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Das Ende des zahnlosen Tigers
23. Mai 2019

Das Ende des zahnlosen Tigers

Die Finanzdienstleistungsaufsicht, kurz BaFin, wurde lange Zeit belächelt. Die Behörde musste sich nicht selten den Vorwurf des zahnlosen Tigers vorwerfen lassen. Doch diese Zeiten sind vorbei. Die BaFin beißt heute fleißig zu – und das ist auch gut so. Ein Kommentar von AssCompact-Redakteur Michael Herrmann.


Die Finanzdienstleistungsaufsicht, kurz BaFin, wurde lange Zeit belächelt. Die Behörde musste sich nicht selten den Vorwurf des zahnlosen Tigers vorwerfen lassen. Doch diese Zeiten sind vorbei. Die BaFin beißt heute fleißig zu – und das ist auch gut so. Ein Kommentar von AssCompact-Redakteur Michael Herrmann.


Das Ende des zahnlosen Tigers
Kommentar von Michael Herrmann, AssCompact

Was wurden die Finanzaufseher in Deutschland nicht belächelt. Die Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht, kurz BaFin, galt bei ihrer Gründung im Mai 2002 als Musterbeispiel eines zahnlosen Tigers. Zu klein und zu wenige Kompetenzen – das waren auch Jahre später die Hauptattribute, die der Behörde zugeschrieben wurden. Dass sie gleich mehrere Anlageskandale nicht verhindern konnte, tat hierzu sein Übriges.

Doch heimlich, still und leise hat die Finanzaufsicht Zähne bekommen. Ob Kleinanlegerschutzgesetz oder Kapitalanlagegesetzbuch (KAGB) – die BaFin hat heute umfassende Kompetenzen. Ob 2.700 Mitarbeiter dafür ausreichen, ist zwar fraglich. Und gerade zu Beginn des KAGB liefen die Genehmigungsprozesse oft nicht reibungslos. Dennoch hat es zweifellos zu einer gesunden Marktbereinigung unter den Sachwerteanbietern geführt, die gerade nach Infinus und S&K notwendig war. Die deutsche Finanzaufsicht hat die Zähne zudem nicht nur bekommen, sondern nutzt ihr neues Arsenal mittlerweile auch sehr aktiv.

Allein im bisherigen Jahresverlauf hat die BaFin vor 27 Unternehmen gewarnt, die unrechtmäßig Bank- oder Finanzdienstleistungsgeschäfte nach § 32 des Kreditwesengesetzes (KWG) betreiben, und sie gezwungen, ihre Geschäfte in Deutschland aufzugeben und zum Teil sogar erhaltene Gelder zurückzuzahlen. Von diesen Maßnahmen profitieren unterm Strich nicht nur die betroffenen Kunden, sondern vor allem auch die seriösen Investmentgesellschaften. Denn so lästig der neue Finanztiger für sie zwischendurch auch sein mag, so unerlässlich ist er auch im Kampf um ein besseres Image. Und ohne ein solches wird aus der Nation der Sparer nie eine Nation der Anleger. Ob deswegen auch Finanz- und Versicherungsvermittler direkt unter die Aufsicht gestellt werden sollten, steht allerdings auf einem anderen Blatt.

© kamasigns – stock.adobe.com


Michael Herrmann Michael Herrmann



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