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MORGEN & MORGEN stellt neue „Berater-KI“ vor

Mit dem „M&M Companion“ präsentiert MORGEN & MORGEN einen neuen KI-gestützten Fachassistenten. Die Anwendung unterstützt Vermittler und Fachabteilungen dabei, komplexe Tarif- und Leistungsfragen im Kundengespräch zu beantworten. Die KI greift auf die Tarifdatenbank des Analysehauses zurück.

Das Analyse- und Softwarehaus MORGEN & MORGEN präsentiert eine neue „Berater-KI“ für AVB-Fragen in Beratung und Service. Der „M&M Companion“ soll MORGEN & MORGEN soll Vermittler, Serviceeinheiten und Fachabteilungen dabei unterstützen, Tarif- und Leistungsfragen in der täglichen Praxis schneller und sicherer zu beantworten. Die Anwendung stützt sich dabei auf die Tarifdatenbank von MORGEN & MORGEN. Alle Inhalte seien fachlich geprüft und würden kontinuierlich aktualisiert, wie das Analysehaus mitteilt. Damit eigne sich die Lösung sowohl für den Einsatz im direkten Beratungsgespräch als auch für die Vorbereitung von Kundenterminen oder die Bearbeitung von Serviceanfragen, wie es von MORGEN & MORGEN weiter heißt. 

„M&M Companion“ liefert auch Fundstellen und Belege

Im Unterschied zu generischen KI-Anwendungen liefere der KI-basierte Fachassistent „M&M Companion“ nicht nur die Antworten innerhalb von wenigen Sekunden, sondern verweist auch auf die zugrunde liegenden Textstellen in den AVBs und stellt damit die Nachvollziehbarkeit sicher. Damit eignet sich die Lösung sowohl für den Einsatz im direkten Beratungsgespräch als auch für die Vorbereitung von Kundenterminen oder die Bearbeitung von Serviceanfragen. 

„Mit dem M&M Companion machen wir punktgenaues Tarifwissen im entscheidenden Moment verfügbar“, erklärt Alena Winter, Produktmanagerin bei MORGEN & MORGEN. „Vermittler und Service-Teams erhalten in Sekunden präzise und nachvollziehbare Antworten und gewinnen so Sicherheit und Souveränität im Kundengespräch.“ 

Einsatz in Beratung, Service und Backoffice 

Der „M&M Companion“ lässt sich flexibel nutzen: als Stand-alone-Lösung oder eingebunden in bestehende Systeme wie CRM- oder Maklerverwaltungsprogramme. Die Anwendung ist ab sofort verfügbar, Testversionen sind vorhanden. (tik)

Weitere Meldungen zu neuen Tools und Services lesen Sie auch in der Rubrik „Management & Vertrieb“.
Aktuelle Entwicklungen im Bereich der Maklerverwaltungsprogramme ist eines der Schwerpunktthemen beim Makler-Summit Süd-West 2026 am 29. April in Kornwestheim. Weitere Informationen zu dem Event finden Sie auf asscompact.de/makler-summit-2026.
 

Digital Insurance Podcast: Maximale Effizienz mit KI-Workflows

In der neuesten Episode des Digital Insurance Podcast dreht sich wieder alles um das Thema künstliche Intelligenz. Jonas Piela und Thomas Fröhlich im Deep Dive über automatisierte Verträge, interaktive Sachbücher und warum ChatGPT dein bester Coach ist.

In der neuesten Ausgabe des Digital Insurance Podcasts widmen sich Jonas Piela und sein Kollege Thomas Fröhlich einem Thema, das die moderne Arbeitswelt und den privaten Alltag gleichermaßen revolutioniert: die praktische Anwendung von künstlicher Intelligenz (KI). In einer entspannten Atmosphäre teilen die beiden Experten ihre persönlichen Erfahrungen und zeigen auf, wie tief KI-Systeme wie Gemini bereits in ihre täglichen Routinen integriert sind. Die Episode bietet nicht nur theoretische Einblicke, sondern konkrete Anwendungsbeispiele, die den Nutzwert dieser Technologie greifbar machen.

KI im Alltag: Von der Lederpflege bis zur Reiseplanung

Jonas Piela berichtet begeistert von seiner Nutzung der Google-Welt und insbesondere von Gemini. Ein markantes Beispiel aus seinem Alltag ist die Pflege seiner alten Lederschuhe. Anstatt mühsam nach Anleitungen zu suchen, fotografierte er die Schuhe sowie ein gefundenes Pflegemittel und ließ sich von der KI detailliert erklären, wie er diese am besten behandelt. Auch komplexe Aufgaben wie das Zusammenfassen von langen YouTube-Videos oder die Klärung technischer Fragen zu Werbemechanismen auf Newsseiten delegiert er an seinen digitalen Assistenten. Thomas Fröhlich ergänzt diese Erfahrungen mit Beispielen aus der Reiseplanung. Er nutzte die KI, um unter Berücksichtigung aktueller Spritpreise und Bahntarife die effizienteste Verbindung für seinen Osterurlaub in Österreich zu ermitteln. Dabei betont er, wie die KI als Ratgeber fungiert, der verschiedene Dimensionen wie Preis, Dauer und Komfort gegeneinander abwägt.

Die Evolution der Benutzeroberflächen: Das Ende der Apps?

Ein zentraler Diskussionspunkt der Episode ist die Hypothese von Thomas Fröhlich, dass wir vor dem Ende der klassischen Apps stehen könnten. Er prognostiziert, dass sich KI direkt auf die Betriebssystemebene heben wird und Funktionen, die wir heute über separate Applikationen nutzen, als integrierte „Skills“ zur Verfügung stehen werden. Ob PowerPoint-Erstellung, Datenmanagement oder komplexe Analysen – die KI greift direkt auf den Kontext der Nutzerdaten zu und erledigt Aufgaben auf Zuruf oder per Prompt. Jonas Piela zeigt sich hierbei zwar etwas skeptischer und verweist auf die Vorteile spezialisierter Interfaces für bestimmte Aufgaben wie das Zeittracking, erkennt aber ebenfalls das enorme Potenzial der nahtlosen Integration von KI in bestehende Workflows an.

Verantwortung und Ausblick auf die Zukunft der KI-Interaktion

Abschließend reflektieren Piela und Fröhlich über die moralische und praktische Verantwortung im Umgang mit KI. Trotz der beeindruckenden Fähigkeiten, wie der Simulation von Autorenstimmen zur Wissensvermittlung oder der Unterstützung bei emotionalen und therapeutischen Fragestellungen, bleibt die Letztentscheidungsgewalt beim Menschen. Die Episode schließt mit einem humorvollen Blick auf bekannte KI-Fehler, wie das Zählen von Buchstaben in Wörtern, und unterstreicht damit, dass die Technologie zwar ein mächtiges Werkzeug, aber kein fehlerfreier Ersatz für menschliches Denken ist. Die Hörer dürfen gespannt sein auf weitere Updates, die den rasanten Fortschritt in diesem Bereich begleiten werden.

Hier geht es zur aktuellen Folge:
Über den Podcast

Jonas Piela berät die Versicherungswirtschaft hinsichtlich der digitalen Transformation in seiner Rolle als Managing Director bei Piela & Co. Digital Consultants. Außerdem betreibt er den Digital Insurance Podcast, für den er mit Managern aus der Branche über die Herausforderungen der Digitalisierung spricht. Zu finden ist der Podcast unter anderem bei Google, Apple und Spotify sowie unter insurancemedia.de/podcast.

Weitere Podcasts
 

KI-InsurTech Onesurance startet Pilotphase in Deutschland

Das niederländische Unternehmen Onesurance beginnt eine Pilotphase im deutschen Versicherungsmarkt. Das InsurTech setzt dabei auf eine neue KI-gestützte Lösung zur Datenanalyse, die Versicherer und Makler bei der Bestandsverwaltung unterstützen soll.

Onesurance ist ein niederländischer Anbieter von KI-basierten Datenanalyse-Lösungen für Versicherungsmakler, Pools und Konsolidierungsplattformen. Das InsurTech ist seit über fünf Jahren in den Niederlanden am Markt und arbeitet mit mehreren teils international tätigen Großkunden aus der Versicherungswirtschaft zusammen. Die Erfahrungswerte will das Unternehmen nun im deutschen Versicherungsmarkt einbringen und seine Lösungen hierzulande etablieren. Hierzu startetet Onesurance gemeinsam mit einem Pool und einem Assekuradeur eine Pilotphase in Deutschland. Das InsurTech positioniere seinen Ansatz bewusst als Enablement- und Infrastrukturmodell – nicht als Disruption, wie es in der Pressemitteilung heißt.

KI-gestützte Datenanalyse

Onesurance entwickelt KI-basierte Datenanalyse-Lösungen für den Vertrieb von Versicherungs- und Finanzdienstleistungen. Die Lösungen werten bestehende Kunden- und Bestandsdaten systematisch aus und übersetzen sie in konkrete Steuerungsimpulse für Beratung und Kundenkontakt. In den Niederlanden komme die Technologie laut Onesurance bereits seit fünf Jahren bei Maklerhäusern unterschiedlicher Größe zum Einsatz.

„Der deutsche Versicherungsmarkt steht vor ähnlichen strukturellen Fragen wie der niederländische vor einigen Jahren“, erläutert Jack Vos, Gründer und CEO von Onesurance. „Wachstum, Konsolidierung und steigende Kundenerwartungen erfordern neue Ansätze in der Bestandssteuerung.“ Das Team um Jack Vos wird beim Markteintritt in Deutschland von Erik de Voogd, ehemaliger CEO von Voogd & Voogd, begleitet.

Datenbasierte Priorisierung

Die KI-basierte Datenanalyse von Onesurance wertet bestehende Kunden- und Vertragsdaten kontinuierlich aus und leitet daraus konkrete Handlungsempfehlungen ab. Maklerbetriebe sollen Unterstützung erhalten, um den Beratungs- und Kontaktaufwand gezielt zu priorisieren und Ressourcen effizient einzusetzen. Erste belastbare Erkenntnisse („Time-to-Value“) würden laut Onesurance – je nach Datenlage – typischerweise innerhalb von vier bis sechs Wochen vorliegen. Auf dieser Grundlage bekommen Makler Hinweise darauf, bei welchen Kunden es erhöhte Abwanderungsrisiken gibt, wo sich konkrete Cross-Selling-Potenziale erkennen lassen und zu welchem Zeitpunkt eine Kontaktaufnahme sinnvoll ist. Zugleich soll die datenbasierte Priorisierung dabei helfen, Beratungsaufwände zu strukturieren und den Fokus auf die jeweils relevantesten Kundenbeziehungen zu legen. (tik)

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KI mischt bei Finanzentscheidungen längst mit

60% der Verbraucher hierzulande und damit mehr als der europäische Durchschnitt haben KI bereits bei finanziellen Entscheidungen als Hilfsmittel genutzt. Das geht aus einer aktuellen Studie hervor. Die Umfrage zeigt auch, wofür die Anwender künstliche Intelligenz nutzen und wo es noch Vertrauenslücken gibt.

Künstliche Intelligenz etabliert sich zunehmend als praktisches Instrument zur Finanzplanung. Zu diesem Fazit kommt eine Studie der Neobank bunq, für die Erwachsene in Großbritannien, den USA, Frankreich, Deutschland, Spanien, den Niederlanden und Irland im Februar 2026 befragt wurden. Den Ergebnissen zufolge haben sechs von zehn Deutschen KI bereits eingesetzt, um eine finanzielle Entscheidung zu treffen. Das liegt noch über dem europäischen Durchschnitt von 56% und deutlich vor den US-amerikanischen Umfrageteilnehmern, von denen nur 37% die Technologie verwendet haben. Den Experten von bunq zufolge laute die Frage für Finanzinstitute also nicht mehr, ob Kunden diese Tools nutzen werden, sondern wie schnell Banken sie in großem Maßstab bereitstellen könnten.

KI wird immer mehr zum Hilfsmittel bei der Finanzplanung

Wie die Untersuchung bestätigt, entwickelt sich KI immer mehr zum praktischen Werkzeug bei der Finanzplanung, zumal Anwender auf Sicherheit und Genauigkeit setzen. So nutzen 29% der Verbraucher hierzulande KI bei der Finanzplanung, um Gebühren, Überziehungen und Doppelzahlungen zu vermeiden. 26% meinen, dass KI sie vor Betrug schützt. 22% der Befragten greifen auf künstliche Intelligenz zurück, um ihr Vermögen zu vermehren.

Skepsis bleibt

Dennoch ist der Studie zufolge weiterhin eine merkliche Skepsis vorhanden. So haben 27% der Deutschen überhaupt kein Vertrauen in KI, wenn es um Bankangelegenheiten geht. 29% würden dabei der KI mehr vertrauen, wenn sie Informationen über ihre finanzielle Situation hätte. 36% der Anwender sorgen sich wegen Fehlinformationen durch KI.

Was die konkreten Tools betrifft, vertrauen 51% der Deutschen dem Chatbot ihrer Bank mehr als allgemeinen KI-Modellen wie ChatGPT. Dieses Vertrauen werde laut bunq zusätzlich durch die Tatsache gestärkt, dass 70% der Befragten der Ansicht sind, KI-Sicherheitsmaßnahmen könnten ihrer Bank helfen, sie effektiver vor Betrug zu schützen.

Ausblick: Deutschland KI-offenster der befragten Märkte

57% der befragten Verbraucher in Deutschland können sich vorstellen, KI in den nächsten zwei bis drei Jahren verstärkt für Geldangelegenheiten einzusetzen. Damit stellt Deutschland neben den Niederlanden (57%) und knapp hinter Spanien (60%) einen der KI-offensten der befragten Märkte dar. 46% fühlen sich mit KI als Assistenten für allgemeine Finanzfragen wohl. 47% sind bereit für künstliche Intelligenz als Berater, der personalisierte Empfehlungen gibt, während der Nutzer die endgültige Entscheidungsgewalt behält.

KI längst Stütze bei finanziellen Entscheidungen

„KI ist bereits heute ein fester Bestandteil unseres Lebens und oft Teil der Entscheidungsfindung bei vielen Menschen. Auch bei finanziellen Entscheidungen gehört KI als Stütze schon dazu“, erklärt Joe Wilson, Chief Evangelist bei bunq. Die Menschen würden von ihrer Bank erwarten, dass sie mit dem globalen Tempo Schritt hält und erstklassige Tools bereitstellt, die ihnen helfen, bei Geldangelegenheiten den Überblick zu bewahren und ihre Finanzen zu verwalten. „Es geht nicht darum, dass die KI das Geld eigenständig für die Menschen verwaltet, sondern darum, sie so zu befähigen, dass es zu ihrem Lebensstil passt“, so Wilson weiter. Die Chance für Banken in der Nutzung von KI bestehe darin, das menschliche Urteilsvermögen zu unterstützen, statt es zu ersetzen. (tik)

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Lesetipp der Redaktion: ChatGPT – Helfer oder Konkurrent der Versicherungsmakler?
KI und deren Einzug in Maklerverwaltungsprogramme ist eines der Themen beim Makler-Summit Süd-West am 29.04.2026. Mehr Infos zu dem Weiterbildungsevent gibt es auf der Website zur Veranstaltung.
 

Digital Insurance Podcast: Der agile Versicherer

In der aktuellen Episode des Digital Insurance Podcast begrüßt Moderator Jonas Piela Dr. Sebastian Schulz, Vorstand und Mitinhaber der Pentadoc AG, und Timm Hendrik Krieger von der SIGNAL IDUNA Gruppe. Es geht um die digitale Transformation: Geschwindigkeit, KI und der Faktor Mensch.

In der neuesten Folge des „Digital Insurance Podcast“ spricht Moderator Jonas Piela zwei Experten der Versicherungsbranche, um über die tiefgreifenden Herausforderungen der digitalen Transformation zu sprechen: Dr. Sebastian Schulz, Vorstand und Mitinhaber der Pentadoc AG, und Timm Hendrik Krieger, der bei der SIGNAL IDUNA Gruppe für die agile Transformation verantwortlich ist. Im Fokus der Diskussion steht die Erkenntnis, dass der Erfolg der Digitalisierung weniger von der Technologie allein abhängt, als vielmehr von der konsequenten Erneuerung des organisatorischen Fundaments und der Überwindung kultureller Widerstände.

Komplexität statt Trägheit: Das Dilemma der Versicherungsbranche

Zu Beginn der Episode räumt Sebastian Schulz mit dem Vorurteil auf, die Versicherungsbranche sei lediglich träge. Er betont, dass die Branche vor allem durch eine immense Komplexität geprägt ist, die seit Jahrzehnten auf Stabilität getrimmt wurde. Diese gewachsene Struktur erschwert schnelle Veränderungen. Schulz unterstreicht, dass die digitale Transformation nicht als reines IT-Problem missverstanden werden darf, sondern den Kern des Geschäftsmodells betrifft. Die Geschwindigkeit der Transformation hänge dabei maßgeblich davon ab, wie schnell sich die beteiligten Menschen anpassen können.

Radikale Agilität bei der Signal Iduna

Timm Hendrik Krieger gibt detaillierte Einblicke in den beeindruckenden Transformationsprozess der SIGNAL IDUNA Gruppe , der bereits im Jahr 2016 initiiert wurde. Das Unternehmen hat sich zum Ziel gesetzt, ein Betriebsmodell zu entwickeln, das flexibel auf Marktveränderungen reagiert. Inzwischen arbeiten rund 4.000 der 5.000 Innendienstmitarbeitenden in agilen Strukturen, wie etwa den sogenannten „Squad-Strukturen“. Dabei arbeiten Business-Analysten, Produktspezialisten und IT-Experten in crossfunktionalen Teams dauerhaft zusammen, um digitale Services und Versicherungsprodukte aus der Kundenperspektive zu entwickeln. Ein wesentlicher Erfolgsfaktor ist dabei die enge Verzahnung von Business und IT sowie die Etablierung von „Quarterly Business Reviews“, um Initiativen auf Quartalsebene zu priorisieren und anzupassen.

Mut und Konsequenz als Treiber des Wandels

Ein zentrales Thema des Gesprächs ist die Bedeutung von Mut und Konsequenz. Sebastian Schulz beobachtet, dass die Branche zwar kein Erkenntnisproblem, wohl aber ein Umsetzungsproblem hat. Mut bedeute in diesem Kontext oft, die eigene Komfortzone zu verlassen und neue Wege in der Zusammenarbeit zu gehen. Krieger ergänzt, dass die SIGNAL IDUNA durch die Veränderung des Kontextes, in dem Menschen interagieren, auch die Unternehmenskultur nachhaltig verändert hat. Ein aktuelles Beispiel für die gewonnene Entscheidungsgeschwindigkeit ist die Einführung eines internen KI-Assistenten namens „COSY“ auf Basis von Google Gemini Enterprise, die innerhalb von nur sechs Monaten für die gesamte Organisation realisiert wurde.

Ausblick: KI als nächste Phase der Transformation

Für die Zukunft sehen beide Experten die Integration von künstlicher Intelligenz in die Geschäftsprozesse als nächste große Phase der Transformation. Es gehe darum, KI so einzusetzen, dass sie die Mitarbeitenden in ihrer täglichen Arbeit effektiv unterstützt. Dabei bleibe die Fähigkeit zur kontinuierlichen Veränderung eine Kernkompetenz für Versicherungsunternehmen, um langfristig wettbewerbsfähig zu bleiben.

Hier geht es zur Folge:
Über den Podcast

Jonas Piela berät die Versicherungswirtschaft hinsichtlich der digitalen Transformation in seiner Rolle als Managing Director bei Piela & Co. Digital Consultants. Außerdem betreibt er den Digital Insurance Podcast, für den er mit Managern aus der Branche über die Herausforderungen der Digitalisierung spricht. Zu finden ist der Podcast unter anderem bei Google, Apple und Spotify sowie unter insurancemedia.de/podcast.

Weitere Podcasts
 

Neuer Unterstützungsservice für BU-Leistungsprüfung

Credit Life und Proventem bieten als Dienstleister gemeinsam einen Service an, der die Transparenz in der BU-Leistungsbearbeitung erhöhen und Durchlaufzeiten verkürzen soll: Der integrierte Prozess gestaltet die Leistungsprüfung und -bearbeitung vollständig digital.

Für Versicherte und BU-Anbieter ist die Leistungsprüfung und -bearbeitung in der Berufsunfähigkeitsversicherung von entscheidender Relevanz. Nun bieten Credit Life und Proventem erstmals als Dienstleister gemeinsam einen integrierten Prozess an, der den gesamten Ablauf – von der Meldung über die Prüfung bis zur Entscheidung – digital gestaltet.

Proventem bringt im Rahmen der Kooperation seine digitale Claims-Plattform als die technologische Basis ein. Die Plattform bildet die Leistungsprüfung vollständig digital ab und integriert dabei Endkunden. Somit wird die Leistungsprüfung zu einem durchgängigen End-to-End-Prozess. Im Rahmen des Providing bietet Credit Life diese Leistungsprüfung anderen Versicherern an. 

Die Leistungsprüfung bleibe skalierbar, ohne dass dabei Qualität, Service Level oder Nachvollziehbarkeit leiden, wie die beiden Unternehmen unterstreichen. Entscheidungen seien besser dokumentiert, Abläufe nachvollziehbar und Ergebnisse konsistent. Dies soll für mehr Effizienz und Qualität in der Leistungsprüfung sorgen. (tik)

Weitere News über neue Services und Tools lesen Sie auch in unserer Rubrik „Management & Vertrieb“.
 

KI-Klon des Maklers: Wo digitale Doppelgänger eingesetzt werden

Leona Spauszus ist Trainerin und Speakerin für künstliche Intelligenz im Versicherungsvertrieb. Als KI-Pionierin zeigt sie, wie KI den Arbeitsalltag von Vermittlern und Führungskräften im Vertrieb effizienter macht. Für AssCompact gibt sie in ihrer monatlichen KI-Kolumne praxisnahe KI-Tipps speziell für Makler.

Ein großer Teil der Kommunikation im Maklerbüro findet schriftlich statt. Angebotsmails, Rückfragen, Weiterleitungen oder Anträge gehören zum Alltag. Künstliche Intelligenz ist hier längst im Einsatz. KI formuliert Texte vor, Makler prüfen, passen an und versenden. Für Kunden ist dabei kaum erkennbar, dass der Text nicht direkt vom Makler selbst stammt. Damit ist der erste Schritt in Richtung eines digitalen KI-Klons bereits Realität.

Wenn Fotos vom Makler entstehen, die nie geschossen wurden

Auf Basis vorhandener Fotos lassen sich heute realistische neue Bilder erzeugen. Der Makler erscheint in einem Büro, im Kundengespräch oder auf Veranstaltungen, die so nie stattgefunden haben. Erste Makler nutzen solche KI-Bilder bereits für Social Media, Präsentationen oder Webseiten. Der Vorteil liegt auf der Hand: maximale Sichtbarkeit ohne zeitaufwendige Fotoshootings.

KI-Avatare: Wenn der digitale Doppelgänger spricht

Noch einen Schritt weiter gehen KI-Avatare. Dabei handelt es sich um sich bewegende digitale Abbilder, die aussehen und sprechen wie der Makler. Mit diesen KI-Avataren können Social-Media-, Erklär- oder Begrüßungsvideos erstellt werden. Und das in nur wenigen Minuten. Die Technologie wird immer besser, und für den Kunden wirkt es so, als würde der Makler selbst sprechen. Stimme, Tonfall und Erscheinung sind vertraut. Tatsächlich steht der Makler jedoch nicht vor der Kamera.

Wenn KI-Avatare mit Versicherungswissen antworten

KI-Avatare können inzwischen mehr als vorgefertigte Inhalte abspielen. Sie lassen sich mit Versicherungswissen hinterlegen. Dazu zählen Produktinformationen, Prozessbeschreibungen oder häufige Kundenfragen. Der Support-Avatar antwortet im Stil des Maklers und greift auf hinterlegte Inhalte zurück. Eine individuelle Beratung findet dabei nicht statt, wohl aber eine erste Orientierung und Einordnung.

Deepfakes: Wenn die eigene Identität missbraucht wird

Der Begriff Deepfake bezeichnet täuschend echte, KI-manipulierte Medieninhalte. Problematisch wird es vor allem dann, wenn reale Personen ohne ihr Wissen oder ihre Einwilligung eingesetzt werden und so Identität oder Vertrauen missbraucht werden. Die Technologien zur Erzeugung realistischer Inhalte haben demnach auch eine zweite Seite. Deepfakes können Aussagen suggerieren, die nie getätigt wurden, oder gezielt Vertrauen missbrauchen.

Transparenz wird zur Pflicht

Mit dem EU AI Act wird Transparenz verbindlich. Artikel 50 führt Kennzeichnungs- und Transparenzpflichten für bestimmte KI-Systeme ein. Dazu zählen unter anderem Chatbots, KI-Avatare und realistisch wirkende synthetische Inhalte. Nutzer müssen erkennen können, ob sie mit einem Menschen oder mit einem KI-System interagieren.

Eine versteckte oder missverständliche Nutzung kann rechtliche Risiken nach sich ziehen und vor allem Vertrauen beschädigen. Transparenz ist damit nicht nur eine regulatorische Vorgabe, sondern auch ein strategischer Faktor für Glaubwürdigkeit im Kundenkontakt. Wer KI offen einsetzt und eindeutig kennzeichnet, positioniert sich als moderner und verantwortungsvoller Makler.

Zwischen Effizienz, Ethik und Ehrlichkeit

In großen Unternehmen führen KI-Avatare bereits Bewerbungsgespräche. Die Prozesse sind effizient, doch Bewerber berichten von Unbehagen, wenn eine KI anstelle eines Menschen über ihren Lebenslauf spricht. Diese Reaktion ist aufschlussreich für Makler. Denn auch in der Versicherungsberatung wird der Kundenkontakt zunehmend mit KI vermischt. ChatGPT, Gemini und Co. formulieren bereits Texte, KI-Avatare oder synthetische Stimmen kommen immer mehr zum Einsatz. Der Effizienzgewinn ist real. Zeitliche Entlastung, mehr Präsenz, schnellere Reaktionen. Gleichzeitig berührt der Einsatz zentrale Werte der Branche: Vertrauen, persönliche Beziehung, Glaubwürdigkeit. Ob Kunden KI-gestützte Kommunikation als modernen Service empfinden oder als Distanz, lässt sich nicht vorhersagen. Akzeptanz entsteht durch Transparenz, das richtige Maß und vor allem durch Zeit.

KI-Tools für den eigenen KI-Doppelgänger

Im KI-Starterpaket erfahren Makler, mit welchen KI-Tools und welchen Prompts (KI-Befehlen) sie ihren digitalen KI-Klon erzeugen können, um Zeit und Kosten bei ihrem Online-Auftritt zu sparen. Dies kommt besonders Maklern entgegen, die ihre Sichtbarkeit ausbauen möchten, ohne selbst regelmäßig vor der Kamera zu stehen. Mehr Infos zum Starterpaket gibt es unter ki-starterpaket.asscompact.de.

Lesen Sie auch: Warum Makler mit nur einem KI-Modell Potenzial verschenken

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ChatGPT – Helfer oder Konkurrent der Versicherungsmakler?

Wird ChatGPT bald zum persönlichen Assistenten in Versicherungsfragen? Das ist offen. Doch KI kann schon heute Risiken analysieren, Angebote erstellen und Empfehlungen geben. Bleibt sie nützliches Werkzeug für Versicherungsmakler oder verändert sie den Markt grundlegend?

Disruptive InsurTechs, Siri und Alexa, dann digitale Versicherungsmakler und Vergleichsplattformen – und immer die gleiche Botschaft: Klassische Versicherungsvermittler verlieren an Bedeutung. Jetzt steht vermeintlich die nächste Revolution vor der Tür: Künstliche Intelligenz (KI) übernimmt die Beratung, analysiert Risiken, erstellt Angebote und vermittelt – zumindest vermeintlich. Erste Projekte etwa in den USA und in Spanien laufen schon.

KI im Vertrieb: Risiko für alle Vermittler?

Doch wie groß ist das tatsächliche Disruptionspotenzial? Und trifft es eher Versicherer oder Versicherungsvermittler? Mit den Fragen rund um die Digitalisierung der Versicherungswirtschaft beschäftigt sich Dr. Thomas Zwack, Partner der Unternehmensberatung Argon & Co, seit vielen Jahren. Aus seiner Sicht könnte die Entwicklung tatsächlich vor allem den Vertrieb verändern. Der Erstversicherer bleibe weiterhin Risikoträger, doch die Vertriebskanäle verschieben sich zunehmend.

Auch innerhalb des Vermittlermarktes sieht Zwack klare Unterschiede. Große internationale Maklerhäuser wie Marsh, Aon oder WTW verloren zwar nach Bekanntwerden erster entsprechender ChatGPT-Projekte kurzfristig bis zu 15% ihres Börsenwerts. Das Disruptionspotenzial hält er hier dennoch für begrenzt. Schließlich begleiten große Maklerorganisationen vor allem Industrie- und Unternehmenskunden beim Risikomanagement.

Anders könnte die Lage für kleinere Vermittler aussehen. Zwack erläutert: „Für kleinere Maklerorganisationen, Vermittler und Agenturen kann es hingegen zunehmend schwieriger werden. Wer die Kundenschnittstelle kontrolliert, beeinflusst auch die Markttransparenz und die Sichtbarkeit einzelner Anbieter.“ Wenn Kunden sich fortwährend in KI-Anwendungen wie ChatGPT bewegen, können diese zum zentralen Zugang zu Angeboten aller Art werden. Im Privatkundengeschäft, etwa bei Haftpflicht oder Hausrat, ist dies durchaus vorstellbar.

KI im Fokus: BVK fordert gleiche Regeln für alle

Auch die Vermittlerverbände verfolgen die aktuellen Entwicklungen aufmerksam. Michael Heinz, Präsident des Bundesverbands Deutscher Versicherungskaufleute (BVK), ordnet die Veränderungen im Kontext der vergangenen Jahre ein: „Unser Berufsstand war schon oft mit Herausforderungen konfrontiert und auch unser Berufsbild entwickelt sich permanent weiter. Wenn man sich den Anteil der unterschiedlichen Vertriebswege für die Sparten anschaut, sieht man, dass der persönliche Versicherungsvertrieb nach wie vor der dominante ist. Wir halten über Generationen Kontakt zu unseren Kunden, kennen sie teilweise von Kindesbeinen an und können ihr Absicherungsinteresse viel tiefliegender einschätzen, als es jemals ein Direkt- oder KI-Vertrieb je könnte.“

Dennoch bleibe man wachsam. Sowohl die rasanten Entwicklungen im Bereich der KI als auch die politische Diskussion über ein Altersvorsorgeprodukt, bei dem die gesetzliche Beratungspflicht ausgesetzt werden könnte, beschäftigten den BVK intensiv. Beide Themen zeigten aus Sicht des Verbands, dass der Berufsstand weiter vor ernstzunehmenden Herausforderungen steht. Entwicklungen also, die man nicht einfach hinnehmen wolle. Heinz erläutert: „Wir werden im Rahmen unserer guten interessenpolitischen Vernetzung und Vertretung in Berlin und Brüssel darauf hinwirken, dass weder die gesetzliche Beratungspflicht beim Vertrieb von Altersvorsorgeprodukten – wie standardisiert diese auch sind – noch die rechtlichen Rahmenbedingungen beim KI-Vertrieb aufgeweicht werden. Daneben werden wir Hebel in Bewegung setzen und auf die politischen Entscheidungsträger einwirken, dass gleiche rechtliche Rahmenbedingungen für den Versicherungsvertrieb von KI-Modulen eingehalten werden, wie sie bereits seit Jahren für Versicherungsvermittler gelten.“

 

KI im Alltag: Unterstützung statt Ersatz für Vermittler und Versicherer

Vor diesem Hintergrund stellt sich die Frage, wie sich die aktuellen Entwicklungen konkret in der Praxis bemerkbar machen. Noch vermittelt ChatGPT oder andere KI tatsächlich keine Versicherungsprodukte. Insofern geht es derzeit weniger um einen direkten Ersatz des Vermittlers, sondern eher um Anwendungen, die seine Arbeit unterstützen. Branchenkenner Zwack erklärt: „Künstliche Intelligenz wird bereits heute im Versicherungsvertrieb eingesetzt, um Vertriebspotenziale besser zu nutzen und Abschlussquoten zu erhöhen. KI-basierte Analysetools werten Kundendaten aus und identifizieren potenzielle Leads sowie Cross- und Upselling-Möglichkeiten. Gleichzeitig unterstützen KI-Vertriebsassistenten Vermittler bei Aufgaben wie Angebotserstellung, Kundenanfragen oder Produktempfehlungen.“

Auch bei der Kundenkommunikation sieht Zwack neue Chancen: Chatbots ermöglichen eine digitale Beratung rund um die Uhr. Darüber hinaus können Versicherer und Vermittler eigene KI-gestützte Beratungsfunktionen in Kundenportalen oder Apps integrieren – eine weitere Möglichkeit, um den direkten Kontakt zum Kunden zu halten.

Zwack geht zudem davon aus, dass die Entwicklung langfristig Auswirkungen auf die Gestaltung von Versicherungsprodukten haben könnte. Seiner Ansicht nach wird es mehr denn je notwendig, Produkte über standardisierte Schnittstellen bereitzustellen, damit sie leichter in digitale Plattformen integriert und dort angeboten werden können.

KI im Blick: Chancen und Grenzen

Am Ende bleibt die zentrale Frage nach dem Disruptionspotenzial bestehen. Künstliche Intelligenz unterstützt den Vertriebsprozess bereits heute und übernimmt an bestimmten Stellen auch Automatisierungen. Von einer vollständigen Beratung und Vermittlung vonseiten der KI, insbesondere bei komplexen Absicherungsfragen, ist der Markt jedoch noch entfernt. Die eigentliche Herausforderung besteht vielmehr darin, wie Versicherungsvermittler die neue Technologie nutzen, um ihre Profitabilität zu steigern und gleichzeitig die Kundennähe zu wahren – und sicherzustellen, dass für alle Konstellationen im Versicherungsvertrieb die gleichen Regeln gelten. (bh)

 

KI-gestützte Transkription: Schritt hin zu effizienterer Beratung

Das Gefühl, ein perfektes Gedächtnis zu haben – so beschreiben Makler den Mehrwert von KI-Transkriptionslösungen im Kundengespräch. Während KI bisher in der Schadenbearbeitung oder als Chatbots eingesetzt wurde, zieht sie nun in den Vertrieb ein. Was müssen Makler beachten?

Ein Artikel von Michael Gackstatter, CEO bei UseToday ApS

Viele Berater kennen die Situation: Nach einem Tag voller Jahresgespräche und Anfragen bleiben mehrere Stunden an Nacharbeit: Man prüft Gesprächsnotizen, berechnet Angebote und dokumentiert die Beratung. Erkundigt sich der Kunde im Nachgang nach der besprochenen Hausrat- versicherung, fällt einem siedend heiß ein, dass man dieses „To-do“ vergessen hat.

Hier versprechen KI-Assistenten direkte Unterstützung in der Kundenberatung. Die letzte AssCompact Vermittlerstudie über den Einsatz von KI im Maklerhaus zeigte, dass 49% der Makler offen für intelligente Beratungsassistenten sind.

KI-Lösungen können eine Kundenberatung vielfältig unterstützen und etwa:

  • einleiten, wenn z. B. ein Chatbot auf der Website oder eine Telefon-KI Kunden vorqualifiziert,
  • vorbereiten, z. B. in der Terminvorbereitung,
  • begleiten, z. B. als Meeting-Assistent,
  • nachbereiten, z. B. in Form automatisierter Dokumentation und Datenübernahme in MVP und CRM.

 

Während traditionelle Beratungstools vorgeben, wie das Beratungsgespräch abläuft, protokollieren KI-Transkriptionslösungen als „stiller Helfer“ im Hintergrund. Spezialisierte Tools transkribieren Gespräche per App für Handy oder Tablet, über Voice-over-IP-Telefonie oder in Videoberatungen. Sie überzeugen mit höheren Erkennungsraten für versicherungsspezifische Begriffe im Vergleich zu gewöhnlicher Videoberatungssoftware wie Google Gemini oder Microsoft Teams. Stellen deren Protokolle zentrale Aspekte falsch dar, wird es schwer, eine verlässliche Beratungsdokumentation zu erstellen. 

Aufgrund der Vielzahl an Lösungen fällt es vielen Maklern schwer, den echten Mehrwert von KI-Tools einzuschätzen. Gleichzeitig sorgen sich viele Makler darum, ob Kunden diese Tools ablehnen, ob Lösungen ihre Lizenzkosten rechtfertigen und wie sie diese Tools rechtssicher und datenschutzkonform nutzen können.

Zentrale Mehrwerte

Dabei zeigt sich in der Maklerschaft: Transkription ist kein Zukunftsthema, sondern gelebter Alltag in vielen Maklerhäusern, Vertrieben und der Jungmakler-Community. Ein führender Vertrieb pilotierte die Lösung „TODAY“ mit dem Ergebnis, dass Anwender bis zu 30% Zeit durch automatisierte Gesprächsprotokolle und vorausgefüllte Beratungsdokumentationen sparten. Gleichzeitig konnte durch die gelieferten Vertriebsimpulse der Umsatz um 10% gesteigert werden. Zudem werden alle Beratungen automatisch dokumentiert, was für Haftungssicherheit sorgt.

Berater können in manchen Tools auch Datenpunkte definieren, die aus den Gesprächen automatisch extrahiert und in das MVP übertragen werden sollen. Damit gewinnen Makler bereits heute bis zu 80 zusätzliche Datenpunkte pro Gespräch. So verstehen Berater nicht nur die ganze Kundensituation, sondern haben gleichzeitig wertvolle Anlässe für zukünftige Beratungen. Anstatt nur diejenigen Datenpunkte zu notieren, die für eine Angebotsberechnung benötigt werden, bauen Berater hiermit eine tiefgreifende Kundenbeziehung auf. Ganz praktisch ausgedrückt: Statt an das monatliche Bruttogehalt und das gefährliche Hobby erinnert man sich perfekt an die Traumreise oder den Namen der Kinder. Dies ist besonders wertvoll für Makler, die planen, ihren Bestand zu übergeben: Ein durch KI aufgewerteter Bestand bietet wertvolle Anlässe für Bestandskampagnen, Cross-Selling und holistische Beratung.

Mitgelieferte Impulse zur Gesprächsführung und zum Kommunikationsstil unterstützen dabei, gelungener zu kommunizieren, und zeigen Spracheigenheiten wie Relativierungen, Sprachanteile und Unterbrechungen auf. Die Lösung „TODAY“ vereint etwa die Erfahrungswerte von erfahrenen Vertriebstrainern und ermöglicht flexibel hauseigene Beratungslogiken oder -normen zu hinterlegen.

Ein unterschätzter Mehrwert: Makler berichten, dank Transkriptionstools im Gespräch präsenter und zugewandter zu sein. Das erlaubt ihnen, die Kunden besser zu verstehen und deren Bedürfnisse tiefgreifender zu erfassen. Ihr Fazit: Nach einer Woche sind derartige Lösungen nicht mehr aus dem Alltag wegzudenken.

Moderne und spezialisierte Tools wie „TODAY“ oder „Sally“ überzeugen mit einer akkuraten Transkription für Finanz- und Versicherungsbegriffe sowie Gesellschafts- und Tarifnamen. Makler erhalten damit eine saubere Basis, die Daten und Protokolle automatisch in gängige MVPs und CRMs zu überführen – samt wertvollen Vertriebsimpulsen für das nächste Gespräch.

Fallstricke, die man beachten sollte

Bisher verhinderten vier Gründe eine flächendeckende Nutzung von KI-Transkriptionslösungen: Kosten, Nutzen, rechtliche Bedenken und Sorgen zur Kundenakzeptanz. Da viele Transkriptionslösungen aus dem B2B-Vertrieb kommen, waren sie bisher für Makler unerschwinglich. Heutige Lösungen sind erschwinglicher und bieten oft die Möglichkeit einer kostenfreien Probephase.

Gleichzeitig sind viele Vermittler mit Standardlösungen wie Microsoft Teams oder Google Gemini unzufrieden, da sie Tarif- und Gesellschaftsnamen ungenau erfassen. Ein falsches Transkript lässt sich nachträglich nur mit hohem Aufwand korrigieren. Gleichzeitig fehlen oft Integrationen, um Daten automatisch zu übernehmen oder eine Dokumentation automatisch zu erzeugen.

Makler sollten prüfen, ob die Transkriptionslösung eine Aufzeichnung oder ein Echtzeit-Streaming unternimmt. Innovative Anbieter bieten datenminimierende Streaming-Technologie. Diese erlaubt, Gespräche nur mit Vorabinformation, aber ohne Zustimmungspflicht zu Gesprächsbeginn zu transkribieren. Berater sollten Kunden zur Terminvereinbarung und in ihrer Datenschutzerklärung über die Nutzung einer KI-Lösung informieren. Nach der EU KI-Verordnung (EU AI Act) ist zudem jegliche Profilbildung und Emotionserkennung verboten, worauf seriöse Anbieter hinweisen.

Die Praxiserfahrung zeigt: Kunden sind sehr offen gegenüber KI-Assistenten. Nur 1–5% lehnen Transkription ab, da viele Transkriptionslösungen aus dem Arbeitsalltag kennen und sich davon selbst Beratungssicherheit versprechen. Kunden vertrauen besonders auf Anbieter, die Daten in Europa verarbeiten.

3 Tipps, um sicher zu starten

Da sich die KI-Branche dynamisch entwickelt, sollten Makler kontinuierlich neue Lösungen testen, um ein Gespür für die aktuellen Entwicklungen zu erhalten.

  • Erstens sollten Makler bei der Anbieterauswahl auf Compliance mit der DSGVO sowie der EU KI-Verordnung achten. Gleichzeitig ist zu prüfen, ob die Daten in der EU verarbeitet werden. Weitere Qualitätssiegel sind eine ISO-27001-Zertifi­zierung oder Referenzen aus der Branche.
  • Zweitens sollte geprüft werden, wie versicherungsspezifische Fachbegriffe oder auch regionale Dialekte erkannt werden.
  • Drittens sollten Integrationen in Maklerverwaltungsprogramme oder CRMs vorliegen, um Daten möglichst nahtlos zu übernehmen.

 

Die bereits sehr geringen Fehlerquoten von Transkriptionstools von 3–5% werden sich weiter reduzieren. Gleichzeitig werden derartige Tools in der Terminvorbereitung unterstützen und Berater situativ im Gespräch unterstützen. Daher sollten sich Makler mit diesen Chancen beschäftigen, um von den Fortschritten in der Audio-KI zu profitieren.

 
Ein Artikel von
Michael Gackstatter

Digital Insurance Podcast: Coaching-Scams und die Gen Z

In der neuesten Ausgabe des Digital Insurance Podcast „Vertrieb 2.0: Coaching-Scams vs. Echter Erfolg“ spricht Moderator Jonas Piela mit Thorben Schwarz, Practice Lead Insurance Sales bei Piela & Co. Beide beleuchten, wie ein Social-Media-Hype die Gen Z zurück in die Versicherungsbranche holt.

In der aktuellen Folge des Digital Insurance Podcast begrüßt Moderator Jonas Piela einen Experten mit über 25 Jahren Praxiserfahrung: Thorben Schwarz, Practice Lead Insurance Sales bei Piela & Co. Gemeinsam analysieren sie eine überraschende Marktentwicklung: Während der klassische Ausschließlichkeitsvertrieb händeringend nach Nachwuchs sucht, erlebt der Strukturvertrieb durch gezielte Inszenierung in den sozialen Medien eine ungeahnte Renaissance bei der Generation Z.

Statussymbole als Magnet für die Gen Z

Ein zentrales Thema des Gesprächs ist die psychologische Wirkung von Statussymbolen wie Luxusuhren und teuren Autos auf Plattformen wie Instagram und TikTok. Thorben Schwarz beobachtet, dass diese oft plakativen Darstellungen eines erfolgreichen Lebensstils junge Menschen heute stärker ansprechen als geregelte Bürostrukturen. Der Strukturvertrieb nutzt dieses Lebensgefühl von Erfolg und finanzieller Unabhängigkeit geschickt aus, um junge Talente zu gewinnen, die sich von traditionellen Agenturmodellen nicht mehr abgeholt fühlen.

Coaching-Boom und die Grenze zur Seriosität

Die Diskussion beleuchtet auch die Schattenseiten dieses Trends. Schwarz warnt vor einer unübersichtlichen Schwemme an „Finanzcoaches“, die teilweise ohne fundierte Ausbildung oder die notwendige Zertifizierung nach § 34f GewO agieren. Dies stelle die etablierte Versicherungswirtschaft vor ein Dilemma: Einerseits möchte man junge, vertriebsstarke Menschen gewinnen, andererseits darf die fachliche Qualität und Seriosität der Beratung nicht unter dem Druck zur schnellen Monetarisierung leiden.

Hybridmodelle und Individualisierung als Lösungsansatz

Um zukunftsfähig zu bleiben, müssen Versicherer laut Schwarz neue Wege im Employer Branding gehen. Ein vielversprechender Ansatz sei die Ermöglichung von Individualmarken innerhalb eines Konzernschutzes. Junge Berater könnten sich so als Experten für Nischenthemen wie Tierversicherungen oder Oldtimer positionieren und ihre eigene authentische Marke aufbauen, während sie gleichzeitig vom Vertrauensvorschuss einer großen Versicherungsgesellschaft profitieren.

Automatisierung entlastet den Vertrieb

Einig sind sich Piela und Schwarz darin, dass die Digitalisierung kein Ersatz für den menschlichen Berater ist, sondern dessen Arbeit effizienter gestalten muss. Durch Automatisierung und Self-Service-Angebote für einfaches Standardgeschäft werden Berater von administrativen Aufgaben entlastet. Moderne Data-Mining-Tools können zudem helfen, den richtigen Kontaktzeitpunkt beim Kunden zu identifizieren, sodass der Vertrieb proaktiv und bedarfsgerecht agieren kann, anstatt Zeit mit ineffizienter Kaltakquise zu verschwenden.

Hier geht es zur Folge:
Über den Podcast

Jonas Piela berät die Versicherungswirtschaft hinsichtlich der digitalen Transformation in seiner Rolle als Managing Director bei Piela & Co. Digital Consultants. Außerdem betreibt er den Digital Insurance Podcast, für den er mit Managern aus der Branche über die Herausforderungen der Digitalisierung spricht. Zu finden ist der Podcast unter anderem bei Google, Apple und Spotify sowie unter insurancemedia.de/podcast.

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