%). Kaufinteressierte in Potsdam (36,9%) brauchen ebenfalls einen überdurchschnittlich großen Anteil ihres Einkommens für die Finanzierung.
Mieten in Großstädten belasten Einkommen besonders stark
Im Hinblick auf die Einkommensbelastung durch Miete wohnen 23% der deutschen Haushalte in einer von 124 günstigen Regionen. Dort sind weniger als 12% des durchschnittlichen regional verfügbaren Haushaltseinkommens für die Nettokaltmiete einer 70-Quadratmeter-Wohnung fällig. Demgegenüber leben 27% der Haushalte in einer der 60 für Mieter hochpreisigen Regionen, in denen die Miete im Durchschnitt 16% des Einkommens ausmacht.
Besonders hoch ist die Mietbelastung in Großstädten. Ganz vorne in der Rangliste liegen Berlin und München mit jeweils im Schnitt 24,5% des Haushaltseinkommens. Allerdings finden sich 2025 auch alle hochpreisigen Großstädte unter der Marke von 25% – in diesen beiden Fällen allerdings nur knapp. Der Kauf einer Eigentumswohnung setzt dem Haushaltseinkommen in den Großstädten aber deutlich stärker zu als die Miete. Besonders groß war die Mehrbelastung 2025 mit 16,9 Prozentpunkten des verfügbaren Einkommens in Hamburg. In Potsdam betrug die Differenz 16,8 Prozentpunkte, in München 16,5 und in Berlin 15,0. Große Unterschiede ergeben sich laut Postbank Wohnatlas auch in Frankfurt am Main (13,4), Regensburg (12,0), Rostock (11,8), Heidelberg (10,8) und Lübeck (10,6).
Insgesamt leben 20% der Haushalte in einer von 44 Regionen, in der Käufer deutlich stärker belastet sind als Mieter. Hier beträgt der Aufschlag mindestens acht Prozentpunkte.
In ländlichen Regionen Ostdeutschlands ist Kaufen häufig günstiger
Etwas mehr als die Hälfte der deutschen Haushalte wohnt hingegen in einer von 242 Regionen, in der sich die durchschnittliche Einkommensbelastung beim Kauf weniger als vier Prozentpunkte über der von Mietern bewegt. Dabei liegt in 76 Regionen die zusätzliche Belastung bei weniger als 2% des dort verfügbaren durchschnittlichen Haushaltseinkommens. In 59 Regionen braucht es für die Finanzierung sogar einen geringeren Anteil des Einkommens benötigt als für die Nettokaltmiete.
„Der Markt für Wohnimmobilien zeigt ein deutliches Stadt-Land-Gefälle. Wer in Großstädten und ihrem Umland eine Eigentumswohnung kauft, benötigt einen großen Anteil des Einkommens für die laufende Finanzierung. In ländlich geprägten Regionen finden Kaufinteressierte hingegen oftmals Wohnungen, deren Finanzierung gleich viel oder sogar weniger ihres Einkommens bindet als die Miete“, erklärt Beermann.
Vor allem in Ostdeutschland kommen Verbraucher mit dem Kauf besser weg, denn hier belastet die Kreditfinanzierung das Einkommen regional teilweise weniger als die Miete. Den größten Vorteil haben Käufer im Saale-Orla-Kreis in Thüringen: Sie müssen dort 7,2% des durchschnittlichen regional verfügbaren Haushaltseinkommens für die Finanzierung einer Eigentumswohnung aufwenden – das sind 3,3 Prozentpunkte weniger als bei einer vergleichbaren Mietwohnung. Im Vogtlandkreis (Sachsen), dem Landkreis Greiz (Thüringen), dem Unstrut-Hainich-Kreis (Thüringen), dem Burgenlandkreis (Sachsen-Anhalt) und dem Erzgebirgskreis (Sachsen) sparen Käufer ebenfalls mindestens 2,5% des Haushaltseinkommens. (tik)
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